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Med­Uni-For­schung : Immun­schwä­che ist Grund für Arteriosklerose

Ein Man­gel an IgM-Anti­kör­pern (Immun­glo­bu­lin M) — eine ange­bo­rene Immun­schwä­che, an der rund 2,5 Pro­zent der Bevöl­ke­rung lei­den — kann zu Arte­rio­skle­rose und in der Folge zu schwe­ren Herz­kreis­lauf­erkran­kun­gen führen.

Auch bei der Aus­prä­gung von All­er­gien könnte der IgM-Anti­kör­per­spie­gel eine bis­her nicht bekannte Rolle spie­len, stell­ten For­scher der kli­ni­schen Abtei­lung für Medi­zi­nisch-che­mi­sche Labor­dia­gnos­tik der Med­Uni in Zusam­men­ar­beit mit dem For­schungs­zen­trum für Mole­ku­lare Medi­zin der Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten (CeMM) fest. IgM-Anti­kör­per wer­den als erste Anti­kör­per nach Infek­tio­nen im Blut gebil­det, bevor wei­tere Zel­len zur Infek­ti­ons­be­kämp­fung akti­viert wer­den. Man­chen Men­schen fehlt die­ses Immun­glo­bu­lin M oder sie haben einen Antikörper-Mangel. 

Wich­tige Balance
Immun­glo­bu­lin M kon­trol­liert auch die phy­sio­lo­gi­sche Ent­wick­lung von B‑Zellen, die für die Pro­duk­tion und die Ent­sor­gung von Anti­kör­pern ver­ant­wort­lich sind. Dadurch regu­lie­ren sie die Blut­spie­gel von IgE-Anti­kör­pern (Immun­glo­bu­line E) und wachen dar­über, dass diese in Schach gehal­ten und aus­rei­chend immer wie­der abge­baut wer­den, um das Immun­sys­tem im Gleich­ge­wicht zu halten.
Geht diese Balance durch einen Man­gel an IgM-Anti­kör­pern ver­lo­ren, sor­gen die außer Kon­trolle gera­te­nen IgE-Anti­kör­per für ver­mehrte Bil­dung von Plaques, Akti­vie­rung von Mast­zel­len und Ent­zün­dungs­vor­gän­gen. Das ver­engt und schä­digt die Gefäße
Even­tu­ell bedeut­sam für Ent­ste­hung von Allergien
“Wir konn­ten erst­mals zei­gen, dass IgE-Anti­kör­per selbst Ent­zün­dungs­re­ak­tio­nen in Gefä­ßen her­vor­ru­fen kön­nen und dass die Hem­mung die­ser IgE-Anti­kör­per die Schä­di­gung der Gefäße ver­hin­dert”, sagte Chris­toph Bin­der von der Med­Uni. Nun könn­ten neue The­ra­pie-Optio­nen ent­wi­ckelt wer­den. Die bis­her unbe­kannte Funk­tion für IgM-Anti­kör­per habe “mög­li­cher­weise auch eine wesent­li­che Rolle in der Aus­prä­gung von All­er­gien”, erläu­terte Stu­di­en­erst­au­tor Dimi­trios Tsiantoulas. 

Autor: APA-Science/red/cc
31.01.2017

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