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Mehr Beute für den Pleitegeier

Der KSV ver­öf­fent­lichte die Insol­venz­sta­tis­tik für 2016. Ange­sichts bald stei­gen­der Zin­sen rech­nen die Plei­ten­ex­per­ten mit mehr Insolvenzen.

Seit bald 20 Jah­ren erlebt Öster­reich einen Grün­der­boom von rund 30.000 neuen Unter­neh­men jähr­lich, was die Fir­men­zahl ver­dop­pelt hat. Die Quote derer, die es nicht schaf­fen, war in den ver­gan­ge­nen Jah­ren rück­läu­fig. Wur­den Ende der 90er Jahre noch Insol­venz­quo­ten von 1,8 Pro­zent ver­zeich­net, lie­gen sie jetzt bei etwa 1,3 Prozent.
Die Fir­men­po­pu­la­tion ver­jüngt sich durch die Grün­der­ak­ti­vi­tät. Es darf also nicht über­ra­schen, dass etwa 50 Pro­zent der Insol­ven­zen Unter­neh­men betref­fen, die maxi­mal 10 Jahre alt sind, erklärt Hans-Georg Kant­ner, KSV1870 Lei­ter Insol­venz. Hoch­ge­rech­net wur­den 2016 5.227 Unter­neh­men insol­vent. Die Stei­ge­rung gegen­über 2015 beträgt 1,5 Pro­zent. Die Anzahl der betrof­fe­nen Dienst­neh­mer betrug 18.900 und ging somit um etwa 13 Pro­zent zurück. Die Ver­bind­lich­kei­ten von 2,9 Mil­li­ar­den bedeu­ten einen Anstieg von 21 Prozent. 

Expo­niert
Nach der Wirt­schafts­krise des Jah­res 2008 kam es wie erwar­tet : Die Export­gü­ter­in­dus­trie war als erste betrof­fen, die Kon­sum­gü­ter­in­dus­trie und Dienst­leis­tun­gen als letzte. Die Bau­bran­che ver­zeich­nete 2009 sogar einen Rück­gang, da sie von staat­li­chen Aktio­nen (Wär­me­däm­mung) pro­fi­tierte. Mitt­ler­weile herr­schen wie­der weit­ge­hend „nor­male“ Ver­hält­nisse. Die nied­ri­gen Zin­sen der letz­ten Dekade haben kapi­tal­in­ten­sive Bran­chen wie Immo­bi­lien und Bau­we­sen beson­ders favorisiert.
Jene Bran­chen, die am meis­ten von den nied­ri­gen Zin­sen pro­fi­tie­ren kön­nen, wer­den bei dem zwei­fel­los statt­fin­den­den Zins­an­stieg am meis­ten expo­niert sein. Das gilt zumin­dest für die, die zu rasch und nur mit Fremd­ka­pi­tal expan­diert haben, oder wo schon jetzt das Geschäfts­mo­dells zwei­fel­haft ist. Vor­erst rech­net der KSV1870 für das kom­mende Jahr aber mit kei­ner dras­ti­schen Zins­stei­ge­rung und folg­lich nur mit einer mode­ra­ten neu­er­li­chen Stei­ge­rung der Unternehmenspleiten.

Autor: red/stem
24.01.2017

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