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Mehr Unter­schiede als gedacht

Mäd­chen kön­nen bes­ser lesen, Buben sind im Rech­nen bes­ser – das ist bekannt. Die Geschlech­ter­un­ter­schiede in der Schule gehen aber viel weiter.

Mäd­chen kön­nen bes­ser lesen. Das ist rich­tig, aber ein dif­fe­ren­zier­ter Blick zeigt : Mäd­chen haben am Ende der Volks­schule beim Lesen leichte Vor­teile, die zum Ende der Pflicht­schul­zeit stark anwach­sen. In der Gesamt­be­völ­ke­rung haben aber die Män­ner beim Lesen knapp die Nase vorn. Die Erklä­rung könnte darin lie­gen : Bei den Jugend­li­chen lesen die Mäd­chen deut­lich häu­fi­ger zum Ver­gnü­gen. Wenn es aber nicht nur um Bücher geht, son­dern etwa um Online-Texte, dann sind auch die Bur­schen regel­mä­ßige Leser.
In der Mathe­ma­tik haben die Bur­schen am Ende der Volks­schule leichte Vor­teile und bauen ihren Vor­sprung bis zum Ende der Pflicht­schule aus. Im Gegen­satz zum Lesen ver­schwin­den die Unter­schiede zwi­schen Jun­gen und Mäd­chen im Erwach­se­nen­al­ter nicht, son­dern blei­ben bestehen. Vor allem trauen sich die Bur­schen eher zu, schwie­rige Lern­ziele zu errei­chen. Das gilt auch dann, wenn Bur­schen und Mäd­chen die glei­che Kom­pe­tenz in der Mathe­ma­tik haben.

Höhe­rer Bildungserfolg
Mäd­chen bekom­men in Öster­reich bes­sere Noten als Bur­schen, beson­ders in den Spra­chen. Und zwar auch dann, wenn sie über die selbe Kom­pe­tenz ver­fü­gen. Und ihre Bil­dungs­lauf­bah­nen sind erfolg­rei­cher : Schul­pflich­tige Buben müs­sen wesent­lich häu­fi­ger in die Vor­schul­stufe als Mäd­chen und sind auch in den Son­der­schu­len über­re­prä­sen­tiert. In der Ober­stufe besu­chen mehr Mäd­chen (56 Pro­zent) eine matu­ra­füh­rende Schule. Die Bur­schen kom­men auf 45 Pro­zent, sie absol­vie­ren häu­fi­ger eine Lehre.
BIFIE-Direk­to­rin Clau­dia Schrei­ner plä­diert in einer Reak­tion dafür, Jugend­li­chen grö­ßere Frei­hei­ten bei der Wahl des Lese­stoffs zu über­las­sen, das Selbst­be­wusst­sein der Mäd­chen zu stär­ken und bei den Leh­rern Bewusst­sein für ste­reo­type Sicht­wei­sen zu schaffen.

Autor: APA-Science/red/stem
30.09.2015

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