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© pexels/chokniti khongchum

Meh­rere ERC-Grants für Öster­rei­chi­sche Forscherinnen

Phy­si­ker Bern­hard Bayer und Che­mi­ker Andreas Grün­eis von TU Wien sowie Archäo­lo­gin Edel­traud Aspöck und Sozi­al­an­thro­po­loge Hubert Feigls­tor­fer von ÖAW erhal­ten begehrte EU-Prä­mie­run­gen im Umfang von jeweils knapp zwei Mil­lio­nen Euro.

Die ERC-Grants des Euro­pean Rese­arch Coun­cil (ERC) sind die wohl pres­ti­ge­träch­tigs­ten und mit zwei Mil­lio­nen Euro auch höchst­do­tier­ten För­de­run­gen Euro­pas. Sie gehen an Wis­sen­schaft­ler, die bereits auf jah­re­lange Erfah­rung und große wis­sen­schaft­li­che Erfolge ver­wei­sen kön­nen. Kürz­lich wur­den nun die dies­jährigen Prä­mie­run­gen verlautbart.

Zwei der ERC-Con­so­li­da­tor Grants gehen an die TU Wien, beide betref­fen das Thema „Mate­ri­als and Mat­ter“. Andreas Grün­eis vom Insti­tut für Theo­re­ti­sche Phy­sik der TU Wien bekommt einen ERC-Grant für die Ent­wick­lung neuer quan­ten­phy­si­ka­li­scher Metho­den zur Berech­nung der Eigen­schaf­ten von Mate­ria­lien. Der zweite geht an Bern­hard C. Bayer vom Insti­tut für Mate­ri­al­che­mie für sein Pro­jekt, zwei­di­men­sio­nale „Hoch-Entro­pie-Mate­ria­lien“ her­zu­stel­len, neue Werk­stoffe mit beson­de­ren phy­si­ka­li­schen und che­mi­schen Eigenschaften.

Aus­trian Cen­ter for Digi­tal Huma­ni­ties and Cul­tu­ral Heri­tage und Insti­tut für Sozialanthropologie
Ebenso knapp vier Mil­lio­nen an neuen För­der­gel­dern für For­schungs­pro­jekte konn­ten Edel­traud Aspöck und Hubert Feigls­tor­fer ein­wer­ben. Die zwei Wis­sen­schaft­ler der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten (ÖAW) wur­den in der aktu­el­len Ver­ga­be­runde der For­schungs­preise des Euro­päi­schen For­schungs­ra­tes (Euro­pean Rese­arch Coun­cil, ERC) ebenso ausgezeichnet.

Edel­traud Aspöck ist Archäo­lo­gin vom Aus­trian Centre for Digi­tal Huma­ni­ties and Cul­tu­ral Heri­tage und Hubert Feigls­tor­fer ist Archi­tek­tur­wis­sen­schaft­ler vom Insti­tut für Sozi­al­an­thro­po­lo­gie. Inhalt­lich wer­den sie in den kom­men­den fünf Jah­ren die früh­mit­tel­al­ter­li­chen Prak­ti­ken im Umgang mit toten Men­schen wei­ter ergrün­den sowie Stu­dien zu wenig bekann­ten Aspek­ten der tech­ni­schen und sozia­len Zusam­men­hänge zwi­schen Bau­tra­di­tio­nen und kli­ma­ti­schen Anpas­sungs­mus­tern durchführen.

Leben und Ster­ben im Früh­mit­tel­al­ter und ein stol­zer ÖAW-Präsident
„Die ÖAW ist stolz auf ihre For­schen­den Edel­traud Aspöck und Hubert Feigls­tor­fer, die beide hoch­do­tierte Grants für ihre For­schungs­ideen ein­wer­ben konn­ten. Aspöcks Arbeit wird uns hel­fen, die Bezie­hung von Leben­den zu den Toten im Mit­tel­al­ter bes­ser zu ver­ste­hen. Feigls­tor­fer stellt eine hoch­ak­tu­elle For­schungs­frage zur Ver­än­de­rung von Bau­for­men in Zei­ten des Kli­ma­wan­dels ändern“, gra­tu­liert Heinz Faß­mann, Prä­si­dent der ÖAW.

Was erzäh­len Grä­ber über eine Gesell­schaft und wel­che Ein­sich­ten ermög­li­chen soge­nannte gestörte Grä­ber zu den The­men Toten­kult, Begräb­nis und Umgang mit den Toten im 5. bis 8. Jahr­hun­dert n. Chr. ist das For­schungs­thema der Archäo­lo­gin Edel­traud Aspöck. Die Wis­sen­schaft­le­rin wid­met sich hier den mensch­li­chen Inter­ak­tio­nen mit den Mate­ria­lien bzw. Über­res­ten der Toten, Grab­bei­ga­ben und Grä­bern, nach der Bestat­tung im früh­mit­tel­al­ter­li­chen Mit­tel- und Ost­eu­ropa. Ziel ist ein bes­se­res Ver­ständ­nis der Bezie­hung zwi­schen den Leben­den und den Toten in die­ser Epoche.

Das Thema Bau­werke im Kli­ma­wan­del als inter­dis­zi­pli­näre Forschungsdisziplin
Beim zwei­ten ÖAW-Pro­jekt geht es um das Thema, dass ein gro­ßer Teil der Welt­be­völ­ke­rung immer noch in tra­di­tio­nel­len Bau­for­men lebt und diese auf ein brei­tes Spek­trum an loka­len, öko­lo­gisch nach­hal­ti­gen Mate­ri­al­res­sour­cen zurück­greift. Sie haben sich den unter­schied­li­chen kli­ma­ti­schen und geo­lo­gi­schen Bedin­gun­gen ange­passt. Wie aber diese loka­len Bau­ar­ten durch die Kli­ma­krise ver­än­dert und wel­che tech­ni­schen Anpas­sun­gen durch sozio­öko­no­mi­schen Wan­del, Bevöl­ke­rungs­wachs­tum und Glo­ba­li­sie­rung vor­ge­nom­men wer­den, daran forscht Hubert Feiglstorfer.

Mit­hilfe unter­schied­li­cher Dis­zi­pli­nen wie Archi­tek­tur, Inge­nieur­we­sen, Umwelt­na­tur­wis­sen­schaf­ten und Sozio­lo­gie wird er zwei Regio­nen in Eura­sien erfor­schen, die lokale Gebäu­de­tech­no­lo­gien ver­wen­den, und damit mate­ri­elle und imma­te­ri­elle Aspekte des Hand­werks in ihrem jewei­li­gen Kon­text zusam­men­füh­ren. Mit den neuen Grants erhöht sich die Anzahl der seit 2007 an ÖAW-For­sche­rIn­nen ver­ge­be­nen Preise Anga­ben zufolge auf 73 ERC Grants und 7 Proof of Con­cept Grants. Die ÖAW war zudem an wei­te­ren 18 ERC Grants beteiligt.

Autor: red/cc
14.02.2023

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