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Men­schen­leere Fabri­ken und auto­ma­ten­ma­schi­nen­volle Hallen

Die Digi­ta­li­sie­rung soll das Wohl­stands­ni­veau Öster­reichs gefähr­den, so eine (nicht reprä­sen­ta­tive) Befra­gung von 100 öster­rei­chi­schen Indus­trie­be­trie­ben durch ein Indus­trie-Bera­tungs­un­ter­neh­men und ein Industrie-Medium.

Um das Wohl­stands­ni­veau in Öster­reich zu erhal­ten, muss bis zum Jahr 2040 rund 30 Pro­zent der Wirt­schafts­leis­tung mit neuen Pro­duk­ten, Dienst­leis­tun­gen und Geschäfts­mo­del­len erwirt­schaf­tet wer­den. Denn die Digi­ta­li­sie­rung gefährde mehr als 40 Pro­zent der Arbeits­plätze in der Indus­trie und den indus­trie­ori­en­tier­ten Dienstleistungen.
„Digi­ta­li­sie­rung ist der größte Ent­wick­lungs­schub für die Indus­trie seit der indus­tri­el­len Revo­lu­tion. Dafür müs­sen aber Unter­neh­men, Poli­tik und Wis­sen­schaft aktiv den not­wen­di­gen Umbau der öster­rei­chi­schen Wirt­schaft ein­lei­ten und vor­an­trei­ben“, sagt Flo­rian Has­lauer, Part­ner bei A.T. Kear­ney Österreich.
„Öster­reich ist nach wie vor ein Indus­trie­land. Diese Bran­chen sind somit ganz wesent­li­che Trei­ber für den Wohl­stand“, erklärt Has­lauer, Autor der Stu­die „Wert­schöp­fung 4.0 – Öster­reichs Indus­trie in der Zukunft“. Für die Stu­die befragte A.T. Kear­ney in Zusam­men­ar­beit mit dem Indus­trie­ma­ga­zin 100 öster­rei­chi­sche Industrieunternehmen.
„Men­schen­leere Fabri­ken rücken näher“, sagt Co-Autor Achim Kau­cic. Von den 1,8 Mil­lio­nen Arbeits­plät­zen sind über 750.000 gefähr­det. Abge­se­hen von der Indus­trie sind auch Jobs in indus­trie­un­ab­hän­gi­gen Dienst­leis­tungs­sek­to­ren durch Auto­ma­ti­sie­rung bedroht. Ins­ge­samt sind 44 Pro­zent aller öster­rei­chi­schen Arbeits­plätze betroffen.

Nach­hol­be­darf
Nach­hol­be­darf besteht für die hei­mi­schen Indus­trie­be­triebe vor allem beim Thema Inno­va­tion. Diese Situa­tion spie­gelt sich bei­spiels­weise in einer nied­ri­gen Anzahl an Patent­an­mel­dun­gen, dem beschei­de­nen Abschnei­den der hei­mi­schen Uni­ver­si­tä­ten im inter­na­tio­na­len Ver­gleich, dem Feh­len von Absol­ven­ten tech­ni­scher Stu­di­en­rich­tun­gen und den immer noch schwie­ri­gen Rah­men­be­din­gun­gen für Start-Ups wieder.
A.T. Kear­ney geht davon aus, dass der Weg­fall von Arbeits­plät­zen auf­grund der Auto­ma­ti­sie­rung durch drei Aspekte auf­ge­fan­gen wer­den kann. Einer­seits wer­den neue Arbeits­plätze im Sozial-Bereich, in Bil­dung und Soft­ware­ent­wick­lung ent­ste­hen. Ander­seits wird ein Teil des Ent­falls durch die Ver­kür­zung der durch­schnitt­li­chen Jah­res­ar­beits­zeit, durch den Aus­bau von Teil­zeit, Bil­dungs­ur­lau­ben und Aus­zei­ten erfol­gen. Die wei­tere Ver­bes­se­rung der Pro­duk­ti­vi­tät erhält oder stei­gert sogar die Wert­schöp­fung pro Arbeits­stunde. Der dritte und wich­tigste Aspekt ist die Ent­wick­lung von neuen Pro­duk­ten, Dienst­leis­tun­gen und Geschäftsmodellen.

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Autor: red/stem/czaak
16.11.2016

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