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© Pexels.com/Shivam Tyagi

Mikro­plas­tik in Seen und Wassertieren

Selbst Koh­len­stoff der für Men­schen wich­ti­gen Omega‑3 Fett­säu­ren kann ursprüng­lich aus Mikro­plas­tik stam­men, so Ergeb­nisse einer inter­na­tio­na­len For­scher­gruppe rund um den Was­ser­Clus­ter Lunz der Donau Uni Krems.

Teile von Mikro­plas­tik kön­nen neben den oft berich­te­ten toxi­schen Wir­kun­gen auch als Bau­steine für Zell­mem­bra­nen von Was­ser­tie­ren ver­wen­det wer­den. Selbst der Koh­len­stoff der für den Men­schen so wich­ti­gen Omega‑3 Fett­säu­ren kann ursprüng­lich aus Mikro­plas­tik stam­men. Das sind die zen­tra­len Erkennt­nisse inter­na­tio­na­ler Wis­sen­schaft­ler unter Betei­li­gung der For­schungs­gruppe LIP­TOX der Donau-Uni­ver­si­tät Krems am Was­ser­Clus­ter Lunz. Die Ergeb­nisse wur­den aktu­ell auch in den renom­mier­ten Nature Sci­en­ti­fic Reports veröffentlicht.

440 Mil­lio­nen Ton­nen Plas­tik pro Jahr
Pro Jahr wer­den welt­weit über 440 Mil­lio­nen Ton­nen Plas­tik pro­du­ziert, davon lan­det viel in den Mee­ren, aber auch Seen, Flüs­sen und Bächen. In einer neuen Stu­die von For­schern aus Finn­land und der nie­der­ös­ter­rei­chi­schen For­schungs­gruppe wurde nun fest­ge­stellt, dass Teile des Mikro­plas­tiks als Bau­steine für Zell­mem­bra­nen von Was­ser­tie­ren ver­wen­det wer­den können. 

Die For­scher ver­wen­de­ten Mikro­plas­tik (Anm. mit sta­bi­len Koh­len­stoff-Iso­to­pen mar­kier­tes 13C-Poly­ethy­len) und lie­ßen dies erst von in Seen natür­lich vor­kom­men­den Bak­te­rien zer­set­zen. Die Bak­te­rien nah­men Teile des Mikro­plas­tiks auf und wur­den folg­lich von soge­nann­ten mixo­tro­phen Algen (Anm. Algen mit Bak­te­rien als Nah­rung) aufgenommen. 

Schnel­le­res Algenwachstum
Diese Algen syn­the­ti­sier­ten aus den das Poly­ethy­len ent­hal­te­nen Bak­te­rien essen­ti­elle Omega‑3 Fett­säu­ren, die wich­tige Bau­steine von Zell­mem­bra­nen sind. Diese Algen wuch­sen sogar schnel­ler durch die Auf­nah­men von Bak­te­rien als in ihrem auto­tro­phen Modus (Anm. Pho­to­syn­these). In wei­te­rer Folge wur­den diese Algen an Was­ser­flöhe (Daph­nia magna) ver­füt­tert und danach deren Fett­säu­ren der Zell­mem­bra­nen untersucht. 

Unter Ver­wen­dung eines moder­nen Iso­to­pen-Mas­sen­spek­tro­me­ters und eines Gas-Chro­ma­to­gra­phen gelang der koope­ra­ti­ven For­schungs­gruppe sodann der Nach­weis, dass Koh­len­stoff aus Mikro­plas­tik über Bak­te­rien und mixo­tro­phe Algen bis in die Was­ser­tiere gelangt und dort zur Bil­dung von Zell­mem­bra­nen bei­trägt. Diese For­schungs­er­geb­nisse zei­gen wie Mikro­plas­tik, neben den toxi­schen Wir­kun­gen, auch als Teil von Zell­bau­stei­nen ver­wen­det wer­den kann. Und : selbst der Koh­len­stoff der für den Men­schen so wich­ti­gen Omega‑3 Fett­säu­ren kann ursprüng­lich aus Mikro­plas­tik stammen. 

Autor: red/czaak
17.02.2020

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