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Mit Mode gegen Stalinismus

Ein vom Wis­sen­schafts­fonds FWF geför­der­tes Pro­jekt zeigt, wie west­li­che Mode einen Wer­te­wan­del in der sowje­ti­schen Gesell­schaft erzeugte und die Pere­stroika vorbereitete.

Mit der All­tags­kul­tur in der Sowjet­union hat sich ein kürz­lich abge­schlos­se­nes Pro­jekt an der Uni­ver­si­tät Salz­burg beschäf­tigt, das vom Wis­sen­schafts­fond unter­stützt wurde. Das zen­trale Ergeb­nis dabei: Ein­flüsse aus dem Wes­ten haben in der Sowjet­union nach Sta­lins Tod Indi­vi­dua­li­tät und Eman­zi­pa­tion geför­dert. Es habe ver­schie­dene Wege der west­li­chen Ein­fluss­nahme gege­ben, erzählt die Sla­wis­tin Eva Haus­ba­cher, die das Pro­jekt gemein­sam mit Elena Huber und Julia Har­gaß­ner durch­führte: „Rus­si­sche Dele­ga­tio­nen, die Mes­sen und Aus­stel­lun­gen im Aus­land besuch­ten, waren der offi­zi­elle Weg, ebenso wie die Ober­schicht, die Rei­sen durfte. Auch der Aus­tausch inner­halb der Satel­li­ten­län­der spielte eine wich­tige Rolle.“ 

Hybride Mode
West­li­che Mode­strö­mun­gen seien jedoch nicht bloß nach­ge­ahmt wor­den, betont Haus­ba­cher: „Es kam viel­mehr zu einer Hybri­di­sie­rung mit sowje­ti­schen Vor­stel­lun­gen von Stil und Geschmack.“ Die For­schungs­ar­bei­ten wur­den in zwei Teil­pro­jek­ten durch­ge­führt: „Klei­der­spra­che im künst­le­ri­schen Text“ unter­suchte das Thema anhand lite­ra­ri­scher Texte und Filme. Das Pro­jekt „Maß­ge­schnei­derte Model­lie­rung des Selbst“ wid­mete sich der Ana­ly­sen von Mode- und Frau­en­zeit­schrif­ten, Rat­ge­ber­li­te­ra­tur und theo­re­ti­schen Arbei­ten zum Thema Mode und Konsum. 

Autor: red
22.09.2017

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