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© Joanne Adela Low

Mobile Covid-Appli­ka­tion gegen die Angst

Med Uni Inns­bruck ent­wi­ckelt Video-Platt­form und nun auch App für psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Unter­stüt­zung bei pan­de­mie­be­ding­ten Belastungen. 

Depres­sio­nen, Angst­stö­run­gen oder Long-Covid : Die Pan­de­mie hin­ter­lässt mit­un­ter tiefe Spu­ren in der Psy­che vie­ler Men­schen. Plätze für unter­stüt­zende Psy­cho­the­ra­pie sind rar und so hat die Univ.-Klinik für Psych­ia­trie II an der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Inns­bruck schon früh eine unter­stüt­zende Video-Platt­form geschaf­fen. Nun gibt es auch die erste der­ar­tige mobile Appli­ka­tion in Öster­reich dazu.

Die Help@Covid App bie­tet eine Reihe von Videos zu The­men­be­rei­chen wie „Ängste und Sor­gen“, „Tages­struk­tur“, „Feh­ler und Schuld“. Mit wei­te­ren Anwen­dun­gen kön­nen Nut­ze­rIn­nen ihren Zustand selbst ein­schät­zen, den Ver­lauf ihrer Belas­tung beob­ach­ten und dabei auch eigene Eva­lu­ie­run­gen zu den Sym­pto­men zu ermit­teln. Im Anschluss erhält man eine auto­ma­ti­sierte Rück­mel­dung, die dabei hilft, sich selbst ein­zu­schät­zen und etwa die Not­wen­dig­keit einer the­ra­peu­ti­schen Hilfe zu prüfen.

Die lang­fris­ti­gen Fol­gen der Corona-Pandemie
Die Aus­wer­tung der Fra­ge­bö­gen kann nun auch gespei­chert wer­den, Nut­zer erhal­ten einen Über­blick über den Ver­lauf der Belas­tun­gen. „In Kli­ni­ken und im nie­der­ge­las­se­nen Bereich kön­nen Pati­en­tIn­nen die Ergeb­nisse ihrer Fra­ge­bö­ge­n­eva­lu­ie­run­gen ein­brin­gen und bei Bedarf bespre­chen. Dadurch kön­nen The­ra­peu­tIn­nen geziel­ter auf den Krank­heits­ver­lauf ein­ge­hen und gege­be­nen­falls Risi­ko­fak­to­ren frü­her erken­nen“, sagt Mátyás Gálffy, Assis­tenz­arzt an der Univ.-Klinik für Psych­ia­trie II und einer der Mit­be­grün­der des Projekts.

Wich­tig ist den Machern, dass die App keine Dia­gnose erstellt und bei Gefähr­dun­gen dann kon­krete Hilfs­an­ge­bote und Kon­takt­adres­sen über­mit­telt. Ana­ly­sen der bis­he­ri­gen Daten zei­gen, dass vor allem Frauen unter 35 Jah­ren und ohne psy­chi­sche Vor­er­kran­kun­gen auf das Ange­bot anspre­chen. Wei­tere Aus­wer­tun­gen bele­gen, dass pri­mär Per­so­nen, die bereits vor ihrer Corona-Erkran­kung unter Angst­stö­run­gen oder Depres­sio­nen lit­ten, mit der Infek­tion noch stär­kere und län­gere psy­chi­sche Sym­ptome zei­gen. Eine zuneh­mende Her­aus­for­de­rung sehen die Exper­tIn­nen auch in der Bewäl­ti­gung der lang­fris­ti­gen Fol­gen der Corona-Pandemie.

Die psy­chi­sche Gesund­heit der TirolerInnen
Die Medi­zi­ni­sche Uni­ver­si­tät Inns­bruck mit ihren rund 2.100 Mit­ar­bei­tern und 3.300 Stu­die­ren­den ist gemein­sam mit der Uni­ver­si­tät Inns­bruck die größte Bil­dungs- und For­schungs­ein­rich­tung in West­ös­ter­reich. Im Rah­men der Pan­de­mie wurde die Ent­wick­lung der psy­chi­schen Gesund­heit der Tiro­le­rIn­nen in den ver­gan­ge­nen Mona­ten erforscht (eco­nomy berich­tete). Als ent­spre­chende Exper­tIn­nen betreuen Bar­bara Sper­ner-Unter­we­ger (Direk­to­rin, Univ.-Klinik für Psych­ia­trie II), Mátyás Gálffy (Assis­tenz­arzt für Psych­ia­trie und psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Medi­zin an der Angst­am­bu­lanz, Univ.-Klinik für Psych­ia­trie II) und Bern­hard Holz­ner (Lei­ter der „Health Out­co­mes Rese­arch Unit“; Univ.-Klinik für Psych­ia­trie II) das Projekt.

Die auch inter­na­tio­nal renom­mierte Med Uni Inns­bruck ist zudem in zahl­rei­che län­der­über­grei­fende Bil­dungs- und For­schungs­pro­gramme ein­ge­bun­den. Die gene­rel­len Schwer­punkte in der For­schung lie­gen in den Berei­chen Onko­lo­gie, Neu­ro­wis­sen­schaf­ten, Gene­tik, Epi­ge­ne­tik und Geno­mik sowie Infek­tio­lo­gie, Immu­no­lo­gie & Organ- und Gewebeersatz.

Autor: red/mich
25.11.2021

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