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Nach­hal­tig grü­ner Strom

Sie­mens Energy Aus­tria lie­fert ers­ten „grü­nen“ Trafo an Ener­gie Stei­er­mark. Kom­plett neu ent­wi­ckel­ter Regel­trans­for­ma­tor arbei­tet mit natür­li­chem Ester anstatt Mine­ralöl und ver­eint Öko­lo­gie, Öko­no­mie und Sicherheit.

Das Trans­for­ma­to­ren­werk von Sie­mens in Linz hat die Lie­fe­rung eines Trans­for­ma­tors (Anm. 11221 kV ; 3240 MVA) für die Ener­gie­netze Stei­er­mark beim Umspann­werk Graz Süd erfolg­reich abge­schlos­sen. Der von Sie­mens kom­plett neu ent­wi­ckelte Regel­trans­for­ma­tor arbei­tet mit natür­li­chem Ester und nicht mit Mine­ralöl. Ester als Iso­lier­flüs­sig­keit ist bio­lo­gisch abbau­bar und hat einen höhe­ren Brenn­punkt als her­kömm­li­che Mine­ral­öle, was zusätz­lich auch die Gefahr eines Bran­des erheb­lich reduziert. 

Ester ist eine nach­hal­tige, natür­li­che Res­source, die hier zur Umwelt­ver­träg­lich­keit in der Ener­gie­ver­sor­gung bei­trägt und eine che­mi­sche Ver­bin­dung aus der Reak­tion von Säure und Alko­hol (oder Phe­nol) unter Abspal­tung von Was­ser. Es gibt Ester von orga­ni­schen Säu­ren wie Car­bon- oder Essig­säu­ren und von anor­ga­ni­schen Säu­ren wie Schwe­fel- oder Koh­le­säu­ren. „Wir sind hier den inno­va­ti­ven und umwelt­freund­li­chen Weg mit dem Kun­den gegan­gen und haben den ers­ten „grü­nen Trans­for­ma­tor“ für Öster­reich gefer­tigt“, so Ronald Schmid, Geschäfts­füh­rer des Sie­mens Energy Aus­tria Trans­for­ma­to­ren­werks in Linz. 

Erhöhte Anfor­de­run­gen für Leistungstransformatoren
„Der stei­gende Strom­ver­brauch, der Anteil erneu­er­ba­rer Ener­gien und die Sicher­stel­lung einer nach­hal­ti­gen und unter­bre­chungs­freien Ener­gie­ver­sor­gung stellt uns Netz­be­trei­ber vor neue Her­aus­for­de­run­gen“, erläu­tert Rupert Wangg, tech­ni­scher Pro­jekt­lei­ter Trans­for­ma­to­ren Ener­gie­netze Stei­er­mark. „Die Anfor­de­run­gen für Leis­tungs­trans­for­ma­to­ren haben sich in den letz­ten Jah­ren erhöht : in der Betriebs­si­cher­heit, aber auch was Geräusch und Umwelt­schutz anbe­langt. Mit die­sem Trafo konn­ten wir gemein­sam mit Sie­mens Energy Aus­tria diese Anfor­de­run­gen lösen“, betont Wangg. 

Ester kön­nen aber auch grö­ßere Men­gen an Was­ser auf­neh­men als Mine­ral­öle und auch das ist bei der Iso­la­tion von Trans­for­ma­to­ren rele­vant. Der dort ver­wen­de­ten Zel­lu­lose kann dadurch Feuch­tig­keit ent­zo­gen wer­den und das erhöht wie­derum die Lebens­dauer des Trans­for­ma­tors. „Eine beson­dere Her­aus­for­de­rung war das Design für die anspruchs­vol­len Anfor­de­run­gen die­ser Iso­lier­flüs­sig­keit. Durch die lange Erfah­rung mit alter­na­ti­ven Iso­lier­flüs­sig­kei­ten konnte in Zusam­men­ar­beit mit dem Kun­den eine opti­male Lösung gefun­den wer­den“, erklärt Schmid. „Mit natür­li­chem Ester haben wir einen bio­lo­gisch-abbau­ba­ren, rege­ne­ra­ti­ven Iso­lier­stoff, der zudem die Betriebs­si­cher­heit und Lebens­dauer eines Trans­for­ma­tors erhöht.“

Das Sie­mens Trans­for­ma­to­ren­werk in Linz
Das Trans­for­ma­to­ren­werk von Sie­mens in Linz kann auf 100 Jahre wech­sel­volle Geschichte zurück­bli­cken. Heute nimmt der kon­ti­nu­ier­lich an Inno­va­tion aus­ge­rich­tete Pro­duk­ti­ons­stand­ort eine Vor­rei­ter­rolle am Welt­markt ein, die sich in einer Export­quote von über 80 Pro­zent nie­der­schlägt. Rund 300 Mit­ar­bei­te­rIn­nen und Lehr­linge ent­wi­ckeln und fer­ti­gen Trans­for­ma­to­ren für eine sichere Strom­ver­sor­gung. Pro Jahr wer­den rund 100 Leis­tungs­trans­for­ma­to­ren, Pha­sen­schie­ber und Kom­pen­sa­ti­ons­dros­seln hergestellt.

Um die tech­no­lo­gi­sche Vor­rei­ter­rolle des Stand­orts wei­ter aus­zu­bauen, wurde in den letz­ten Jah­ren in Erwei­te­run­gen der Fer­ti­gungs­stät­ten wie auch in Prüf­tech­no­lo­gie und Maschi­ne­rie des Werks mas­siv inves­tiert, erwäh­nens­wert etwa ein 1.800 m² (!) gro­ßer Ver­la­de­tun­nel und ein neuer Wick­lungs­trock­nungs­ofen. Der Sie­mens-Energy-Stand­ort bin­det zudem auch 400 öster­rei­chi­sche Unter­neh­men ein, wenn das Tra­fo­werk in Linz Pro­dukte ent­wi­ckelt und fer­tig. Bei For­schung und Ent­wick­lung pas­sie­ren enge Koope­ra­tio­nen mit Part­nern aus der Wis­sen­schaft, dar­un­ter die Johan­nes-Kep­ler-Uni­ver­si­tät Linz, die FH OÖ Cam­pus Hagen­berg oder die TU-Wien. 

Autor: red/czaak
13.01.2021

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