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© Brantner/AdobeStock

Nach­hal­tige Wert­stoffe aus Abfall

Die Opti­mie­rung der Kreis­lauf­wirt­schaft ist einer der Schwer­punkte der Brant­ner-Gruppe. Der Fami­li­en­be­trieb setzt dabei nun auch auf Künst­li­che Intel­li­genz mit­tels Cloud-Com­pu­ting und grün­det eigene Digi­tal-Toch­ter. Die ent­wi­ckel­ten Lösun­gen sind auch für andere Unter­neh­men einsetzbar. 

Die Suche nach neuen Tech­no­lo­gien, um Pro­zesse im Bereich der Abfall­wirt­schaft zu per­fek­tio­nie­ren ist beim Unter­neh­men Brant­ner zen­tra­ler Geschäfts­in­halt. Der im nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Krems ansäs­sige Fami­li­en­be­trieb wurde 1936 als Trans­port­un­ter­neh­men gegrün­det und ab den 1970er Jah­ren dann um die Berei­che Ent­sor­gung und kom­mu­nale Dienst­leis­tun­gen erwei­tert. 2004 folgt der Erwerb der NUA Abfall­wirt­schaft vom Land Nie­der­ös­ter­reich und sodann die Grün­dung zahl­rei­cher inter­na­tio­na­ler Nie­der­las­sun­gen sowie neue Geschäfts­be­rei­che rund um das Thema Logistik. 

Die digi­tale Trans­for­ma­tion eines klas­si­schen Industriebetriebes
Aktu­ell wird die Brant­ner-Gruppe nun in drit­ter Gene­ra­tion von Bernd Brant­ner gelei­tet und die The­men Digi­ta­li­sie­rung und Inno­va­tion for­ciert. Dazu gehö­ren neue Ent­wick­lun­gen etwa bei der Schla­cken­auf­be­rei­tung, Plug-In Hybrid­fahr­zeuge in der Press­müll­ent­sor­gung oder intel­li­gente Wasch­müll­wä­gen. Zuletzt wurde das Seg­ment „Digi­tal Solu­ti­ons“ als stra­te­gi­scher Fach­be­reich und eige­nes Unter­neh­men geschaf­fen und hier spie­len nun auch die The­men Künst­li­che Intel­li­genz und Cloud-Com­pu­ting eine zen­trale Rolle.

Der Stör­stoff­scan­ner
Ein Bei­spiel für eine sol­che Anwen­dung in der Pra­xis ist das Pro­jekt des soge­nann­ten „Stör­stoff­scan­ner“. Hier wird die Zusam­men­set­zung der Stoffe einer Bio­tonne bereits wäh­rend der Ent­lee­rung in einen Press­wa­gen voll­au­to­ma­tisch bestimmt. Für die Inte­gra­tion die­ser Stoff­ana­lyse steht ein viel­fäl­ti­ges Modul­sys­tem zur Ver­fü­gung. Das erstreckt sich von der qua­li­ta­ti­ven Bestim­mung der Inhalts­stoffe ein­zel­ner Schüt­tun­gen bis hin zu kom­ple­xen Bewer­tun­gen einer gan­zen Tour. Wäh­rend all die­ser Vor­gänge wird ein brei­tes Spek­trum an Daten erhoben. 

Öko­lo­gie plus Öko­no­mie für neue Wertschöpfung
„Ziel die­ser ermit­teln­den Pro­zesse ist die opti­male Ver­wer­tung der vor­han­de­nen Wert­stoffe und ent­spre­chende Erkennt­nisse zur Opti­mie­rung der Trenn­güte. Final erfolgt mit die­ser exak­ten Dif­fe­ren­zie­rung und umfang­rei­chen Wei­ter­ver­ar­bei­tung des soge­nann­ten Abfalls zu neuen Wert­stof­fen eine nach­hal­tige Opti­mie­rung der Kreis­lauf­wirt­schaft“, erklärt Chris­toph Pasching, Lei­ter Busi­ness Deve­lo­p­ment bei Brantner.

Von Qua­li­täts­si­che­rung bis zur Prozesssteuerung
Diese auf Künst­li­cher Intel­li­genz basie­rende Anwen­dung ist auch für wei­tere Ein­satz­ge­biete kon­zi­piert. Das Spek­trum reicht von Qua­li­täts­si­che­rung über Pro­zess­über­wa­chung bis hin zur Steue­rung diver­ser Pro­zesse in indus­tri­el­len Pro­duk­ti­ons­be­rei­chen. „Über­all dort, wo Sehen, Hören und Ver­ste­hen rele­vant ist, kann unsere KI einen wert­vol­len Bei­trag leis­ten, um zeit­in­ten­sive Tätig­kei­ten zu auto­ma­ti­sie­ren und mit der gestei­ger­ten Effi­zi­enz neue Qua­li­täts­le­vel zu rea­li­sie­ren oder frei wer­dende Res­sour­cen für neue Wert­schöp­fung“, skiz­ziert Pasching.

KI as a Service
Mit dem neuen Toch­ter­un­ter­neh­men „Digi­tal Solu­ti­ons“ will Bran­ter nun das vor­han­dene Fach­wis­sen aus bereits umge­setz­ten KI-Pro­jek­ten auch ande­ren Unter­neh­men ver­mit­teln. „Es geht um Ein­satz bzw. Nut­zung von künst­li­cher Intel­li­genz über eine inte­grierte Cloud-Lösung. Für unsere Kun­den bedeu­tet die­ses KI as a Ser­vice den Zugriff auf welt­weite Spit­zen­tech­no­lo­gie über ein öster­rei­chi­sches Unter­neh­men. Die ste­tige Wei­ter­ent­wick­lung des Ange­bots sichert uns hier einen tech­no­lo­gi­schen Vor­sprung“, unter­streicht Chris­toph Pasching, der nun auch Geschäfts­füh­rer der neuen Brant­ner Digi­tal Solu­ti­ons GmbH ist.

Damit Bio bio bleibt
Diese brei­ter ein­setz­ba­ren Anwen­dun­gen sol­len dem neuen Fir­men­zweig Brant­ner Digi­tal Solu­ti­ons nun auch Auf­träge von ande­ren Indus­trie­be­rei­chen brin­gen. Mit der Lösung Haw­keye (Anm. Fal­ken­auge) gibt es eine Vor­zei­ge­an­wen­dung, die letz­tes Jahr einen Inno­va­ti­ons­preis erhielt. In Koope­ra­tion mit dem Phy­si­ker Rene Heinzl wurde hier in der fir­men­ei­ge­nen Sor­tier­an­lage eine KI-Anwen­dung spe­zi­ell für die auto­ma­ti­sche Erken­nung von Bio­ab­fäl­len in LKWs und von Plas­tik-Frak­tio­nen ent­wi­ckelt, wo etwa Stör­stoffe wie Metall­do­sen auto­ma­tisch her­aus­ge­fil­tert wer­den und Bio bio bleibt. 

Markt­fä­hi­ges Pro­dukt für andere Industriebetriebe
„Die Erken­nungs­ra­ten im Pro­jekt Haw­keye über­tra­fen die Erwar­tun­gen bei wei­tem und die Lösung über­zeugt auch in ande­ren Indus­trie­be­rei­chen. Das war der Nukleus für die Grün­dung der Brant­ner Digi­tal Solu­ti­ons“, sagt Chris­toph Pasching. Für diese neue fir­men­ei­gene Brant­ner-KI konnte bereits das zweite Patent in der Fir­men­ge­schichte gene­riert wer­den. „Damit gibt es ein markt­fä­hi­ges Pro­dukt. Brant­ner ist die ein­zige Firma mit einer Lösung für nach­hal­ti­gere Abfall­wirt­schaft, wo der kom­plette Kreis­lauf aus Pro­duk­tion, Ver­wer­tung und Ent­sor­gung bear­bei­tet wird“, betont Pasching.

Von Sen­so­rik über Robo­tik bis Telematik
Vor der Ent­ste­hung des fir­men­in­ter­nen Pro­jekts Haw­keye strebte Brant­ner Koope­ra­tio­nen mit exter­nen Fir­men an, die die ange­strebte Moder­ni­sie­rung im Bereich Abfall­wirt­schaft ermög­li­chen soll­ten. „Im Test waren Pro­to­ty­pen wie Pro­dukte zu kom­plex in der Anwen­dung und auch die Qua­li­tät über­zeugte nicht. Und so haben wir dann ange­fan­gen, eine neue, eigene Lösung zu ent­wi­ckeln“, so Chris­toph Pasching zur Genese des digi­ta­len Inno­va­ti­ons­trans­fers, wo auch die The­men Sen­so­rik (zB. Frost­wäch­ter im Wein­bau), Robo­tik (zB. Müll-/Lo­gis­tik-Robo­ter) und Tele­ma­tik (zB. Rou­ten­pla­nung) inklu­diert sind. 

Weg­wei­sende Tech­no­lo­gien für die Zukunft
Final ent­stand die neue eigene KI-Lösung in Koope­ra­tion mit Rene Heinzl. Der pro­mo­vierte Tech­ni­ker und inter­na­tio­nal erfah­rene Soft­ware-Ent­wick­ler mit Schwer­punkt auf betrieb­li­che Pro­zess­op­ti­mie­rung prä­sen­tierte KI-Anwen­dun­gen bei einem Stra­te­gie-Mee­ting von Brant­ner. Es folgte die gemein­same Ent­wick­lung ers­ter Pro­to­ty­pen und dar­aus ent­stand das Pro­jekt Haw­keye. „Diese Tech­no­lo­gien wer­den künf­tig weg­wei­send für Brant­ner wie auch für andere Indus­trie­be­rei­che sein und sowohl in Öster­reich als auch im Aus­land für eine grü­nere Zukunft sor­gen“, unter­streicht Rene Heinzl gegen­über eco­nomy.

Autor: red/czaak
08.02.2022

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