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Natur­be­zo­ge­ner Forschergeist

Raus aus dem Klas­sen­zim­mer – rein in den Wald. So lau­tet die Devise am Gym­na­sium Sacré Cœur im nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Press­baum. Das For­schungs­pro­jekt der Schü­ler befasst sich mit Kli­ma­wan­del und Vogelwelt.

Ist der Kli­ma­wan­del tat­säch­lich eine unver­meid­bare Tat­sa­che ? Was wird pas­sie­ren, wenn der Mee­res­spie­gel ansteigt ? Kön­nen wir, oder Lebe­we­sen um uns herum, von der pro­gnos­ti­zier­ten Erwär­mung pro­fi­tie­ren ? Wie geht es dabei Vogel­ar­ten in unse­rer nähe­ren Umge­bung – zum Bei­spiel im Wie­ner­wald ? Die­sen Fra­gen wollte eine Klasse des Gym­na­si­ums Sacré Cœur Press­baum selbst nach­ge­hen. Das „Spar­k­ling Science“-Projekt „Kli­ma­wan­del : Aus­wir­kun­gen auf unsere Vogel­welt“ war­tet mit opti­ma­len Vor­aus­set­zun­gen auf : Vor den Toren der Schule liegt ein rie­si­ger Buchen-Eichen-Mischwald.
Gelei­tet wird das Vor­ha­ben, an dem sich neben den Schü­lern auch eine Viel­zahl von Leh­rern betei­ligt, von Her­bert Hoi, sei­nes Zei­chens Vize­di­rek­tor des Kon­rad-Lorenz-Insti­tuts für Ver­glei­chende Ver­hal­tens­for­schung : „Ein Haupt­ziel die­ses For­schungs­pro­jek­tes ist, neben den For­schungs­er­geb­nis­sen, die Sen­si­bi­li­sie­rung der Schü­ler für die­ses Thema und durch deren Ein­bin­dung als Jung­wis­sen­schaft­ler auch eine Kompetenzförderung.“

Unter­richt im Wald
Im ver­gan­ge­nen Schul­jahr ging es los : Die elf bis 13 Jahre alten Schü­ler und Schü­le­rin­nen haben 200 Nist­käs­ten gebas­telt und diese dann in den umlie­gen­den Wald­ge­bie­ten instal­liert. Par­al­lel dazu wurde eine Wet­ter­sta­tion der ZAMG im Schul­gar­ten errich­tet. Hoi : „Das sind die zwei wich­tigs­ten Grund­la­gen, um Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels auf die hei­mi­sche Wald­vo­gel­fauna zu unter­su­chen.“ Aus­ge­stat­tet mit Feld­ste­chern, haben rund 100 Schü­ler mit Begeis­te­rung die not­wen­di­gen Ver­hal­tens­be­ob­ach­tun­gen an den Nist­käs­ten durch­ge­führt und mit Insek­ten­net­zen das Nah­rungs­an­ge­bot für die Vögel bestimmt. „Über 40 Pro­zent der Brut­käs­ten waren bereits in der ers­ten Brut­sai­son besetzt. Ein ers­tes, bereits ein­zig­ar­ti­ges Ergeb­nis für die Vogel­for­schung war die Ent­de­ckung der wahr­schein­lich dich­tes­ten Popula­tion von Sumpf­mei­sen, latei­nisch Poe­cile palus­tris, die je beob­ach­tet wurde“, freut sich Hoi über den wis­sen­schaft­li­chen Erfolg, denn schließ­lich gilt : „Wir machen hier qua­li­ta­tiv hoch­wer­tige wis­sen­schaft­li­che For­schung. Die Mit­ar­beit der Schü­ler stellt keine Ein­schrän­kung, son­dern im Gegen­teil eine große Hilfe für die­ses Pro­jekt dar. Die Daten wer­den ver­öf­fent­licht und in inter­na­tio­na­len Fach­zeit­schrif­ten publi­ziert.“ Das Pro­jekt wird in die­sem Schul­jahr fort­ge­setzt. Heuer wer­den dabei auch erst­mals die Mathe­ma­tik­pro­fes­so­ren und ‑pro­fes­so­rin­nen der Schule aktiv mit­ein­ge­bun­den. Ihnen obliegt das Aus­wer­ten und Dar­stel­len der Daten, die von den Schü­lern kon­ti­nu­ier­lich erho­ben und pro­to­kol­liert werden.

Autor:
25.09.2009

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