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© pexels/Tima Miroshnichenko

Neue Erkennt­nisse bei Tumortherapie

Eine neue Stu­die am Nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Med­Aus­tron belegt geringe Häu­fig­keit strah­lungs­be­ding­ter Kon­trast­ver­stär­kung im gesun­den Gewebe. Kli­ni­scher Ver­lauf meist unauffällig.

Die Häu­fig­keit von strah­lungs­in­du­zier­ter Kon­trast­ver­stär­kung im gesun­den Gewebe nach Pro­to­nen­strahl-The­ra­pie von Tumo­ren im Bereich des Zen­tral­ner­ven­sys­tems (ZNS) ist gering. Das ist ein rele­van­tes Ergeb­nis einer Stu­die am Med­Aus­tron, dem Zen­trum für Ionen­the­ra­pie in Wie­ner Neu­stadt (NÖ) und par­al­lel auch Lehr- und For­schungs­stand­ort der eben­falls in Nie­der­ös­ter­reich ansäs­si­gen Karl Land­stei­ner Pri­vat­uni­ver­si­tät für Gesund­heits­wis­sen­schaf­ten. Unter­sucht wur­den die Neben­wir­kun­gen durch Behand­lun­gen von Tumo­ren im ZNS oder nahe der Schädelbasis. 

Letz­tak­tu­elle Inno­va­tion am Nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Med Austron
Die aktu­ell publi­zier­ten Ergeb­nisse zei­gen auch, dass der kli­ni­sche Ver­lauf die­ser Ver­än­de­rung meis­tens unauf­fäl­lig ist und die Lebens­qua­li­tät Betrof­fe­ner nicht beein­träch­tigt. Unter­sucht wurde darin das Auf­tre­ten und der Ver­lauf einer als Radia­tion-Indu­ced Con­trast Enhance­ment bezeich­ne­ten Auf­fäl­lig­keit in der Nähe der bestrahl­ten Tumo­ren. Die Stu­die umfasste dabei 421 Pati­en­ten, die inner­halb eines Zeit­raums von 4 Jah­ren the­ra­piert wurden.

In der Krebs­be­hand­lung ist die Par­ti­kel­the­ra­pie der neu­este Stand der Tech­nik. Dabei wer­den gela­dene Teil­chen wie Pro­to­nen (oder Koh­len­stof­fio­nen) mit hoher Ener­gie auf die Tumore gerich­tet, um diese zu zer­stö­ren. Ein gro­ßer Vor­teil die­ser The­ra­pie­form ist, dass die Teil­chen­strah­len an einer bestimm­ten Stelle im Gewebe gestoppt wer­den kön­nen, wodurch die Belas­tung des gesun­den Gewe­bes ver­rin­gert wird. 

Fokus auf Tumo­ren des ZNS oder in der Nähe der Schädelbasis
Zu bekann­ten Wir­kun­gen auf das umlie­gende Gewebe gehört eine als RICE (Radia­tion-Indu­ced Con­trast Enhance­ment) bezeich­nete Abwei­chung, die in bild­ge­ben­den Ver­fah­ren einen star­ken Kon­trast zeigt. Wie häu­fig, wann, mit wel­chem Ver­lauf und mit wel­chen Aus­wir­kun­gen auf die Lebens­qua­li­tät diese Ver­än­de­run­gen auf­tre­ten, wurde nun in einer Stu­die am Med­Aus­tron unter­sucht. Der Fokus lag dabei auf der Behand­lung von Tumo­ren des ZNS oder in der Nähe der Schädelbasis.

„Zusam­men­ge­fasst zeigt sich, dass die Gesamt­häu­fig­keit von RICE mit 15 Pro­zent gering und die Ver­läufe in den meis­ten Fäl­len sym­ptom­los waren. Wei­ter­füh­rende Stu­dien zeig­ten auch, dass Betrof­fene keine Beein­träch­ti­gung der Lebens­qua­li­tät durch RICE erfuh­ren“, erläu­tert Carola Lüt­gen­dorf-Cau­cig, Kli­ni­sche Direk­to­rin Radio­on­ko­lo­gie sowie Direk­to­rin für Päd­ia­tri­sche und ZNS-Par­ti­kel­the­ra­pie am Med­Aus­tron. Ein wei­te­res Ergeb­nis der Stu­die war, dass der mitt­lere Wert (Median) von RICE-Dauer neun Monate betrug.

Gro­ßer Umfang der Stu­die ermög­lichte auch kom­plexe sta­tis­ti­sche Auswertungen
Der große Umfang der Stu­die ermög­lichte auch kom­plexe sta­tis­ti­sche Aus­wer­tun­gen, die wei­tere Ein­bli­cke zu RICE gewähr­ten. So inter­es­sierte sich das Stu­dien-Team beson­ders für den Ein­fluss von Vor­be­hand­lun­gen oder ‑erkran­kun­gen auf das Auf­tre­ten und den Ver­lauf von RICE – eine Frage, deren Beant­wor­tung für die sorg­fäl­tige Pla­nung des Ein­sat­zes einer Pro­to­nen­strahl-Behand­lung von Wich­tig­keit ist. 

„Aus­wir­kun­gen hatte ins­be­son­dere eine vor­he­rige Strah­lungs­be­hand­lung des Tumors und dies erhöhte das Risiko eines sym­pto­ma­ti­schen Ver­laufs von RICE. Das jedoch als ein­zi­ger der unter­such­ten Fak­to­ren“, erklärt Petra Georg, Lei­te­rin der Kli­ni­schen Abtei­lung für Strah­len­the­ra­pie und Radio­on­ko­lo­gie am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Krems. Fest­ge­stellt wurde zudem, dass eine Dia­be­tes-Vor­er­kran­kung die Wahr­schein­lich­keit des Auf­tre­tens von RICE anstei­gen ließ. Fak­to­ren wie Geschlecht und Alter (u.a.) spiel­ten hin­ge­gen keine aus­schlag­ge­bende Rolle.

Bes­sere Dif­fe­ren­zie­rung der Aus­wir­kun­gen radio­lo­gi­scher Tumorbehandlungen
Die nun im Inter­na­tio­nal Jour­nal of Radia­tion Onco­logy ver­öf­fent­lichte Stu­die belegt Anga­ben zufolge die Sicher­heit einer Pro­to­nen­strahl-The­ra­pie in Bezug auf das den Tumor umge­bende Gewebe. Sie trägt auch maß­geb­lich dazu bei, die Aus­wir­kun­gen radio­lo­gi­scher Tumor­be­hand­lun­gen bes­ser zu dif­fe­ren­zie­ren. Tat­säch­lich gibt es bei die­sen Arten der Krebs­be­hand­lung ver­schie­dene Effekte auf das umlie­gende (gesunde) Gewebe, die sich in bild­ge­ben­den Ver­fah­ren kon­trast­reich darstellen. 

„Der­zeit wer­den diese in der offi­zi­el­len Ter­mi­no­lo­gie für Neben­wir­kun­gen oft­mals unter dem Begriff „Strah­lungs­ne­krose“ zusam­men­ge­fasst“, so Lüt­gen­dorf-Cau­cig. „Doch Nekro­sen sind Gewe­be­schä­den, die nicht mehr hei­len, wäh­rend die als RICE bezeich­ne­ten Gewebs­auf­fäl­lig­kei­ten rever­si­bel und, wie wir zei­gen konn­ten, oft­mals auch kli­nisch asym­pto­ma­tisch sind.“ Die Publi­ka­tion von Med­Aus­tron und KL Krems als Part­ner im NÖ For­schungs­netz­werk Onko­lo­gie soll zusam­men­fas­send die Sicher­heit der Pro­to­nen­strah­len-The­ra­pie für umlie­gen­des Gewebe belegen.

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Autor: red/czaak
19.03.2024

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