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© Piqs.de/ Eliot Ness

Neue För­der­gel­der für Nie­der­ös­ter­rei­chi­sche Forschung

Die NOe For­schungs- und Bil­dungs­ge­sell­schaft star­tet neue För­der­runde. Erst­mals gibt es die Pro­gramm­li­nie Kli­ma­wan­del und dazu den bekann­ten Sci­ence Call Dis­ser­ta­tio­nen. Das För­der­vo­lu­men beträgt in Summe zwei Mil­lio­nen Euro. Par­al­lel läuft noch bis Mitte Okto­ber der Call Digitalisierung.

Die Nie­der­ös­ter­rei­chi­sche For­schungs- und Bil­dungs­ge­sell­schaft (NFB) ist per 16. Sep­tem­ber mit der Aus­schrei­bung neuer Pro­gramm­li­nien gestar­tet. Aus­ge­hend vom Anspruch eine lebens­werte Zukunft für die kom­men­den Gene­ra­tio­nen zu schaf­fen, gibt es nun neben dem bewähr­ten Sci­ence Call Dis­ser­ta­tio­nen erst­mals auch einen FTI-Call mit Fokus auf den Kli­ma­wan­del als eine der größ­ten Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Zeit. 

„Umso wich­ti­ger ist es, das grund­le­gende Ver­ständ­nis für den Kli­ma­wan­del und die damit ein­her­ge­hen­den Mecha­nis­men und Kon­se­quen­zen durch trans­dis­zi­pli­näre For­schung zu stär­ken und einen Bei­trag zu Kli­ma­schutz und Kli­ma­wan­del­an­pas­sung zu leis­ten“, so die NFB in einer Aussendung.

Pro­jekt­an­träge aus allen FTI-Feldern
Um das Thema Kli­ma­wan­del in sei­ner gesam­ten Breite zu erfas­sen, sind Pro­jekt­an­träge aus allen FTI-The­men­fel­dern mög­lich, dar­un­ter etwa Geistes‑, Sozial- und Kul­tur­wis­sen­schaf­ten, Öko­sys­teme und Öko­sys­tem­dienst­leis­tun­gen, Was­ser, Roh­stoffe und Bio­en­er­gie, Lebens­mit­tel- und Fut­ter­mit­tel­si­cher­heit oder Nach­hal­tige Land­be­wirt­schaf­tung und Produktionsoptimierung.
Ebenso ange­spro­chen sind Medi­zin­tech­nik und medi­zi­ni­sche Bio­tech­no­lo­gie, Mate­ria­lien und Ober­flä­chen, Fer­ti­gungs- und Auto­ma­ti­sie­rungs­tech­nik sowie das Thema Daten. Pro­jekte, die sich der The­men aus inter­dis­zi­pli­nä­rer Per­spek­tive anneh­men, sind aus­drück­lich erwünscht. 

Als Ziel­gruppe ange­spro­chen sind „Nicht gewinn­ori­en­tierte nie­der­ös­ter­rei­chi­sche For­schungs- und Bil­dungs­ein­rich­tun­gen“. Die Ein­reich­frist ist mit/​ab 16. Sep­tem­ber bereits gestar­tet und läuft bis 16. Dezem­ber des heu­ri­gen Jah­res (12 Uhr). Das För­der­vo­lu­men beträgt in Summe 1,2 Mil­lio­nen Euro.

Sci­ence Call Dissertationen
Zur Unter­stüt­zung des wis­sen­schaft­li­chen Nach­wuch­ses und zur Stär­kung des wis­sen­schaft­li­chen Poten­ti­als in Nie­der­ös­ter­reich wird im Rah­men des Sci­ence Call 2019 auch heuer wie­der die Anstel­lung von hoch qua­li­fi­zier­ten Dis­ser­tan­ten im Bereich der grund­la­gen­ori­en­tier­ten For­schung geför­dert. Ins­be­son­dere im Fokus ste­hen Dis­ser­ta­tio­nen aus den The­men­fel­dern des FTI-Pro­gramms Niederösterreich. 

Um das Thema auch hier in sei­ner gesam­ten Breite zu erfas­sen, sind ebenso Pro­jekt­an­träge aus allen FTI-The­men­fel­dern mög­lich (Anm. glei­che For­schungs­be­rei­che wie o.a. bei Call Kli­ma­wan­del) und auch diese Pro­gramm­li­nie wen­det sich an „Nicht gewinn­ori­en­tierte nie­der­ös­ter­rei­chi­sche For­schungs- und Bil­dungs­ein­rich­tun­gen.“ Zudem gel­ten auch die glei­chen Ein­reich­ter­mine (16.09. bis 16.12.2019 – 12.00 Uhr). Das För­der­vo­lu­men beträgt hier in Summe 800.000 Euro. Bereits zuvor gestar­tet ist der Call Digi­ta­li­sie­rung (Volu­men von 600.000,- Euro). Hier endet die Ein­reich­frist am 15. Okto­ber 2019 (12.00 Uhr).

Die NFB mit Bar­bara Schwarz und Mar­kus Hengstschläger
„Seit Ein­füh­rung des „Sci­ence Call : Dis­ser­ta­tio­nen“ im Jahr 2016 konn­ten wir jähr­lich die Anstel­lun­gen von zahl­rei­chen hoch­qua­li­fi­zier­ten Jung­wis­sen­schaft­lern ermög­li­chen und damit einen wesent­li­chen Bei­trag zur För­de­rung des wis­sen­schaft­li­chen Nach­wuch­ses in Nie­der­ös­ter­reich leis­ten“, unter­streicht Mar­kus Hengst­schlä­ger (Univ. Prof. Mag. Dr.) als Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der der NFB.
Haupt­auf­gabe der NFB ist För­de­rung und Wei­ter­ent­wick­lung der For­schungs­land­schaft und des ter­tiä­ren Bil­dungs­we­sens in Nie­derös­ter­reich. Bar­bara Schwarz, die bereits zuvor als NOe-Lan­des­rä­tin für Bil­dung maß­geb­li­che Bil­dungs­in­itia­ti­ven für Öster­reichs größ­tes Bun­des­land ver­ant­wor­tete, ist Geschäfts­füh­re­rin der NFB und der pro­mi­nente Wis­sen­schaft­ler und For­schungs­experte Mar­kus Hengst­schlä­ger ist wie ange­führt Vor­sit­zen­der des Aufsichtsrates.

Bei­spiele vor­an­ge­gan­ge­ner Sci­ence Calls
Zur Ver­an­schau­li­chung von Bei­spie­len geför­der­ter Dis­ser­ta­tio­nen aus dem Sci­ence Call 2017 wer­den ange­führt : „Roh oder gekocht ? Kunst aus Gug­ging“. Im FTI-The­men­be­reich Geistes‑, Sozial- und Kul­tur­wis­sen­schaf­ten geht hier Maria Hö­ger dem Thema und dem Ver­such einer begriff­li­chen Neu­ord­nung der Kunst­rich­tung „Art brut“ nach.
Eröff­net wer­den dabei The­men­fel­der von Maß­stä­ben der Inklu­sion und Exklu­sion, über die dahin­ter­lie­gen­den Kon­zepte, bis hin zum Wider­spruch zwi­schen Sicht­bar­ma­chung des Diver­sen und Stig­ma­ti­sie­rung bzw. Mar­gi­na­li­sie­rung und letzt­lich der angeb­li­chen Abgren­zung zur zeit­ge­nös­si­schen Kunst. 

Archi­vie­rung von Performancekunst
Eine wei­tere For­schungs­ar­beit aus dem Bereich Kul­tur­wis­sen­schaft von Mar­lies Surt­mann beschäf­tigt sich mit der “Archi­vie­rung von Per­for­mance­kunst?“ Es geht um die Frage, ob Archi­vie­rung und Wei­ter­schrei­bung von Per­for­mance­kunst durch Schrift, Bild und Objekt mög­lich und aus­rei­chend ist.

Oder ob eine Kunst­form, die mit der Prä­senz der Kör­per arbei­tet, nicht auch per­for­ma­tive und künst­le­ri­sche Metho­den braucht, um über­lie­fert zu wer­den. Aus­gangs­punkt für die Recher­che bil­den dabei die Per­for­mance­be­stände des Kunst­rau­mes Nie­derös­ter­reich und der Lan­des­samm­lun­gen Niederösterreich. 

Wis­sens­ge­schichte der Sojabohne
Dem For­schungs­feld Geschichts­wis­sen­schaft ist die „Wis­sens­ge­schichte der Soja­bohne in Ös­ter­reich 1870 – 1950“ zuzu­ord­nen. Das bean­tragte Dis­ser­ta­ti­ons­pro­jekt greift den wis­sens­his­to­ri­schen Ansatz auf und ver­sucht am Bei­spiel der Soja­bohne Erzeu­gung, Ver­brei­tung und Aneig­nung von Exper­ten- und All­tags­wis­sen inner­halb der agra­risch-indus­tri­el­len Wis­sens­ge­sell­schaft in Ös­ter­reich von etwa 1870 bis 1950 nachzuzeichnen. 

Der Dis­kurs um die Soja­bohne wurde gewählt, weil er para­dig­ma­tisch die For­ma­ti­ons­phase der agra­risch-indus­tri­el­len Wis­sens­ge­sell­schaft in Ös­ter­reich bis Mitte des 20. Jahr­hun­derts cha­rak­te­ri­siert. Damit will die Arbeit auch einen Bei­trag zur aktu­el­len Agrar- und Ernäh­rungs­de­batte leisten. 

Medi­zin­tech­nik und medi­zi­ni­sche Biotechnologie
Eine wei­tere For­schungs­ar­beit stammt aus dem FTI-The­men­feld Medi­zin­tech­nik und medi­zi­ni­sche Bio­tech­no­lo­gie mit dem Titel „Ent­wick­lung und Anwen­dung bio­or­tho­go­na­ler Sub­sti­tu­tion zur schnel­len Radio­mar­kie­rung von Biomolekülen“. 

Radio­mar­kierte Ver­bin­dun­gen und Bio­mo­le­küle neh­men eine Schlüs­sel­rolle in der Dia­gnose und The­ra­pie vie­ler Krank­hei­ten ein. Mit sei­ner For­schungs­ar­beit zeigt Wal­ter Kuba eine Per­spek­tive auf, um Fort­schritte in der Früher­ken­nung von Krebs zu erzielen. 

Autor: red/czaak
20.09.2019

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