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© EnzoHoley_BMDW

Neue Gel­der für For­schung in Österreich

Wirt­schafts­mi­nis­te­rium und For­schungs­för­de­rungs­ge­sell­schaft star­ten neues För­der­pro­gramm über 50 Mil­lio­nen Euro zum Thema Life Sci­en­ces. Arz­nei­mit­tel, Medi­zin­pro­dukte, Digi­ta­li­sie­rung und Pro­duk­ti­ons­pro­zesse als Themenschwerpunkte.

Die Life Sci­ence Bran­che in Öster­reich hat sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu einem Wachs­tums­mo­tor für den hei­mi­schen Wirt­schafts- und For­schungs­stand­ort ent­wi­ckelt. Mit einer For­schungs­quote von 20,5 Pro­zent zählt die Bran­che im Ver­gleich zu ande­ren zu den inno­va­ti­ons­freu­digs­ten Seg­men­ten. Start-Ups und Klein- und Mit­tel­un­ter­neh­men (KMU) im Bereich Bio­tech­no­lo­gie haben oft sogar For­schungs­quo­ten um 70 Pro­zent. Bio­tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lun­gen sind aller­dings über­aus zeit- wie kos­ten­in­ten­siv und erfor­dern einen lan­gen Atem. Ein Unter­neh­mens­bei­spiel ist G.ST Anti­vi­rals, ein Start-Up in Wien, das zu neuen The­ra­pie­an­sät­zen für Virus­in­fek­tio­nen forscht. 

Zwölf Jahre Ent­wick­lungs­zeit bis zur kli­ni­schen Erprobung
„Neun Jahre haben wir den Mecha­nis­mus hin­ter unse­rer The­ra­pie erforscht bis wir G.ST Anti­vi­rals gegrün­det haben. Jetzt star­ten wir nach wei­te­ren drei Jah­ren Ent­wick­lung mit der ers­ten kli­ni­schen Prü­fung unse­res Medi­ka­ments und haben damit einen gro­ßen Mei­len­stein erreicht“, beleuch­tet Guido Gual­doni, Co-Grün­der und Geschäfts­füh­rer von G.ST Anti­vi­rals, die zeit­li­che Ent­wick­lung. Aktu­ell star­ten nun das Bun­des­mi­nis­te­rium für Wirt­schaft und Digi­ta­li­sie­rung (BMDW) und die Öster­rei­chi­sche For­schungs­för­de­rungs­ge­sell­schaft (FFG) eine neue Pro­gramm­li­nie mit einem Bud­get­vo­lu­men von 50 Mil­lio­nen Euro. 

„Öster­reich ist ein exzel­len­ter Life Sci­ence Stand­ort mit inter­na­tio­na­ler For­schung und einer stän­dig wach­sen­den Unter­neh­mens­land­schaft. Der Life Sci­ence Sek­tor trägt mit sie­ben Pro­zent des BIP auch maß­geb­lich zur natio­na­len Brut­to­wert­schöp­fung bei und ist für über 60.000 hoch­qua­li­fi­zierte Arbeits­plätze ver­ant­wort­lich“, sagt Mar­ga­rete Schram­böck, Minis­te­rin für Wirt­schaft und Digi­ta­li­sie­rung. „Um die Ver­sor­gungs­si­cher­heit Öster­reichs und Euro­pas mit den bes­ten Medi­ka­men­ten zu gewähr­leis­ten, braucht es jetzt wei­tere Inves­ti­tio­nen“, so Schramböck. 

Indus­tri­elle For­schung und kli­ni­sche Studien
Das Pro­gramm „Aus­trian Life Sci­en­ces“ wird von der For­schungs­för­de­rungs­ge­sell­schaft (FFG) umge­setzt und kon­zen­triert sich auf pass­ge­naue betrieb­li­che For­mate für den gesam­ten Ent­wick­lungs­zy­klus. Die neue Pro­gramm­li­nie soll zudem etwaig bestehende För­der­lü­cken schlies­sen und das Port­fo­lio im Bereich Indus­tri­elle For­schung und kli­ni­sche Stu­dien erwei­tern. Die The­men­schwer­punkte fokus­sie­ren auf die Berei­che Arz­nei­mit­tel, Medi­zin­pro­dukte, Digi­ta­li­sie­rung und Pro­duk­ti­ons­pro­zesse. Das Paket ent­hält auch eine För­der­mög­lich­keit für „kli­ni­sche Stu­dien“ von Unternehmen.
 
„Die Her­aus­for­de­run­gen der Life Sci­ence-Bran­che sind enorm. Kaum ein Sek­tor hat län­gere Ent­wick­lungs­zei­ten, höhere Ent­wick­lungs­ri­si­ken und der­art strenge regu­la­to­ri­sche Vor­ga­ben. Es ist daher umso wich­ti­ger diese Unter­neh­men mit einem eige­nen Life Sci­ence-Schwer­punkt bei ihren F&E‑Vorhaben zu unter­stüt­zen”, unter­streicht Hen­ri­etta Egerth, Geschäfts­füh­re­rin der FFG. Die erste Aus­schrei­bung läuft bereits, siehe Web­seite der FFG. Bestä­tigt wer­den die Anstren­gun­gen von Bund und Län­dern etwa auch durch die aktu­el­len Erwei­te­run­gen der Pro­duk­ti­ons­an­la­gen von Boeh­rin­ger Ingel­heim (eco­nomy berich­tete). Der Phar­ma­riese inves­tiert am Stand­ort Öster­reich knapp 2 Mrd. Euro.

Autor: red/czaak
19.04.2022

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