
Neue Netze der Energieversorgung
Stromkunden wünschen sich intelligente Stromzähler und Instrumente zur besseren Steuerung der Energienutzung.
Intelligente Netze braucht die Energiebranche ! Das geht aus einer aktuellen Studie von IBM hervor, für die private Stromkunden danach befragt wurden, ob sie künftig mehr Einfluss darauf nehmen wollen, wann, wie viel und wie sie Strom nutzen.
Für Versorgungsunternehmen bedeutet das radikale Veränderungen in ihren Kundenbeziehungen und vor allem in der Infrastruktur ihrer Stromnetze.
Neue Services
Zentrales Ergebnis der Studie der Unternehmensberatung IBM Global Business Services zum Energieverbrauch ist, dass Stromkunden weltweit mehr Eigenverantwortung für ihren Energiekonsum einfordern.
Gerade die 18- bis 34-Jährigen zeigen sich sehr offen gegenüber neuen Möglichkeiten des privaten Energiemanagements durch intelligente Stromzähler und Stromnetze. Und obwohl diese Altersgruppe im Durchschnitt das geringste Einkommen aufzuweisen hat, ist sie gewillt, für derartige neue Services auch tiefer in die Tasche zu greifen.
IBM befragte für ihre Verbraucherstudie mit dem Titel Lighting the Way : Understanding the Smart Energy Consumer 5000 Stromkunden quer über den Globus. Die erhobenen Daten verdeutlichen, dass der moderne Energieverbraucher selbstbewusster gegenüber den jeweiligen Versorgern auftritt : Mehr als 90 Prozent der Befragten wünschen sich nicht nur intelligente Stromzähler, sondern darüber hinaus auch geeignete Instrumente zur besseren Steuerung ihrer Energienutzung. Zudem sind die Stromkosten und die Sorge um die Umwelt große Treiber für gewünschte Veränderungen auf Kundenseite. Demnach wären vier von fünf Befragten dazu bereit, stromintensive Arbeiten im Haushalt auf andere Tageszeiten zu verlegen, wenn sie in diesen Fällen günstigere Tarife in Anspruch nehmen könnten.
Knapp 70 Prozent der Stromverbraucher erklären sich außerdem bereit, neue Programme und Services auszuprobieren, wenn diese helfen würden, ihre persönliche Ökobilanz zu verbessern.
Kundenorientierung
„Die Empfehlungen, die sich aus den Ergebnissen der Studie ergeben, liegen auf der Hand“, fasst Thomas Grimm, Energie-Experte von IBM Österreich, zusammen. Und weiter : „Die ersten Schritte seitens der Energieversorgungsunternehmen in diese Richtung sind bereits getan, weiterer Handlungsbedarf ist angesagt. Im Vordergrund muss dabei eine stärkere Hinwendung zum Kunden sein, das heißt, die bislang primär angebotsbestimmte Beziehung wird sich grundlegend wandeln und zu mehr Kundenorientierung führen müssen.“