
Neue Richtung
Die Unternehmen steuern das Zeitalter des Kunden an.
Für die Unternehmen bricht ein neues Zeitalter heran. Klaus Greimel, IBM Österreich, sieht die Notwendigkeit, dass sie sich neu ausrichten müssen : „Wir sprechen mittlerweile vom Zeitalter des Kunden. Die Unternehmensprozesse müssen auf ihn fokussieren.“ In den letzten Jahrzehnten wurde viel Energie in die internen Prozesse investiert, aber nun ist die Digitalisierung der Frontoffices das Gebot der Stunde.
Diese Neuausrichtung ist keine periodische Erneuerung des Servicegedankens, es handelt sich um eine Notwendigkeit, da sich die Position des Kunden im Wandel befindet : „Da er andauernd online ist, wird er gleichzeitig stärker – und durchschaubarer.“ Stärker, weil er in seinen Entscheidungen immer mehr Unterstützung erhält, einerseits durch seine Kontakte über die Sozialen Netzwerke, andererseits durch die Möglichkeit jederzeit im Internet zu recherchieren. So bekommt über das Internet sehr leicht Zugang zu Informationen über Produkte, die er erwerben möchte und die Welt wird für ihn immer transparenter.
Umgekehrt wird auch der Kunde transparenter. „Die Unternehmen können heute viel mehr über den Kunden erfahren“, meint Greimel, „welche Kommunikationskanäle bevorzugt er, was kauft er, was erwartet er sich vom Produkt.“ Mit dem, was der Kunde beim Kontakt mit dem Unternehmen offenbart und durch seine Eingaben in Suchmaschinen und durch sein Verhalten in Sozialen Netzwerken von sich preisgibt, tritt neben die Demografie eine neue Dimension zur Einschätzung der Konsumenten.
Die IBM misst dieser Entwicklung so große Bedeutung zu, dass sie durch mehrere Unternehmensaufkäufe Smarter Commerce zu einer ihrer Kernkompetenzen erkoren hat und nun die gesamte Wertschöpfungskette vom Materialeinkauf bis zur Nachbetreuung der Kunden abdeckt.