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© Pexels.com/tiago antonio

Neue Schmier­mit­tel für extrem geringe Reibung

Durch eine Kom­bi­na­tion aus orga­ni­scher und anor­ga­ni­scher Che­mie ent­wi­ckelt die TU Wien ein neu­ar­ti­ges Schmier­mit­tel mit bemer­kens­wer­ten Fähigkeiten. 

Das rich­tige Schmier­mit­tel für den rich­ti­gen Zweck zu fin­den ist eine Auf­gabe, die in der Indus­trie oft sehr wich­tig ist. Nicht nur um Rei­bung, Über­hit­zung und Ver­schleiß zu ver­rin­gern, son­dern auch um Ener­gie zu spa­ren. Die TU Wien forscht hier nun an Inno­va­tio­nen, um ent­spre­chend ver­bes­serte Schmier­mit­tel zu ent­wi­ckeln. Jetzt wurde ein ers­ter Mei­len­stein präsentiert. 

Das Beste aus zwei Welten
Das Schmier­mit­tel namens COK-47 ist nicht flüs­sig wie Schmieröl, son­dern pul­ver­för­mig. Es besteht aus geschich­te­ten Sta­peln extrem dün­ner Blätt­chen, ähn­lich wie ein win­zi­ges Spiel­kar­ten-Deck. Wenn das Mate­rial in Kon­takt mit Was­ser­mo­le­kü­len kommt, kön­nen diese Plätt­chen sehr leicht anein­an­der vor­bei­glei­ten und dann ent­steht ein soge­nann­ter Tri­bo­film, der für extrem geringe Rei­bung sorgt. Das macht dann das COK-47 zum hoch­in­ter­es­san­ten Schmier­mit­tel auch bei feuch­ten Bedingungen.

Das For­schungs­team arbei­tete mit metall­or­ga­ni­schen Gerüst­ver­bin­dun­gen. Dabei han­delt es sich um eine neu­ar­tige Klasse von Mate­ria­lien, die aus anor­ga­ni­schen Bau­ein­hei­ten bestehen und die wer­den wie­derum durch orga­ni­sche Mole­küle ver­bun­den. Es gibt viel Spiel­raum, diese Mate­ria­lien auf ato­ma­rer Ebene für einen bestimm­ten Zweck anzu­pas­sen. So wur­den sie etwa als Pho­to­ka­ta­ly­sa­to­ren für die Was­ser­stoff­er­zeu­gung ver­wen­det, oder zur Wasserreinigung.

Neuer For­schungs­be­reich im Bereich der Fest­kör­per­schmier­stoffe Meis­tens han­delt es sich bei metall­or­ga­ni­schen Gerüst­ver­bin­dun­gen um Clus­ter aus Metall-Ato­men, ver­knüpft durch orga­ni­sche Ver­bin­dun­gen. Unter­su­chun­gen zeig­ten nun, dass in einer feuch­ten Umge­bung Was­ser­mo­le­küle dafür sor­gen, die Ver­bin­dun­gen zwi­schen den Titan­oxid-Blätt­chen zu lösen, die fla­chen Struk­tu­ren kön­nen anein­an­der vor­bei­glei­ten und bil­den somit einen soge­nann­ten „Tri­bo­film“. Ein sol­cher glei­ten­der Film kann, etwa zwi­schen zwei Bau­tei­len aus Metall, für extrem ver­rin­gerte Rei­bung sor­gen. Mit die­ser Ent­de­ckung eröff­net das Team der TU Wien einen ganz neuen For­schungs­be­reich im Bereich der Fest­kör­per­schmier­stoffe. Nun will man das Ver­hal­ten des Mate­ri­als wei­ter ver­bes­sern und unter­su­chen, wie es an ver­schie­dene, ganz kon­krete Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten ange­passt wer­den kann. 

Autor: red/cc
04.03.2025

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