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Neuer Schnell­test von TU Wien

… und Bio­Trac spürt Was­ser­ver­un­rei­ni­gun­gen auf.

Ver­schmutz­tes Was­ser zählt zu den bedeu­tends­ten Gesund­heits­ri­si­ken für den Men­schen. Beson­ders gefähr­lich sind fäkale Ver­un­rei­ni­gun­gen, die man bis­her nur mit Hilfe von auf­wän­di­gen Bak­te­ri­en­kul­tu­ren nach­wei­sen konnte. Die TU Wien und das uni­ver­si­täre StartUp Bio­Trac konn­ten nun eine Methode ent­wi­ckeln, die ein­fa­cher und rascher als bis­her Aus­kunft über fäkale Ver­un­rei­ni­gun­gen geben kann und prä­sen­tie­ren den Pro­to­typ auf der dies­jährigen Han­no­ver Messe.

Sau­be­res Was­ser für alle
Seit 2010 zählt der Zugang zu sau­be­rem Trink­was­ser zu den Men­schen­rech­ten. Den­noch müs­sen noch immer rund eine Mil­li­arde Men­schen dar­auf ver­zich­ten. Fäkale Ver­un­rei­ni­gun­gen ent­hal­ten oft eine große Zahl von Krank­heits­er­re­gern und wer­den als schwer­wie­gendste Kon­ta­mi­na­tion von Trink­was­ser betrachtet.
„Umfas­sende und kos­ten­güns­tige direkte Ver­fah­ren zum Nach­weis die­ser Fäkal­keime gab es bis­her nicht“, betont Andreas Farn­leit­ner von der TU Wien. „Seit mehr als einem Jahr­hun­dert wer­den kul­ti­vier­bare bak­te­ri­elle Fäkal­in­di­ka­to­ren ein­ge­setzt, um Belas­tun­gen sen­si­tiv nach­zu­wei­sen“, so Farn­leit­ner weiter.
Die Bak­te­rien aus dem getes­te­ten Was­ser wer­den mit­tels Nähr­lö­sung ver­mehrt und dann nach­ge­wie­sen — was mehr als einen Arbeits­tag dau­ern kann. Außer­dem wird die Anwend­bar­keit die­ser Indi­ka­tor-Bak­te­rien zuneh­mend hin­ter­fragt, weil sie auch nicht-fäka­len Ursprungs sein kön­nen. Die Tests sagen nichts über die eigent­li­che Kon­ta­mi­na­ti­ons­quelle aus.

DNA-Sequen­zen von Darmbakterien
An der TU Wien wur­den nun inno­va­tive Metho­den ent­wi­ckelt, mit denen man eine spe­zi­fi­sche DNA-Sequenz von Darm­bak­te­rien nach­wei­sen kann. „Die­ser Ansatz hat das Poten­zial, die Ana­ly­tik in den nächs­ten Jah­ren zu revo­lu­tio­nie­ren“, ist Farn­leit­ner über­zeugt. „Ers­tens kann man damit die Ana­ly­se­zeit auf wenige Stun­den redu­zie­ren, weil keine Bak­te­ri­en­kul­tu­ren mehr gezüch­tet wer­den müs­sen, und zwei­tens lässt sich nun die Her­kunft der Kon­ta­mi­na­tion bestimmen.“
So kann man etwa zwi­schen Kon­ta­mi­na­tion durch Men­schen und Kon­ta­mi­na­tion durch Tiere unter­schei­den und das ist essen­zi­ell, um die Gesund­heits­ge­fähr­dung bes­ser beur­tei­len und ziel­ge­rich­tet Gegen­maß­nah­men ergrei­fen zu kön­nen. Tech­nisch waren sol­che DNA-Tests schon bis­her mög­lich, aller­dings mit teu­ren Instru­men­ten, die nur von sehr gut geschul­tem Per­so­nal bedient wer­den können.
Die TU Wien wird auf der Han­no­ver Messe 2015 erst­mals ein Gerät prä­sen­tie­ren, mit dem die Tests in ver­ein­fach­ter Form durch­führ­bar sind und bereits Spu­ren von bak­te­ri­el­ler DNA mit einem ein­fa­chen Strei­fen­test nach­ge­wie­sen wer­den kön­nen. „Die­ser Test­strei­fen funk­tio­niert ähn­lich ein­fach wie ein Schwan­ger­schafts­test“, sagt Kurt Brun­ner von Bio­Trac. „Bei posi­ti­vem Resul­tat ent­steht eine dun­kel­rote Linie, die mit freiem Auge sicht­bar ist.“

Autor:
07.04.2015

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