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© Pexels.com/tara Winstead

Neues Zen­trum für Arti­fi­cial Intel­li­gence und Machine Learning 

TU Wien grün­det neues Cen­ter for Arti­fi­cial Intel­li­gence and Machine Lear­ning. Ver­stärkte Ver­net­zung aller inklu­dier­ten For­schungs­dis­zi­pli­nen soll nun auch mehr inter­na­tio­nale Sicht­bar­keit bringen.

Künst­li­che Intel­li­genz und maschi­nel­les Ler­nen bestim­men zuneh­mend den All­tag von Men­schen und Unter­neh­men. Com­pu­ter­al­go­rith­men schla­gen Videos vor, sie hel­fen im Auto, den rich­ti­gen Weg zu fin­den. Ent­spre­chend sind AI/KI (Künst­li­che Intelligenz/​Artificial Intel­li­gence) und ML (Maschi­nel­les Ler­nen) seit lan­ger Zeit auch fixer Bestand­teil in der wis­sen­schaft­li­chen Forschung.

An der TU Wien wird in die­sen Fach­be­rei­chen seit vie­len Jah­ren an unter­schied­li­chen Insti­tu­ten und Fakul­tä­ten mit viel­fäl­ti­gen Metho­den und Ziel­set­zun­gen inten­siv geforscht. Um diese For­schungs­in­itia­ti­ven zu stär­ken und ver­netzt zusam­men­zu­füh­ren, wurde nun das Cen­ter for Arti­fi­cial Intel­li­gence and Machine Lear­ning (CAIML) gegrün­det. Die TU Wien soll damit auch im inter­na­tio­na­len Spit­zen­feld ver­an­kert wer­den und das sowohl in der For­schung als auch in der Lehre. Zu den Vor­bil­dern gehö­ren etwa die US-ame­ri­ka­ni­schen Eli­te­unis MIT oder Stanford. 

Unter­schied­li­che Zugänge bei AI und ML
„Nicht zuletzt durch deut­lich gestei­gerte Rech­ner­leis­tung kam es in den letz­ten Jah­ren zu einem Boom in der AI- und ML-Tech­no­lo­gie. Dabei haben sich ver­schie­dene Com­mu­ni­ties ent­wi­ckelt, die nicht so gut mit­ein­an­der ver­floch­ten sind, wie sie sein soll­ten“, erläu­tert Ste­fan Wol­tran vom Insti­tut für Logic and Com­pu­ta­tion der TU Wien. „Es gibt in der künst­li­chen Intel­li­genz ganz unter­schied­li­che Ansätze, die auch von unter­schied­li­chen Leu­ten in unter­schied­li­chen Fach­jour­na­len und Fach­ta­gun­gen dis­ku­tiert wer­den. Das wol­len wir nun zusam­men­füh­ren“, unter­streicht Wol­tran bei der Eröff­nung, wo Turing-Preis­trä­ger Les­lie Vali­ant von der Har­vard Uni­ver­sity die Key­note Lec­ture hielt.

Inhalt­lich ste­hen auf der einen Seite klas­si­sche oder sym­bo­li­sche „Arti­fi­cial Intel­li­gence“, wo Intel­li­genz mit klar defi­nier­ten Regeln simu­liert wird. Bei­spiel­haft der Schach­com­pu­ter mit fix ein­pro­gram­mier­ten Regeln — gegen die er nicht ver­sto­ßen kann. Eine zen­trale Rolle spielt dabei die mathe­ma­ti­sche Logik. Der Com­pu­ter arbei­tet sym­bo­lisch – also mit klar defi­nier­ten Objek­ten wie etwa Schach­fi­gu­ren, die bewegt wer­den sol­len. Der Algo­rith­mus geht dabei auf nach­voll­zieh­bare, logisch erklär­bare Weise vor.

Die erklär­bare AI als Verbindung
Auf der ande­ren Seite steht das maschi­nelle Ler­nen. Dabei geht es pri­mär um die Frage, wie sich Algo­rith­men durch große Daten­men­gen, Modelle und Simu­la­tio­nen ver­bes­sern und neue Erkennt­nisse gewon­nen wer­den. Algo­rith­men wer­den an bestimm­ten Daten „trai­niert“, erst dadurch wer­den sie in die Lage ver­setzt, sinn­volle Ergeb­nisse zu lie­fern. Hier spielt die Sta­tis­tik eine zen­trale Rolle, wie auch die in der Natur­wis­sen­schaft all­ge­gen­wär­ti­gen Dif­fe­ren­ti­al­glei­chun­gen. Es geht prag­ma­tisch um die opti­male Lösung – auf Basis von bestimm­ten vor­ge­ge­be­nen Kri­te­rien. Anwen­dun­gen rei­chen von der Robo­tik bis hin zur auto­ma­ti­sier­ten Ana­lyse von Röntgenbildern.

„Die sym­bo­lisch arbei­tende AI und das maschi­nelle Ler­nen haben sich aus his­to­ri­schen Grün­den unter­schied­lich ent­wi­ckelt“, sagt Cle­mens Heit­zin­ger vom Insti­tut für Ana­ly­sis und Sci­en­ti­fic Com­pu­ting. „Nun zeigt sich, dass erst ein Zusam­men­spiel der Metho­den intel­li­gente Sys­teme ermög­licht. Wich­tige Fak­to­ren für Pro­blem­lö­sun­gen sind auch die Daten­men­gen und die Rechen­leis­tung“, betont Heit­zin­ger. Aus Sicht des Exper­ten fin­det sich die­ses Zusam­men­spiel ins­be­son­dere in der soge­nann­ten „Explainable AI“. „Wenn ein Algo­rith­mus nütz­li­che Ergeb­nisse lie­fert, will man dann auch das Ergeb­nis ver­ste­hen und wie zuver­läs­sig es ist. Dafür müs­sen wir die unter­schied­li­chen Denk­schu­len ver­ei­nen“, sagt Cle­mens Heitzinger. 

Ver­netzte For­schungs­dis­zi­pli­nen und Koope­ra­tio­nen mit Industrie
Zu all die­sen Fra­gen soll das CAIML an der TU Wien nun einen wich­ti­gen Bei­trag lie­fern. Mit gemein­sa­men For­schungs­in­itia­ti­ven, Exzel­lenz­pro­gram­men und Aus­bil­dungs-Maß­nah­men soll die Zusam­men­ar­beit inner­halb der TU Wien gestärkt wer­den, gleich­zei­tig wird auf die Inter­na­tio­na­li­sie­rung beson­de­res Augen­merk gelegt. „Die TU Wien ist gerade im Bereich der Com­pu­ter­wis­sen­schaf­ten inter­na­tio­nal bereits sehr gut ver­netzt, wir wol­len das wei­ter aus­bauen und uns so an der inter­na­tio­na­len Spitze eta­blie­ren“, sagt Ste­fan Woltran. 

Par­al­lel ver­stärkt wer­den soll dabei auch die Ver­bin­dung zwi­schen Grund­la­gen­for­schung sowie anwen­dungs­ori­en­tier­ter For­schung und den Anwen­dun­gen selbst. Das Know-how im Bereich von Arti­fi­cial Intel­li­gence und Machine Lear­ning an der TU Wien soll auch inter­dis­zi­pli­när für andere For­schungs­grup­pen zugäng­lich gemacht und auch Part­ner­un­ter­neh­men aus der Indus­trie sol­len damit noch stär­ker als bis­her an die TU Wien ange­bun­den werden. 

Autor: red/czaak
09.12.2021

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