
„Niederösterreich greift nach den Sternen“
Niederösterreichisches Raumfahrtunternehmen R‑Space präsentiert ersten komplett in Österreich entwickelten Satelliten für kommerzielle Nutzung. Bei erstem Start im Sommer testen drei internationale Unternehmen neue Technologien unter realen Bedingungen.
Am Flughafen Wien-Schwechat wurde soeben die erste kommerzielle Satellitenmission aus Österreich präsentiert. Das niederösterreichische Raumfahrtunternehmen R‑Space entwickelt mit der Mission „IOD-01“ den ersten vollständig in Österreich entwickelten und gefertigten kommerziellen Satelliten. Der Start soll im Spätsommer 2026 erfolgen.
Kooperative Plattform für Innovation
„Heute wird in Österreich Raumfahrtgeschichte geschrieben und Niederösterreich greift dabei nach den Sternen“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). „Die Mission macht sichtbar, was möglich ist, wenn Forschung, Innovation, Unternehmertum und internationale Zusammenarbeit zusammenkommen“, betonte die Niederösterreichische Landeschefin.
Die Satellitenmission ist mehr als ein technischer Meilenstein, sie ist eine kooperative Plattform für Innovation. Drei Unternehmen erproben neue Technologien unter realen Bedingungen im Weltraum. Enpulsion aus Niederösterreich testet das Verhalten von flüssigem Indium als Treibstoff für elektrische Satellitenantriebe, SunBooster erprobt eine neuartige Photovoltaiktechnologie im Orbit und das portugiesische Unternehmen Synopsis Planet ein System zur Erkennung von Weltraumschrott.
Satelliten unverzichtbar für Kommunikation, Wetterbeobachtung und datenbasierte Anwendungen
Die aktuelle Präsentation ist auch ein weiteres starkes Signal für den Wirtschafts- und Technologiestandort Niederösterreich. Satelliten gewinnen nicht nur technologisch, sondern auch wirtschaftlich und strategisch für Österreich und Europa an Bedeutung. Sie sind zudem unverzichtbar für Kommunikation, Wetterbeobachtung und datenbasierte Anwendungen.
„Für Niederösterreich ist es daher wichtig, Kompetenz, Produktion und unternehmerische Umsetzung in diesen Schlüsseltechnologien am Standort zu verankern, und für Europa, dass solche Entwicklungen auf unserem Kontinent und nicht nur in den USA oder Asien stattfinden“, unterstrich Mikl-Leitner.
Unterstützung für die Ziele der Niederösterreichischen Wirtschaftsstrategie
Derartige Projekte unterstützen überdies die Ziele der Niederösterreichischen Wirtschaftsstrategie 2030+. Luft- und Raumfahrtwirtschaft zählt hier zu den Schlüsselbranchen, um in Zeiten des internationalen Wettbewerbs wirtschaftlich zu wachsen und neue, zukunftsträchtige Jobs zu schaffen.
Ein zentrales Vorhaben ist dabei auch der Aufbau des internationalen Start-Up-Hubs „Weltraum“ am Flughafen Wien-Schwechat. „Niederösterreich positioniert sich hier als internationale Knotenpunkt für Raumfahrt, Hightech-Gründungen und technologiegetriebene Wertschöpfung“, skizziert Niederösterreichs Landeshauptfrau die Zielsetzung.
Flughafen Schwechat als Ökosystem für wirtschaftliche Innovation
Der Flughafen bietet dafür mit seiner internationalen Anbindung, seiner Infrastruktur und der Nähe zu Forschung und Industrie die idealen Voraussetzungen, um Gründer, Unternehmen und Investoren zusammenzubringen. „So schaffen wir ein Innovationsökosystem, in dem neue Technologien schneller entwickelt und erfolgreich am Markt umgesetzt werden können“, zeigt sich Mikl-Leitner überzeugt.
Carsten Scharlemann, Gründer und CEO von R‑Space sprach im Rahmen der Präsentation über die Bedeutung der Mission für den österreichischen Space-Sektor : „Mit der IOD-01-Mission zeigen wir, dass kommerzielle Raumfahrt aus Österreich heraus möglich ist. Unser Ziel war es von Anfang an, den Zugang zum Weltraum schneller, wirtschaftlicher und technologisch unabhängiger zu gestalten.“
Verhalten von Indium als Treibstoff und Solartechnologie für den Orbit
Alexander Reissner, CEO von ENPULSION, unterstrich die Wichtigkeit der Infrastruktur, die R‑Space Unternehmen wie seinem biete. „Wir freuen uns sehr auf unsere erste gemeinsame Mission mit der experimentellen Nutzlast OOBI, die das Verhalten von Indium – dem Treibstoff von ENPULSION-FEEP-Triebwerken – unter Mikrogravitationsbedingungen untersucht“, erklärte er.
Christoph Zwettler von SunBooster meinte, diese Mission spiegelt den Weg des Unternehmens, „der vor 15 Jahren mit einer kleinen Solartasche begonnen hat und nun bis in den Orbit reicht.“ Ziel sei, Solartechnologie leichter, robuster und kosteneffizienter zu machen. Paulo Gordo, CEO von Synopsis Planet, bedankte sich für die Möglichkeit, an dieser Mission teilzunehmen : „Wir sind ein sehr junges, erst fünf Jahre altes Unternehmen aus Portugal und bringen mit dieser Mission unser erstes Produkt auf den Markt.“ (red/czaak)