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Öko­fe­ri­al­jobs

Schild­krö­ten ret­ten in Grie­chen­land, mit wenig Geld durch Neu­see­land „wwoo­fen“, Kühe mel­ken am Bio­bau­ern­hof. „Geile“ Öko­jobs sol­len das Umwelt­be­wusst­sein von Schü­lern und Stu­den­ten fördern.

Som­mer­fe­ri­en­zeit ist nicht immer gleich­zu­set­zen mit Urlaubs­zeit. Denn Tau­sende pflicht­be­wusste Eltern ver­gat­tern ihre halb­wüch­si­gen Kin­der dazu, einen Feri­al­job oder ein Prak­ti­kum zu absol­vie­ren. Für wenig Geld müs­sen ange­ödete Teen­ager in sti­cki­gen Gast­stät­ten Tische säu­bern oder in stau­bi­gen Post­äm­tern Briefe sor­tie­ren. Das Forum Umwelt­bil­dung – eine gemein­same Initia­tive des Umwelt- und Unter­richts­mi­nis­te­ri­ums – bie­tet mit einer umfang­rei­chen Samm­lung von Stel­len­an­ge­bo­ten im In- und Aus­land sinn­volle Alter­na­ti­ven zu her­kömm­li­chen Ferialjobs.
Betreu­ung der Aus­schank auf der Salz­bur­ger Hunds­fuß­alm, Pflege eines Kräu­ter­gar­tens auf dem Bio­bau­ern­hof oder Schutz der Schild­krö­ten­nes­ter auf der grie­chi­schen Insel Zakyn­thos – das ist nur ein Aus­zug aus der aktu­el­len Job­da­ten­bank. „Für das Gros die­ser Stel­len gibt es zwar nur Gra­tis-Kost und ‑Logis und etwas Taschen­geld, aber Know-how und Erfah­run­gen, die man sich dort aneig­net, sind unbe­zahl­bar“, hält Anita Zrounek, Lei­te­rin des Öko­fe­ri­al­job-Pro­jek­tes, dem oft­mals gehör­ten Vor­wurf der Aus­beu­tung ent­ge­gen. Und die stei­gende Nach­frage nach den umwelt­freund­li­chen Job­an­ge­bo­ten bestä­tigt ihre Ein­schät­zung. An die 1000 davon sind heuer in der Daten­bank abzu­ru­fen, das Ange­bot wird lau­fend erweitert.

Umwelt-Kom­pe­tenz­bil­dung
Aben­teu­er­lust, Spaß, Neu­gier auf Unbe­kann­tes, Natur­liebe und Wunsch nach Berufs­ori­en­tie­rung geben die meis­ten jun­gen Leute als Haupt­grund für ihre Bewer­bung an. „Umwelt­be­wuss­tes Vor­le­ben ist auch nicht unbe­dingt Vor­aus­set­zung. Die Öko­jobs und Prak­tika sol­len ja dazu bei­tra­gen, Umwelt­be­wusst­sein zu erler­nen bezie­hungs­weise nach­hal­tig zu ver­tie­fen“, beschreibt Zrounek das Ziel der Initiative.
Dass dies sehr gut gelingt, zei­gen die Erfah­rungs­be­richte der jun­gen Leute. „So rich­tig umwelt­be­wusst hab ich mit 18 eigent­lich nicht gelebt“, gesteht die heute 23-jäh­rige Stu­den­tin Bar­bara Lipp ihre frü­here Unwis­sen­heit gegen­über Öko­the­men. Wie die meis­ten Matu­ran­ten hatte Bar­bara keine Ahnung, was sie nach der Schule eigent­lich tun soll. „Ich wusste nur eines: Ich wollte etwas Sinn­vol­les tun.“
Über das Forum Umwelt­bil­dung hat sie dann vom soge­nann­ten Frei­wil­li­gen Öko­lo­gi­schen Jahr (FÖJ) des Jugend-Umwelt-Netz­werks erfah­ren. Ähn­lich wie beim Frei­wil­li­gen Sozia­len Jahr kön­nen Inter­es­sierte ein Jahr lang erste Erfah­run­gen bei Orga­ni­sa­tio­nen, Ver­ei­nen oder Bio­bau­ern­hö­fen sam­meln, bevor sie sich bewusst für eine Aus­bil­dung ent­schei­den. Bar­bara war zehn Monate lang bei unter­schied­li­chen Pro­jek­ten ein­ge­setzt. Die Tätig­keits­pa­lette reichte vom Ein­satz in der „klei­nen Kin­der­kü­che“, wo Kids spie­le­risch ler­nen selbst Gerichte zuzu­be­rei­ten, bis zur Teil­nahme an einem Natur­tex­til­pro­jekt. „Da ging es darum, den Lebens­weg eines Klei­dungs­stü­ckes nach­zu­voll­zie­hen.“ Die 23-Jäh­rige schließt heuer ihr Stu­dium Pro­dukt­mar­ke­ting und Pro­jekt­ma­nage­ment für erneu­er­bare Ener­gien an der FH Wie­sel­burg ab, um danach den Mas­ter­lehr­gang Bio­res­sour­cen­ma­nage­ment an der Wie­ner Boku in Angriff zu neh­men. „Für mich war das Frei­wi­lige Öko­lo­gi­sche Jahr eine per­fekte Ori­en­tie­rungs­hilfe für die Zukunft, es hat meine Lebens­weise stark beein­flusst“, betont Bar­bara, die heute umwelt­be­wuss­ter lebt als zuvor. „So ein Jahr würde allen Men­schen gut tun, vor allem Politikern.“

Aben­teuer im Ausland
Eben­falls in der Öko­job­da­ten­bank zu fin­den sind Infor­ma­tio­nen für alle begeis­ter­ten Wwoo­fer. Karin Schnee­weiss, die heute für die EDV-Tech­nik der Öko­job­da­ten­bank im Forum Umwelt­bil­dung ver­ant­wort­lich ist, reiste nach ihrem Stu­dium vier Monate lang durch Neu­see­land. „Leis­ten konnte ich mir das nur, weil ich immer, wenn das Geld knapp wurde, wwoo­fen gegan­gen bin.“ Wwoof steht für World Wide Oppor­tu­ni­ties on Orga­nic Farms. „Das bedeu­tet, du kannst tage­weise gegen freie Kost und Logis auf bio­lo­gi­schen Far­men und Bau­ern­hö­fen mit­ar­bei­ten. Bei län­ge­ren Auf­ent­hal­ten gibt es auch Taschen­geld nach Ver­ein­ba­rung. Eine güns­tige Mög­lich­keit, zu rei­sen, Land, Leute, All­tag und Spra­che zu ler­nen und neue Erfah­run­gen zu sammeln.“

Autor:
26.06.2009

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