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Öster­reich fällt bei Inno­va­ti­ons­wachs­tum zurück

Im neu­es­ten Inno­va­ti­ons­an­zei­ger der EU-Kom­mis­sion befin­den sich in der Spit­zen­gruppe der “Inno­va­ti­ons­füh­rer” Deutsch­land, Däne­mark, Finn­land und Schwe­den. Wie APA-Sci­ence aktu­ell berich­tet, ran­giert Öster­reich in der zwei­ten Gruppe gemein­sam mit sie­ben wei­te­ren EU-Staa­ten, die über dem Durch­schnitt der Euro­päi­schen Union lie­gen und als „Starke Inno­va­to­ren“ bezeich­net werden.

Unter dem EU-Durch­schnitt lie­gen Est­land, Grie­chen­land, Ita­lien, Litauen, Malta, Polen, Por­tu­gal, Slo­wa­kei, Spa­nien, Tsche­chien, Ungarn und Zypern, diese wer­den als “gemä­ßigte Inno­va­to­ren” bezeichnet. 

Wachs­tum leicht negativ
Beim Inno­va­ti­ons­wachs­tum von 2014 auf 2015 liegt Malta vor Lett­land und Bul­ga­rien voran. Hier liegt Öster­reich nur auf Rang 21 — gegen­über dem Vor­jahr ist in der Alpen­re­pu­blik ein nega­ti­ves Wachs­tum ver­zeich­net wor­den. Der EU-Kom­mis­sar für For­schung und Inno­va­tion, Car­los Moe­das, sprach von einem “Still­stand” in der Ent­wick­lung gegen­über 2014. Vor allem bei Pri­vat­in­ves­ti­tio­nen sei eine rück­läu­fige Ten­denz feststellbar.
“Wir brau­chen mehr Inves­ti­tio­nen, um die Inno­va­ti­ons­leis­tung der EU zu stei­gern. Gleich­zei­tig soll­ten bes­sere Bedin­gun­gen und ein Bin­nen­markt für inno­va­tive Pro­dukte und Dienst­leis­tun­gen in Europa geschaf­fen wer­den,“ so Moe­das. Auf EU-Ebene werde daran gear­bei­tet, die Staa­ten bei der Umset­zung der Refor­men zur Erhö­hung der Wir­kung ihrer öffent­li­chen Inves­ti­tio­nen zu unterstützen.
Der jähr­li­che Leis­tungs­an­zei­ger der Inno­va­ti­ons­union ent­hält eine ver­glei­chende Bewer­tung der For­schungs- und Inno­va­ti­ons­leis­tung der EU-Staa­ten. Damit sol­len Stär­ken und Schwä­chen in den ein­zel­nen Län­der beur­teilt wer­den, um Anreize zu geben, in wel­chen Berei­chen ver­stärkte Tätig­kei­ten not­wen­dig sind.

Indus­trie beklagt Schwä­che Österreichs
Die Indus­tri­el­len­ver­ei­ni­gung (IV) und die Wirt­schafts­kam­mer haben den Ver­lust an Inno­va­ti­ons­kraft in Öster­reich beklagt. “Mit dem neu­er­li­chen Rück­fall Öster­reichs um einen Rang im euro­päi­schen Inno­va­ti­ons­ver­gleich fin­det der Nega­tiv­trend der ver­gan­ge­nen Jahre lei­der auch 2015 seine Fort­set­zung”, sagt Peter Koren, Vize-Gene­ral­se­kre­tär der Industriellenvereinigung.
Nach der bis­he­ri­gen Spit­zen­plat­zie­rung 2009 mit Rang 6 habe Öster­reich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren kon­ti­nu­ier­lich an Inno­va­ti­ons­fä­hig­keit ein­ge­büßt und ran­giere nun nur noch auf Rang 11 inner­halb der 28 EU-Staa­ten. “Öster­reich ent­fernt sich damit nicht nur immer wei­ter von den “Inno­va­tion Lea­dern”, son­dern es droht sogar ein Abstieg aus der Gruppe der “Inno­va­tion Fol­lower” in die dritte und vor­letzte Gruppe der “Mode­rate Inno­va­tors”, so Koren weiter.

Kri­tik an Stillstand
Die anhal­tende Ver­schlech­te­rung der Posi­tion Öster­reichs im EU-Inno­va­tions-Ran­king werde “zum Mühl­stein für den Stand­ort Öster­reich “, kri­ti­siert auch Ruperta Lich­ten­ecker, Wirt­schafts- und For­schungs­spre­che­rin der Grü­nen. “Diese äußerst schlechte Ent­wick­lung muss der Weck­ruf für die Regie­rung sein. Ich for­dere die Regie­rung auf, den Still­stand in For­schung und Ent­wick­lung zu been­den. Wir brau­chen moderne und zukunfts­ori­en­tierte Rah­men­be­din­gun­gen, um Öster­reich fit für die Zukunft zu machen und Arbeits­plätze zu schaff­ten”, betonte die Grüne Wirtschaftssprecherin.
Im aktu­ell dis­ku­tier­ten Finanz­rah­men 2016 – 2019 müss­ten die Bud­gets für Uni­ver­si­tä­ten und For­schung erhöht wer­den. Wei­ters sei die Umset­zung der Stra­te­gie für For­schung, Inno­va­tion und Tech­no­lo­gie zu for­cie­ren und das For­schungs­fi­nan­zie­rungs­ge­setz müsse beschlos­sen wer­den. Klein- und Mit­tel­be­triebe sowie Start-ups müss­ten bei ihrer Inno­va­ti­ons­tä­tig­keit unter­stützt sowie die Rah­men­be­din­gun­gen für soziale Inno­va­tio­nen ver­bes­sert wer­den, ver­langte Lichtenecker.

Autor:
13.05.2015

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