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Öster­reich wächst und altert

Noch eine Gene­ra­tion, und unser Land wird 9,5 Mil­lio­nen Ein­woh­ner zäh­len. Der Anteil von über 60-jäh­ri­gen Per­so­nen wird dann aller­dings schon ein Drit­tel der Gesamt­be­völ­ke­rung aus­ma­chen. Zum Glück wan­dern jün­gere Arbeits­kräfte zu.

Die gute Nach­richt : Öster­reich wächst. Das Land hat gemäß der letz­ten Volks­zäh­lung von 2008 fast 8,35 Mio. Ein­woh­ner. Für das Jahr 2050 wird eine Bevöl­ke­rungs­zahl von knapp 9,5 Mio. Ein­woh­nern erwar­tet, wonach die öster­rei­chi­sche Haupt­stadt Wien dann die 2‑Mil­lio­nen-Grenze über­schrei­ten soll (der­zeit 1,7 Millionen).
Das Wachs­tum wird sich in den kom­men­den Jah­ren aber groß­teils nur durch Zuwan­de­rung errei­chen las­sen, urteilt Peter Hackl, ehe­ma­li­ger Gene­ral­di­rek­tor von Sta­tis­tik Aus­tria. Wäh­rend sich in den nächs­ten 20 Jah­ren Gebur­ten und Ster­be­fälle in Öster­reich noch die Waage hal­ten dürf­ten, sei ab 2030 mit stär­ke­ren Gebur­ten­de­fi­zi­ten zu rech­nen, so Hackl.
Nach sei­nen Pro­gno­sen wird sich die Alters­struk­tur in Öster­reich „deut­lich“ hin zu älte­ren Men­schen ver­schie­ben. Zur­zeit ist rund ein Vier­tel der Bevöl­ke­rung älter als 60 Jahre, lang­fris­tig dürf­ten es mehr als 30 Pro­zent sein. Die Abso­lut­zahl der über 75-jäh­ri­gen Öster­rei­cher soll bis 2030 von der­zeit 662.000 auf über eine Mil­lion steigen.
Der Alte­rungs­pro­zess wird im Wesent­li­chen alle Bun­des­län­der betref­fen, aller­dings mit unter­schied­li­cher Inten­si­tät. Wien wird sich in Zukunft zum demo­gra­fisch jüngs­ten Bun­des­land Öster­reichs entwickeln.

Wan­de­rungs­ge­winn
Das Bevöl­ke­rungs­wachs­tum in Öster­reich wird wesent­lich vom soge­nann­ten „Wan­de­rungs­ge­winn“ abhän­gen, das ist der Saldo aus Zu- und Abwan­de­rung. 2008, zum Datum der letz­ten Erhe­bung, betrug die­ser Saldo rund 34.400 Personen.
„Zuneh­mende Ver­flech­tun­gen mit den bis­he­ri­gen und den neuen EU-Län­dern, das schritt­weise Aus­lau­fen der Über­gangs­be­stim­mun­gen für den Arbeits­markt, bestehende Ansprü­che auf Fami­li­en­nach­züge infolge von Ein­bür­ge­run­gen sowie in gewis­sem Aus­maß auch öko­no­misch bedingte Migra­tion aus Dritt­staa­ten wer­den lang­fris­tig zu einem wei­ter­hin hohen Immi­gra­ti­ons­ni­veau bei­tra­gen“, meint Hackl.
Vor­erst noch wird der „Wan­de­rungs­ge­winn“ jähr­lich zwi­schen 26.000 und 37.000 Per­so­nen betra­gen. Ab dem Jahr 2020 wird die Dif­fe­renz aus Zu- minus Abwan­de­rung lang­fris­tig bei rund 30.000 Per­so­nen rela­tiv kon­stant blei­ben. 2030 wer­den gemäß der vor­lie­gen­den Pro­gnose den 105.000 Zuzü­gen aus dem Aus­land knapp 75.000 Per­so­nen gegen­über­ste­hen, die Öster­reich verlassen.
Beim Bevöl­ke­rungs­wachs­tum wer­den regio­nal unter­schied­li­che Ent­wick­lun­gen erwar­tet. Über­durch­schnitt­lich star­kes Bevöl­ke­rungs­wachs­tum wird für Wien und Nie­der­ös­ter­reich pro­gnos­ti­ziert. Kärn­ten wird hin­ge­gen lang­fris­tig mit Bevöl­ke­rungs­ver­lus­ten zu rech­nen haben. Die künf­ti­gen Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lun­gen des Bur­gen­lan­des sowie von Vor­arl­berg und Tirol ent­spre­chen grosso modo dem Bun­des­trend. Das Bevöl­ke­rungs­wachs­tum Salz­burgs und Ober­ös­ter­reichs sowie der Stei­er­mark soll hin­ge­gen unter­durch­schnitt­lich stark ausfallen.
Inter­es­sant ist das Phä­no­men der Bin­nen­wan­de­run­gen, also der Wohn­sitz- und Arbeits­platz­ver­le­gun­gen inner­halb Österreichs.

Wien wächst
Durch die Größe Wiens als Mil­lio­nen­stadt und die funk­tio­na­len Ver­flech­tun­gen mit den angren­zen­den Regio­nen sind die „Wan­de­rungs­be­we­gun­gen“ im Osten Öster­reichs aus­ge­präg­ter als im übri­gen Bun­des­ge­biet. Die Bin­nen­wan­de­rung betrifft vor allem junge Erwach­sene zwi­schen 20 und 34 Jah­ren sowie in der über­wie­gen­den Mehr­zahl inlän­di­sche Staatsangehörige.
Die alters­spe­zi­fi­schen Mus­ter der Bin­nen­wan­de­rung zei­gen einen aus­ge­präg­ten Trend zur Sub­ur­ba­ni­sie­rung, der mit stei­gen­dem Alter eben­falls auf stadt­fer­nere Gebiete über­greift. Ein­zig die jun­gen Erwach­se­nen zwi­schen 18 und 26 Jah­ren wan­dern über­wie­gend in die Kern­städte, um die dor­ti­gen Bil­dungs­chan­cen und Arbeitsplatz­angebote wahrzunehmen.
Doch aus Öster­reich wird auch aus­ge­wan­dert : Im Jahr 2009 haben rund 87.200 Staats­bür­ger das Land ver­las­sen, davon mehr als die Hälfte in Rich­tung EU-Raum und Schweiz. Knapp 11.000 sind nach „unbe­kannt“ verzogen.
Bei den Zuwan­de­run­gen domi­nier­ten Deut­sche mit mehr als 7000 Per­so­nen, gefolgt von Rumä­nen und Ungarn. Stark waren auch die Zuzüge aus der Slo­wa­kei und Bul­ga­rien. Aus Nicht-EU-Staa­ten domi­nierte der Zuzug aus der Tür­kei, den Län­dern Ex-Jugo­sla­wi­ens, aus Russ­land und aus asia­ti­schen Staa­ten mit Domi­nanz von China und Iran.

Autor:
25.06.2010

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