
Österreicher forcieren erneuerbare Energien
Sanierungsoffensive der Bundesregierung wirkt. 31.600 Haushalte steigen im ersten Quartal auf erneuerbare Wärme um. Ein Schritt in Richtung nachhaltiges Heizen sind etwa Wärmepumpen.
Die Sanierungsoffensive des Bundes wirkt : Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und geopolitischer Unsicherheiten beenden immer mehr Haushalte in Österreich ihre Abhängigkeit von Öl und Gas und setzen mit dem sogenannten „Kesseltausch“ auf umwelt- und klimafreundliche Heizsysteme.
Die Entwicklung im ersten Quartal 2026 bestätigt den eingeschlagenen Kurs : Im Rahmen der Förderschiene „Kesseltausch“ wurden im ersten Quartal 2026 rund 15.600 Registrierungen und Anträge eingebracht. Mit diesen Projekten lösen sich knapp 31.600 Haushalte in Österreich von der Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten und werden künftig aus erneuerbaren Energieträgern versorgt.
Raumwärme und Warmwasser verursachen ein Drittel des gesamten Endenergieverbrauchs
„Wir unterstützen die Menschen beim Umstieg auf erneuerbare Wärme und stärken damit die Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten. Gleichzeitig leistet der Kesseltausch einen sinnvollen und wirksamen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz sowie zur regionalen Wertschöpfung“, sagt Norbert Totschnig, Umweltminister.
Raumwärme und Warmwasser verursachen rund ein Drittel des gesamten Endenergieverbrauchs in Österreich, wobei in privaten Haushalten noch etwa 34 Prozent auf fossile Energieträger entfallen. Um die Dekarbonisierung im Gebäudebestand voranzutreiben, spielen gezielte Fördermaßnahmen eine zentrale Rolle.
Check-Liste für Hausbesitzer
Für viele österreichische Hausbesitzer ist etwa auch eine Wärmepumpe der nächste Schritt in Richtung nachhaltige Energienutzung bzw. Heizen. Experten empfehlen vor Anschaffung einen Test, ob das Wohnobjekt überhaupt geeignet ist. „Ein einfacher und schneller Selbsttest kann hier Abhilfe schaffen“, so Martin Kloboucnik, Co-CEO von WOLF Klima- und Heiztechnik.
Das Unternehmen hat eine Check-List zusammengefasst, wo Hausbesitzer prüfen können, ob ihr Gebäude wärmepumpenfit ist. Ein einfacher Praxistest ist der sogenannte „55-Grad-Check“ der Vorlauftemperatur oder die Überprüfung der Dämmung. Als Faustregel für eine Wärmepumpentauglichkeit gilt hier ein Wert von 120 kWh/m2 pro Jahr.
Überschaubare Optimierungen
Ebenfalls empfohlen wird die Überprüfung des bestehenden Heizsystems, ob alle Räume gleichmäßig warm werden, und ob Heizkörper auch bei niedriger Temperatur warm werden. Wärmepumpen harmonieren besonders gut mit Flächenheizsystemen wie Fußboden- oder Wandheizung, da diese auch bei niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden können.
Passen die Voraussetzungen für eine Wärmepumpe, dann gilt es noch den Platzbedarf und Lärmschutz zu prüfen sowie Bandbreite und Geräte für die nötige Stromversorgung einer Wärmepumpe. Auch wenn nicht alle Parameter des Gebäudechecks positiv bewertet werden, genügen kleinere Anpassungen, um eine Wärmepumpe effizient betreiben zu können.
Reduktion von Treibhausgasen
Das kann sein der Tausch der Heizkörper, die Teilsanierung der Gebäudehülle oder Dachdämmung, das Einstellen der Heizungsanlage oder die hybride Nutzung mit bestehendem Gas- oder Ölkessel. „Selbst ältere Häuser lassen sich mit überschaubaren Optimierungen wärmepumpenfit machen. Der Gebäudecheck gibt eine erste Einschätzung, welche Bereiche man sich vor einer Installation genauer anschauen sollte“, so Kloboucnik von WOLF Klima- und Heiztechnik.
Sanierungen und entsprechende Adaptierungen der Energieversorgung sind generell wichtige Schritte zur Reduktion von Treibhausgasen. „Die Sanierungsoffensive der Bundesregierung trägt nicht nur zur Reduktion von Treibhausgasen bei, sondern setzt auch wichtige Impulse für die Wirtschaft und verbessert die Lebensqualität in den eigenen vier Wänden. Gleichzeitig wird die Abhängigkeit von Energieimporten aus unsicheren Weltregionen deutlich reduziert“ unterstreicht Norbert Totschnig, Umweltminister.(red/cc)