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Öster­rei­chi­sche Betriebe und das Thema Digitalisierung

Jeder vierte Mit­tel­stands­be­trieb setzt auf Künst­li­che Intel­li­genz. Her­aus­for­de­rung ist die Regu­la­to­rik. Ver­trauen und Inves­ti­ti­ons­be­reit­schaft in Digi­ta­li­sie­rung wächst, so neue Erhe­bung von EY.

Die Digi­ta­li­sie­rung schrei­tet unauf­halt­sam voran und ver­än­dert die wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen welt­weit. Für den Mit­tel­stand in Öster­reich stellt sich die Frage, wie digi­tale Tech­no­lo­gien nicht nur genutzt, son­dern auch aktiv in das Geschäfts­mo­dell inte­griert wer­den kön­nen. Digi­tale Tech­no­lo­gien sind zuneh­mend ein essen­zi­el­ler Fak­tor für den unter­neh­me­ri­schen Erfolg. 

Der­zeit bewer­ten 64 Pro­zent der Betriebe ihre Rele­vanz als groß. Umge­kehrt mes­sen rund vier von zehn Unter­neh­men digi­ta­len Tech­no­lo­gien nur eine geringe oder keine Bedeu­tung bei. „Die Digi­ta­li­sie­rung bie­tet enorme Chan­cen, stellt aber auch eine Her­aus­for­de­rung dar, ins­be­son­dere für jene Bran­chen, die ihre Pro­zesse tra­di­tio­nell weni­ger stark auf Tech­no­lo­gie aus­ge­rich­tet haben“, so Chris­toph Mayer, Part­ner Cloud Trans­for­ma­tion bei EY Österreich. 

Jedes vierte Unter­neh­men setzt bereits auf KI-Anwendungen
Unter­neh­men, die die Digi­ta­li­sie­rung ver­nach­läs­si­gen, lau­fen Gefahr, gegen­über digi­tal­af­fi­nen Wett­be­wer­bern ins Hin­ter­tref­fen zu gera­ten und Inno­va­ti­ons­po­ten­ziale unge­nutzt zu las­sen“, betont Mayer, der bei EY auch für die EY Micro­soft Ser­vice Group ver­ant­wort­lich ist. Mayer bezieht sich auf die Ergeb­nisse einer EY-Stu­die, für die über 500 mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men in Öster­reich befragt wurden.

Ein Vier­tel der befrag­ten Unter­neh­men setzt bereits auf KI-Anwen­dun­gen, wei­tere zwölf Pro­zent pla­nen deren Ein­füh­rung. Die Mehr­heit der Unter­neh­men (62 Pro­zent) ver­zich­tet bis­lang auf den Ein­satz von KI und hat auch keine kon­kre­ten Pläne, dies zu ändern. Vor­rei­ter­bran­chen wie Finanz- & andere Dienst­leis­tun­gen sowie Indus­trie, die KI-Anwen­dun­gen bereits aktiv nut­zen, trei­ben die Ent­wick­lung voran, wäh­rend der Immo­bi­lien- und Bau­sek­tor mit einer Nut­zungs­rate von nur 13 Pro­zent deut­lich hinterherhinkt.

Large Lan­guage Models wie Ope­nAI und Chat­bots beson­ders verbreitet
Bemer­kens­wert ist, dass etwa jedes achte Unter­neh­men (12 Pro­zent) KI bereits stra­te­gisch in sein Geschäfts­mo­dell inte­griert hat, ein Anteil, der in Bran­chen wie Finanz- & andere Dienst­leis­tun­gen sogar noch höher ist. Andere Berei­che, wie Trans­port, Ver­kehr und Ener­gie agie­ren hin­ge­gen noch zurückhaltend.
Bei den ein­ge­setz­ten Tech­no­lo­gien zeich­nen sich deut­li­che Trends ab: Beson­ders ver­brei­tet sind Large Lan­guage Models wie Ope­nAI, die von einem Vier­tel der KI-Anwender:innen genutzt wer­den. Auch Chat­bots, die den Kun­den­ser­vice opti­mie­ren, erfreuen sich mit 25 Pro­zent gro­ßer Beliebt­heit. Micro­soft Copi­lot fin­det bei 21 Pro­zent Anwen­dung, wäh­rend spe­zia­li­sierte Tech­no­lo­gien wie Machine Lear­ning oder Com­pu­ter Vision bis­lang nur von einer klei­ne­ren Gruppe ein­ge­setzt wer­den (12 bzw. 6 Prozent).

Keine Aus­ein­an­der­set­zung mit KI-Regu­la­to­rik bei gro­ßer Mehr­heit der Unternehmen
Ein kri­ti­scher Punkt bei der Ein­füh­rung von KI ist die Aus­ein­an­der­set­zung mit regu­la­to­ri­schen Anfor­de­run­gen. Knapp neun von zehn Unter­neh­men, die KI nut­zen, haben sich noch nicht inten­siv mit den gesetz­li­chen Vor­ga­ben beschäf­tigt. Ledig­lich zwölf Pro­zent set­zen sich umfas­send mit der Gesetz­ge­bung aus­ein­an­der. Beson­ders aus­ge­prägt ist diese Pro­ble­ma­tik in Bran­chen wie Trans­port und Ener­gie, wo sich nur 37 Pro­zent über­haupt mit Regu­lie­rungs­fra­gen beschäf­ti­gen. Im Immo­bi­lien- und Bau­sek­tor liegt die­ser Anteil dage­gen bei über drei Vier­tel. Trotz aller Her­aus­for­de­run­gen berich­ten die meis­ten Unter­neh­men, die KI ein­set­zen, von posi­ti­ven Erfahrungen. 

Über 70 Pro­zent der Nutzer:innen geben an, dass KI-Anwen­dun­gen ihre Arbeit erleich­tert oder sogar ver­bes­sert haben. Nur ein schwin­dend gerin­ger Anteil von zwei Pro­zent äußert sehr nega­tive Aus­wir­kun­gen. Das zeigt, dass KI nicht nur als tech­no­lo­gi­sche Errun­gen­schaft betrach­tet wird, son­dern auch kon­krete Vor­teile für den Arbeits­all­tag bie­ten kann. Wäh­rend knapp drei von zehn Unter­neh­men mit Per­so­nal­ein­spa­run­gen rech­nen, gehen die meis­ten Betriebe davon aus, dass das nicht der Fall sein wird. Beson­ders Indus­trie und Ener­gie sehen hier Ein­spa­rungs­po­ten­zial, wäh­rend Tou­ris­mus und Sozia­les, Wis­sen­schaft, Bil­dung eher skep­tisch bleiben.

Ver­trauen in Digi­ta­li­sie­rung wächst
Drei Vier­tel der befrag­ten Unter­neh­men sieht in der fort­schrei­ten­den Digi­ta­li­sie­rung eine Chance. Nur sie­ben Pro­zent betrach­ten sie als Bedro­hung – ein kla­res Zei­chen für das Ver­trauen in die digi­tale Trans­for­ma­tion. Bemer­kens­wert ist, dass der Anteil der Optimist:innen gegen­über Jah­res­be­ginn 2024 um zehn Pro­zent­punkte gestie­gen ist. Diese Ent­wick­lung zeigt, dass viele Unter­neh­men zuneh­mend die Mög­lich­kei­ten der Digi­ta­li­sie­rung erken­nen und nutzen.

Die Ein­schät­zun­gen vari­ie­ren jedoch je nach Bran­che und Unter­neh­mens­größe: So sehen bei­spiels­weise Han­del & Kon­sum­gü­ter sowie Immo­bi­lien & Bau­ge­werbe mit 79 Pro­zent die Digi­ta­li­sie­rung beson­ders posi­tiv. Auch grö­ßere Unter­neh­men mit einem Umsatz von über 30 Mil­lio­nen Euro tei­len die­sen Opti­mis­mus (78 Pro­zent). Dage­gen betrach­ten soziale Ein­rich­tun­gen, Wis­sen­schaft und Bil­dung die Digi­ta­li­sie­rung eher kritisch. 

Autor: red/czaak
06.03.2025

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