
Österreichische KMU wissen nichts über Forschungsprämie
Eine aktuelle Studie der FH-Wien beleuchtet, dass kleine und mittlere Unternehmen die steuerliche Forschungsförderung nahezu nicht nutzen.
Im Zuge der geplanten Steuerreform wird der Prämiensatz für die steuerliche Forschungsförderung von 10 % auf 12 % angehoben. Da es bisher kaum Untersuchungen zu dieser Form der indirekten Förderung gab, hat das Unternehmen ITS Förderberatung GmbH bei der FH-Wien der Wiener Wirtschaftskammer eine Studie in Auftrag gegeben.
Es wurde evaluiert, unter welchen Bedingungen kleine und mittlere Unternehmen die Forschungsprämie in Anspruch nehmen und wie sie sich auf die Wettbewerbsfähigkeit auswirkt. Studenten vom „Institut für Unternehmensführung“ sind auch der Frage nachgegangen, wie sich die Forschungsprämie auf die Wettbewerbsfähigkeit auswirkt.
Forschung und Entwicklung entscheidend
Forschung und Entwicklung (F&E) sind für Unternehmen essentiell, um wettbewerbsfähig zu bleiben und langfristig erfolgreich agieren zu können. 64% der Befragten geben an, dass sie dadurch mehr innovative Projekte in ihrem Unternehmen umgesetzt haben. Allerdings ist F&E aber auch immer mit Kosten verbunden, die finanziert werden müssen.
„Diese Studie zeigt, dass innovationsstarke, österreichische Klein- und Mittelunternehmen die Forschungsprämie als Belohnung für ihre Innovationsleistungen sehen,“ so Manuela Walser, Geschäftsführerin der ITS Förderberatung. „Steuerliche Forschungsförderung ist das Instrument zur Ankurbelung der angewandten Forschung in Österreich. Es entsteht ein Kreislauf, der indirekt zu erhöhter Forschungsaktivität führt,“ so Walser weiter.
Unwissenheit und Unverständnis
Viele Unternehmen wissen aber gar nicht, dass es neben der unternehmenseigenen Finanzierung die Möglichkeit gibt, diese indirekte Förderung in Anspruch zu nehmen. KMU nutzen die Forschungsprämie oft erst dann, wenn ein Steuerberater, ein Förderberater oder ein Mitarbeiter das Wissen ins Unternehmen einbringt. Unklarheit herrscht in vielen Fällen auch darüber, wie die Beantragung geltend gemacht werden kann.
Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Studie ist, dass der Begriff „Forschung“ oft falsch verstanden wird. Viele Unternehmer wissen nicht, dass sie eigentlich einen Rechtsanspruch auf die Forschungsprämie haben und ihnen die Chance auf eine solche Förderung entgeht.
Der Staat unterstützt F & E
In Österreich werden Unternehmen, die Forschung und Entwicklung betreiben, vom Staat finanziell unterstützt. Sie können für ihre geleisteten Aufwendungen beim Finanzamt eine Forschungsprämie geltend machen (gemäß § 108c Einkommensteuergesetz (EStG)).
Diese steuerliche Forschungsförderung beträgt derzeit 10% der förderwürdigen Aufwendungen, die für Forschung und experimentelle Entwicklung anfallen. Sie steht jedem innovativen Unternehmen gesetzlich zu, das in Österreich steuerpflichtig ist. Diese wird auch bei Verlusten oder bei negativen Forschungsergebnissen fällig wird und damit auch für StartUps interessant.