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Öster­reichs Fami­lien geben sich wie­der traditioneller

Trotz Kin­der­wunsch haben immer mehr Fami­lien weni­ger Kin­der als sie wollen.

Wie­ner Demo­gra­fen sehen den Trend zurück zum tra­di­tio­nel­len Rol­len­bild. Die Demo­gra­fin Isa­bella Buber-Enn­ser vom Insti­tut für Demo­gra­phie der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten forscht zur Rea­li­sie­rung von Kinderwünschen.
“Bei den Müt­tern sind heute wie­der mehr in Teil­zeit­be­schäf­ti­gung als noch vor 20 oder 25 Jah­ren”, sagt die Wis­sen­schaf­te­rin. Nach wie vor ist das Thema Ver­ein­bar­keit auf die Frauen kon­zen­triert. Selbst bei höher gebil­de­ten Frauen zeigt sich die­ser Trend. Wer vor der Geburt bereits in Teil­zeit­be­schäf­ti­gung war, bleibt es auch danach. Buber-Enn­ser sieht das mit Blick auf die Pen­sion und ein stei­gen­des Armuts­ri­siko bei Frauen kri­tisch. Als Fak­to­ren für diese Ent­wick­lung macht die Demo­gra­fin zum einen die Ver­ein­bar­keit von Beruf und Fami­lie aus, zum ande­ren seien die Werte und Nor­men im inter­na­tio­na­len Ver­gleich sehr traditionell.

Wert­voll
Für ihre der­zeit lau­fen­den Unter­su­chun­gen hat ein Team um Buber-Enn­ser in einem vom FWF geför­der­ten Pro­jekt wert­vol­les empi­ri­sches Mate­rial zur Ver­fü­gung. Denn erst­mals seit 30 Jah­ren lie­gen mit dem “Gene­ra­ti­ons and Gen­der Sur­vey (GGS)” Daten vor, die einen Ver­gleich aus zwei Befra­gun­gen mit den­sel­ben Per­so­nen ermög­li­chen : 3.000 Frauen und 2.000 Män­ner wur­den im Jahr 2009 und erneut vier Jahre spä­ter befragt.
Zwi­schen 2009 und 2013 hat die durch­schnitt­lich gewünschte Kin­der­zahl der Stu­di­en­teil­neh­mer um 0,2 Kin­der abge­nom­men und lag 2013 bei 1,9 Kin­dern. Den Plan, inner­halb der nächs­ten drei Jahre ein Kind zu bekom­men, setz­ten 43 Pro­zent der Befrag­ten um. Die Gebur­ten­rate war lange Zeit bei 1,4 Kin­dern, stieg in den letz­ten Jah­ren auf 1,5 an, und ist nach wie vor nied­rig in Öster­reich. Der soge­nannte Tem­po­ef­fekt spielt da eine Rolle. Das bedeu­tet, dass Frauen zuneh­mend spä­ter Kin­der krie­gen und die Gebur­ten­ra­ten damit erst nach eini­gen Jah­ren anziehen.

Autor: red/stem/cc
05.05.2017

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