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Öster­reichs Jugend wird mög­li­cher­weise nachdenklicher

Neuer Jugend-Inter­net-Moni­tor belegt Trend­um­kehr bei Nut­zung von Social Media von Öster­reichs Jugend. Vor allem Whats­App und You­Tube haben mas­siv an Rele­vanz ver­lo­ren. Zuge­legt hat TikTok.

Safer­inter­net hat auch heuer wie­der die Social-Media-Favo­ri­ten von Öster­reichs Jugend­li­chen ermit­telt. Auch wenn es an der Spitze nur geringe Ver­schie­bun­gen gibt, zeigt sich eine gerin­gere Nut­zung von sozia­len Netz­wer­ken durch Jugend­li­che. Vor allem Whats­App und You­Tube haben mas­siv an Nut­ze­rin­nen und Nut­zern ver­lo­ren. Deut­li­che Zuge­winne ver­zeich­net ein­zig die Instant-Foto-App BeReal. 

„Soziale Medien bil­den nicht immer die Rea­li­tät ab“ unter­streicht das Bundeskanzleramt
Wel­che Sozia­len Netz­werke wer­den von jun­gen Men­schen in Öster­reich gerne genutzt ? Gibt es einen Unter­schied zwi­schen Mäd­chen und Bur­schen ? Der Jugend-Inter­net-Moni­tor der EU-Initia­tive Saferinternet.at unter­sucht seit neun Jah­ren die Nut­zung von sozia­len Netz­wer­ken der öster­rei­chi­schen Jugend. Die Daten­er­he­bung wurde wie­der vom Jugend­staats­se­kre­ta­ria­tes im Bun­des­kanz­ler­amt unter­stützt und vom Insti­tut für Jugend­kul­tur­for­schung durch­ge­führt. Befragt wur­den 400 Jugend­li­che im Alter von 11 bis 17 Jah­ren aus ganz Öster­reich. „Die Stu­die zeigt ein­mal mehr, dass soziale Medien ein bedeu­ten­der Teil des Lebens jun­ger Men­schen sind. Gerade des­we­gen ist es uns wich­tig, auch auf­zu­zei­gen, dass soziale Medien nicht immer die Rea­li­tät abbil­den. Gemein­sam mit Safer­inter­net stel­len wir ein umfas­sen­des Ser­vice-Paket für Jugend­li­che, Eltern, Leh­rer und Ver­eine bereit“, erläu­tert Clau­dia Pla­kolm, Jugend­staats­se­kre­tä­rin (ÖVP) im Bun­des­kanz­ler­amt. Starke Ver­luste für Whats­App und You­Tube Die Num­mer eins der belieb­tes­ten Inter­net­platt­for­men öster­rei­chi­scher Jugend­li­cher ist auch in die­sem Jahr Whats­App (Nut­zung ins­ge­samt : 76 Pro­zent, davon 77 täg­lich), knapp gefolgt von Insta­gram (71) und You­Tube (70, davon 51Prozent tägl.). Aller­dings haben vor allem Whats­App mit minus 20 Pro­zent­punk­ten und You­Tube mit minus 24 Pro­zent­punk­ten mas­sive Rück­gänge zu ver­zeich­nen. Durch die Viel­zahl an Platt­for­men mit teil­weise sehr ähn­li­chen Funk­tio­nen ver­lie­ren eta­blierte soziale Netz­werke bei den 11- bis 17-Jäh­ri­gen zuneh­mend an Bedeu­tung. So fin­det die Kom­mu­ni­ka­tion zwi­schen Jugend­li­chen längst auch über andere Kanäle statt. Vor allem bei den Jün­ge­ren ver­liert auch You­Tube immer mehr an Rele­vanz, da inzwi­schen alle gro­ßen Netz­werke auf die Ein­bin­dung von Videos set­zen. Mög­li­cher­weise spielt auch die zuneh­mende Nut­zung eta­blier­ter Platt­for­men durch Eltern und Groß­el­tern eine Rolle. Um sich abzu­gren­zen, wan­dern Jugend­li­che ver­stärkt von gro­ßen Diens­ten zu neue­ren Platt­for­men ab, wo sie sich noch unge­stört fühlen.

65 Pro­zent nut­zen Tik­Tok und das ergibt Platz vier vor Snap­chat Auf Platz vier des dies­jährigen Jugend-Inter­net-Moni­tors lan­det Tik­Tok : Die Video-App (Nut­zung ins­ge­samt : 65 Pro­zent, davon 72 täg­lich) konnte die Foto-Sha­ring-App Snap­chat (insg. 61, davon 72 Pro­zent tägl.) erst­mals über­ho­len. Die bei­den Netz­werke lie­gen jedoch wei­ter­hin nah bei­ein­an­der. Snap­chat hat dabei im Jah­res­ver­gleich mit minus 8 Pro­zent­punk­ten den dritt­stärks­ten Ver­lust zu ver­zeich­nen. Wei­ter­hin in den Top sechs ver­tre­ten ist die digi­tale Pinn­wand Pin­te­rest mit einer Nut­zung von ins­ge­samt 42 Pro­zent. BeReal konnte auch die­ses Jahr wei­ter zule­gen und lan­det mit dem größ­ten Zuwachs von plus 13 Pro­zent­punk­ten nun auf Platz 8 (Nut­zung ins­ge­samt : 31 Pro­zent). Zule­gen konnte auch X (vor­mals Twit­ter) mit plus sechs Pro­zent­punk­ten (Nut­zung ins­ge­samt : 24 Pro­zent). Wie­der zurück in den Top 14 ist die­ses Jahr Tele­gram mit einer Nut­zung von ins­ge­samt 18 Pro­zent. Wei­ter­hin große geschlech­ter­spe­zi­fi­sche Unter­schiede bei Social-Media-Nut­zung Wie der Jugend-Inter­net-Moni­tor 2024 ebenso zeigt, gibt es wei­ter­hin in vie­len Berei­chen große Nut­zungs­un­ter­schiede zwi­schen den Geschlech­tern. Mit 89 Pro­zent ist Whats­App erst­mals bei der weib­li­chen Ziel­gruppe deut­lich belieb­ter als bei männ­li­chen Jugend­li­chen (65 Pro­zent). Auch die Platt­for­men Pin­te­rest (Mäd­chen : 53, Jungs : 31), Snap­chat (Mäd­chen : 72, Jungs : 52), Insta­gram (Mäd­chen : 79, Jungs : 63) und You­Tube (Mäd­chen : 76 Jungs : 65 Pro­zent) wer­den vor allem von weib­li­chen Jugend­li­chen genutzt. Im Gegen­satz dazu wer­den die aus dem Gam­ing-Bereich stam­men­den Platt­for­men Dis­cord (Mäd­chen : 13 Pro­zent, Jungs : 48) und Twitch (Mäd­chen : 7, Jungs : 39) wei­ter­hin von wesent­lich mehr männ­li­chen Jugend­li­chen genutzt. Auch X (Mäd­chen : 11, Jungs : 35) sowie die Mes­sen­ger-Dienste Tele­gram (Mäd­chen : 10, Jungs : 25) und Signal (Mäd­chen : 11, Jungs : 26 Pro­zent) sind bei männ­li­chen Jugend­li­chen belieb­ter. Eine Trend­än­de­rung lässt sich bei Roblox beob­ach­ten. Die Online-Spie­le­platt­form wurde zuletzt von bei­den Geschlech­tern glei­cher­ma­ßen genutzt, aktu­ell ist sie bei Jungs (28 Pro­zent) deut­li­cher belieb­ter als bei Mäd­chen (10). Gene­ra­tive Chat­bots wie ChatGPT wer­den von Jugend­li­chen regel­mä­ßig genutzt Im Rah­men des Jugend-Inter­net-Moni­tors wurde auch die Nut­zung von gene­ra­ti­ven Chat­bots abge­fragt, kon­kret ChatGPT. 71 Pro­zent der befrag­ten Jugend­li­chen haben die­ses Tool zumin­dest schon ein­mal genutzt, vor allem männ­li­che Jugend­li­che (78). Auf­fal­lend ist, dass es kei­nen Unter­schied zwi­schen der Alters­gruppe der 11- bis 14-Jäh­ri­gen (70) und der 15- bis 17-Jäh­ri­gen (71) gibt. Genutzt wird ChatGPT vor­ran­gig direkt auf der Platt­form Ope­nAI (81 Pro­zent), gefolgt vom Snap­chat-Chat­bot My AI (28). Nur 8 Pro­zent nut­zen ChatGPT über Micro­softs Such­ma­schine Bing. 

Geschlech­ter­spe­zi­fi­sche Unter­schiede gibt es vor allem beim Chat­bot My AI, der haupt­säch­lich von weib­li­chen Jugend­li­chen (41 Pro­zent, Jungs : 19) genutzt wird. Der Jugend-Inter­net-Moni­tor ist eine jähr­lich durch­ge­führte und reprä­sen­ta­tive Stu­die im Auf­trag von Saferinternet.at. Erho­ben wird, wie und wel­che sozia­len Netz­werke und Online-Platt­for­men von Jugend­li­chen (11 bis 17 Jahre) in Öster­reich genutzt wer­den und wel­che Ver­än­de­run­gen es in der Medi­en­nut­zung in die­ser Bevöl­ke­rungs­gruppe gibt. 

Autor: red/czaak
15.03.2024

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