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Öster­reichs Pro­vinz ent­fal­tet höchs­tes Potenzial

Öster­rei­chi­sche Unter­neh­men reüs­sie­ren mit Ideen­reich­tum und Schöp­fer­kraft rund um den Glo­bus. Der Groß­teil an Inno­va­tion ent­steht dabei weit abseits der übli­chen Ballungszentren.

Sili­con Val­ley, skan­di­na­vi­sche Ideen­schmie­den oder asia­ti­sche Tiger­staa­ten gel­ten gemein­hin als rich­tung­wei­sende Vor­zei­ge­mo­delle für Inno­va­tion, For­schung und Wei­ter­ent­wick­lung. Dabei wird oft über­se­hen, dass unge­wöhn­lich viele hei­mi­sche Unter­neh­men mit ihren Erfin­dun­gen und Ent­wick­lun­gen nicht nur im Kon­zert der Gro-ßen mit­spie­len, son­dern bereits in eini­gen Nischen die glo­bale Markt­füh­rer­schaft inne­ha­ben. Der Begriff „made in Aus­tria“, der von einem eige­nen Minis­te­rium für Inno­va­tion und Tech­no­lo­gie geför­dert wird, steht für Ideen, die inter­na­tio­nal sehr heiß begehrt sind sowie breite Ver­wen­dung und stei­gen­den Absatz auf dem glo­ba­len Markt finden.
Wirft man einen Blick auf die lange Liste hei­mi­scher Unter­neh­men, die mit beson­de­rem Know-how reüs­sie­ren, so fällt auf, dass es vor allem Betriebe und Insti­tu­tio­nen abseits der indus­tri­el­len Bal­lungs­zen­tren sind, die grenz­über­grei­fend für Furore sor­gen. Die Land­luft in der „Pro­vinz“ regt sicht­lich nicht nur Kör­per und Seele, son­dern auch den Erfin­der­geist kräf­tig an.
So exis­tiert im nur 2500 See­len zäh­len­den Ort Ober­wölb­ling am Dun­kel­stei­ner Wald ein inter­na­tio­nal gefrag­tes Unter­neh­men der Auto­ma­ti­sie­rungs­tech­nik namens Logi­cals, das sich mit Soft­ware-Lösun­gen zum Top-Player ent­wi­ckelte, des­sen Inno­va­tio­nen von der inter­na­tio­na­len Auto­ma­ti­ons­in­dus­trie sowie von renom­mier­ten OEM-Part­nern und Sys­tem­in­te­gra­to­ren seit Lan­gem begeis­tert auf­ge­nom­men werden.

Länd­li­cher Ideenreichtum
Von Mond­see aus begann der Was­ser­auf­be­rei­ter BWT einen inno­va­ti­ven Erfolgs­lauf rund um den Glo­bus, der in 32 Nie­der­las­sun­gen in 17 Län­dern mün­dete. In Wil­he­ring star­tete NTS, das mit POS-Soft­ware und Retail-Manage­ment-Sys­te­men nun in Zen­tral- und Ost­eu­ropa ope­riert. Vom Stand­ort Weiz aus sorgte VA Tech Hydro mit Hydro­ma­trix-Tur­bi­nen für Auf­se­hen. Diese Liste der Big Player abseits bekann­ter Zen­tren ließe sich lange weiterführen.
Da erstaunt es, dass man den neuen Inno­va­ti­ons­hoff­nun­gen in den Bun­des­län­dern nur lang­sam die ver­diente tat­kräf­tige Unter­stüt­zung zukom­men lässt. So ist es bis­lang aus­schließ­lich Nie­der­ös­ter­reich vor­be­hal­ten, mit einem bun­des­weit ein­zig-arti­gen Para­de­bei­spiel an För­de­rung und Finan­zie­rungs­un­ter­stüt­zung voranzugehen.
In Klos­ter­neu­burg wurde durch das Accent-Grün­der­ser­vice und die Ven­ture-Kapi­tal-Ver­gabe von Tec­net Equity der Anfang 2008 neu gegrün­de­ten 7Ccell Mari­time Tele­com ein fixes Zuhause und ein finan­zi­el­les Umfeld geschaf­fen, das eine wei­tere inter­na­tio­nale Expan-sion unter­stützt und gleich­zei­tig den Stand­ort für das Bun­des­land sichert. Das Unter­neh­men fir­miert heute als welt­weit ers­ter Voice-over-IP-Anbie­ter für Hoch­see­schiff­fahrt und Ölplatt­for­men. „Ich hoffe, dass diese nie­der-öster­rei­chi­sche Initia­tive bald bun­des­weit Nach­ah­mer fin­det, um die ein­ge­fro­rene natio­nale Grün­der­szene zu bele­ben“, stellt 7Ccell-Geschäfts­füh­rer Peter Mar­tin im Geiste vie­ler inno­va­ti­ver Grün­der fest.
In Anbe­tracht zahl­rei­cher Bei­spiele stellt sich abschlie­ßend auch die Frage, ob Ideen­reich­tum nur abseits der Bal­lungs­zen­tren mög­lich ist oder ob man gar davon spre­chen könne, dass hei­mi­sche Inno­va­tion nur außer­halb der Urba­ni­tät blüht.
„Es ist grund­falsch, dies zu den­ken“, meint Euro­stat-Ana­lyst Peter Riet­ler. „Wir sehen statt­des­sen eine wei­tere Bestä­ti­gung einer inner­halb der EU ver­brei­te­ten These, wonach über 70 Pro­zent aller Inno­va­tio­nen auf der Idee einer ein­zel­nen Per­son oder auf der Arbeit und Wei­ter­ent­wick­lung einer inner­halb eines Per­so­nen­krei­ses klar posi­tio­nier­ten Nischen­firma basie­ren. Wei­tere 20 Pro­zent wer­den vom Markt, von den Ziel­grup­pen oder von den Gege­ben­hei­ten ein­ge­for­dert, und nur zehn Pro­zent ent­stam­men der Arbeit und For­schung an Uni­ver­si­tä­ten oder Kon­zer­nen. Die Wahr­schein­lich­keit, dass eine tolle Idee statt in Lon­don, Tokio oder eben Wien in einem klei­nen Ort gebo­ren wird, ist sta­tis­tisch allen­falls dadurch erhöht, dass mit Aus­nahme von Sin­ga­pur keine Groß­stadt über die gesamte Bevöl­ke­rungs­zahl eines Lan­des ver­fügt und daher viele Ideen auf dem Land gebo­ren werden.“

Autor:
01.12.2008

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