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„Öster­reichs Wirt­schaft geht wei­ter­hin am Stock“ 

Auf­grund der anhal­tend schwa­chen Wirt­schafts­leis­tung pen­delt sich die Zahl der Fir­men­plei­ten auf hohem Niveau ein. Daran dürfte sich im Jah­res­ver­lauf nichts ändern, so eine aktu­elle Ana­lyse des KSV 1870. 

Die anhal­tend schwa­che Wirt­schafts­leis­tung sorgt auch zu Jah­res­be­ginn für ein hohes Insol­venz­auf­kom­men in Öster­reich. Laut Wirt­schafts­for­schung ließ die hei­mi­sche Leis­tungs­stärke 2024 im Jah­res­ver­gleich um etwas mehr als ein Pro­zent nach, ins­be­son­dere im vier­ten Quar­tal des Vor­jah­res war der Rück­gang deut­lich. Damit befin­det sich Öster­reich wei­ter in einer der längs­ten Schwä­che­pe­ri­oden der ver­gan­ge­nen 30 Jahre. Zudem sind Ende 2024 zahl­rei­che staat­li­che För­de­run­gen aus­ge­lau­fen, und dazu ist die Infla­tion zu Jah­res­be­ginn gegen­über den vor­an­ge­gan­ge­nen Mona­ten wie­der leicht gestiegen.
Die Gründe dafür lie­gen unter ande­rem in den zuletzt noch­mals gestie­ge­nen Energiekosten. 

Ein­zelne zarte posi­tive Signale aus man­chen Bran­chen sind zu wenig, damit sich die ins­ge­samt trübe Stim­mung ver­bes­sert. „Die aktu­el­len Zah­len bestä­ti­gen das Offen­sicht­li­che. Öster­reichs Wirt­schaft geht wei­ter­hin am Stock. Sie benö­tigt drin­gen­der denn je fri­schen Sau­er­stoff, um wie­der in Schwung zu kom­men“, erklärt Karl-Heinz Götze, MBA, Lei­ter KSV1870 Insol­venz. Als Folge der anhal­ten­den Schwä­che­phase muss­ten im ers­ten Quar­tal 2025 in Öster­reich 1.741 Unter­neh­men (+ 3 Pro­zent gegen­über 2024) Insol­venz anmel­den – davon wur­den 647 Fälle (+ 8 Pro­zent) man­gels Kos­ten­de­ckung nicht eröffnet. 

Die alten Bekann­ten Han­del und Bau und Gastro
Laut aktu­el­ler KSV1870 Hoch­rech­nung sind drei „alte Bekannte“ für etwa 45 Pro­zent aller Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen in Öster­reich ver­ant­wort­lich. Der Han­del ver­zeich­net mit 312 Fäl­len die meis­ten Fir­men­plei­ten. Dahin­ter fol­gen trotz eines jeweils recht deut­li­chen Rück­gangs die Bau­wirt­schaft mit 279 und die Beherbergung/​Gastronomie mit 191 Plei­ten auf den Plät­zen zwei und drei. 

Bei der Bau­wirt­schaft dürfte die Tal­sohle lang­sam durch­schrit­ten sein, wenn­gleich der Wohn­bau wei­ter­hin unter Druck ist. Ergän­zend sei an die­ser Stelle das Grund­stücks- und Woh­nungs­we­sen (110 Insol­ven­zen) erwähnt – in die­ser Bran­che steht mit einem Plus von 62 Pro­zent der größte Anstieg zu Buche. Gleich­zei­tig fal­len in die­sem Seg­ment die vor­läu­fi­gen Pas­siva mit 1,3 Mrd. Euro immens hoch aus. Geschul­det ist die­ses Ergeb­nis fünf wei­te­ren Insol­venz­fäl­len aus dem Signa-Konzern.

Wirt­schaft muss deut­lich und rasch gestärkt werden
Ins­be­son­dere im ver­gan­ge­nen Jahr gab es eine Viel­zahl an Groß­in­sol­ven­zen, wodurch die Pas­siva mas­siv in die Höhe getrie­ben wur­den. In Wien sind die Pas­siva gar um 450 Pro­zent auf 1,7 Mrd. Euro ange­wach­sen. Die „Haupt­schuld“ an die­ser explo­si­ons­ar­ti­gen Ent­wick­lung tra­gen die bereits erwähn­ten „Signa-Insol­ven­zen“. Auf­grund der anhal­tend schwa­chen Wirt­schafts­leis­tung ist in Öster­reich ein Rück­gang der Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen aus heu­ti­ger Sicht kein Thema. 

Der KSV1870 erwar­tet hier­zu­lande am Ende des Jah­res zwi­schen 6.500 und 7.000 Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen. „Aktu­ell sind keine rea­lis­ti­schen Anzei­chen erkenn­bar, dass sich am bestehen­den Insol­venz­schub in abseh­ba­rer Zeit signi­fi­kante Ände­run­gen erge­ben“, so Götze. „Damit die Insol­venz­zah­len sin­ken, muss die Wirt­schaft deut­lich und rasch gestärkt werden.“ 

Autor: red/czaak
13.03.2025

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