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Ohne Bil­dung keine Perspektiven

Rund 100 Mil­lio­nen Kin­der wach­sen welt­weit ohne Schul­bil­dung auf. Doch aus den bil­dungs­lo­sen Kin­dern wer­den bil­dungs­lose Erwach­sene, was Gesell­schaf­ten in schwere Pro­bleme stür­zen kann.

Dass Bil­dung einer der wich­tigs­ten Grund­pfei­ler für eine funk­tio­nie­rende und eine nach­hal­tig pro­spe­rie­rende Gesell­schaft ist, braucht heute kaum mehr betont zu wer­den. Bil­dung sorgt vor allem für nach­hal­tige Ent­wick­lung über meh­rere Generationen.
Diese Erkennt­nis mag tri­vial erschei­nen, ihre Bedeu­tung ist es aber nicht. Sehen wir uns in den heu­ti­gen Kri­sen­ge­bie­ten um. In Afgha­ni­stan und dem nörd­li­chen Paki­stan zum Bei­spiel, den gegen­wär­ti­gen Kon­flikt­her­den par excel­lence, steht es um Bil­dungs­chan­cen eher schlecht. Junge Men­schen ohne Per­spek­ti­ven sind erheb­lich anfäl­li­ger für Radi­ka­lis­men, in die­sem Fall für isla­mis­ti­sche. Mit Fana­tis­mus­leh­ren, die den Platz einer Bil­dungs­er­zie­hung ein­neh­men, wird eine aggres­sive, into­le­rante Sub­kul­tur des reli­giö­sen Ter­ro­ris­mus genährt. Statt in staat­li­che Bil­dungs­ein­rich­tun­gen wer­den junge Leute in Madra­sas (isla­mi­schen Schu­len) gedrillt, wie Tali­ban-Aus­stei­ger berich­ten. Und es gibt kaum Alter­na­tive dazu.

Struk­tur­ver­sa­gen
Dies ist nur ein Bei­spiel dafür, wozu das Ver­sa­gen einer funk­tio­nie­ren­den Bil­dungs­struk­tur füh­ren kann. Die Unesco hat daher Recht, mit ihrer Initia­tive „Bil­dung für nach­hal­tige Ent­wick­lung“ beson­ders inten­siv auf die Not­wen­dig­keit von Bil­dung hinzuweisen.
„Nach­hal­tige Ent­wick­lung ver­sucht die Erfor­der­nisse der Gegen­wart zu erken­nen, ohne zukünf­tige Gene­ra­tio­nen zu kom­pro­mit­tie­ren“, so die Unter­or­ga­ni­sa­tion der Ver­ein­ten Nationen.
„Wir müs­sen ler­nen, unse­ren Weg aus den vor­herr­schen­den sozia­len und umwelt­li­chen Pro­ble­men zu fin­den. Die Initia­tive Bil­dung für nach­hal­tige Ent­wick­lung zielt dar­auf ab, dass Men­schen ihre Hal­tun­gen, ihre Fähig­kei­ten und ihr Wis­sen dazu ein­set­zen, um infor­mierte Ent­schei­dun­gen zu tref­fen – zu ihrem eige­nem Nut­zen und dem von ande­ren, und um jetzt und in der Zukunft auf der Basis die­ser Infor­ma­tio­nen Ent­schei­dun­gen zu treffen.“

Koope­ra­tio­nen
Was Ent­wick­lungs­län­der betrifft, ist die Offen­sive natur­ge­mäß beson­ders gefor­dert. Häu­fig arbei­tet die Unesco hier auch mit Fir­men­in­itia­ti­ven zusam­men. Ste­fan Ren­ni­cke, Lei­ter des Fach­be­reichs Public Pri­vate Part­ner­ships bei der deut­schen Unesco-Kom­mis­sion, weist auf einige erfolg­rei­che Ko­operationen in Afrika hin. Obwohl, so Ren­ni­cke, Fir­men­part­ner für sol­che Koope­ra­tio­nen nicht leicht zu fin­den seien, gebe es den­noch gute Ansätze.
Ein jün­ge­res Bei­spiel für unter­neh­me­ri­sches Enga­ge­ment in Afrika ist die Cisco Net­wor­king Aca­demy in Kam­pala, der Haupt­stadt von Uganda, wo mit Erfolg ins­be­son­dere junge Frauen zu Netz­werk-Admi­nis­tra­to­rin­nen aus­bil­det werden.
Laut Unesco-Zah­len wach­sen mehr als 100 Mio. Kin­der welt­weit ohne Schul­bil­dung auf. Wei­tere 150 Mio. bre­chen die Schule vor­zei­tig ab, unge­fähr 800 Mio. Erwach­sene sind Analphabeten.
Das Pro­blem : Aus den Kin­dern ohne Bil­dung wer­den Erwach­sene ohne Bil­dung. In den betrof­fe­nen Län­dern feh­len gut aus­ge­bil­dete Fach­kräfte. Wer es sich als Mit­glied der rei­che­ren Schich­ten leis­ten kann, ver­sucht einen Stu­di­en­platz im west­li­chen Aus­land zu ergat­tern. Und das Bil­dungs­ni­veau im eige­nen Land sinkt wei­ter, weil viele Absol­ven­ten nicht in ihr Her­kunfts­land zurück­keh­ren, um ihr Wis­sen dort weiterzugeben.

Schlüs­sel­auf­gabe
Mehr Men­schen Zugang zu ange­mes­sen bezahl­ter Arbeit zu ermög­li­chen, ist eine der Schlüs­sel­auf­ga­ben im Kon­text von Armuts­be­kämp­fung. Beson­ders betrof­fen von Arbeits­lo­sig­keit sind Frauen und Jugendliche.
Auf dem Welt­bil­dungs­fo­rum der UNO in Dakar im Jahr 2000 hat sich die inter­na­tio­nale Geber­ge­mein­schaft ver­pflich­tet, Ent­wick­lungs­län­der bei der Grund­bil­dung zu unter­stüt­zen – jedoch nur dann, wenn die eige­nen Mit­tel nicht aus­rei­chen und bestimmte Vor­aus­set­zun­gen erfüllt wer­den. Die Län­der müs­sen eine freie Grund­bil­dung für alle sowie die Gleich­heit der Geschlech­ter im Bil­dungs­be­reich anstreben.
Öster­reich betei­ligt sich jähr­lich mit einem För­der­bei­trag am Unes­co-Pro­gramm. 2009 wur­den 1,2 Mio. Euro für die Bil­dungs­in­itia­tive an die Unesco überwiesen.

Autor:
27.08.2010

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