
Ohne Blindflug in die Firmengründung
Der „Incubation Manager“ unterstützt Gründer bei der Umsetzung ihrer Geschäftsideen.
Mit einer innovativen Idee ein Unternehmen zu gründen, ist entgegen landläufiger Meinung nicht so schwer. Meist ist lediglich ein Startkapital von rund 40.000 Euro nötig, die Fördertöpfe sind gut gefüllt und viele Institutionen bieten Unterstützung an. Doch die vielfältige Förderlandschaft erschwert die ersten Schritte der Gründer. Nicht nur Jungunternehmer, auch Klein- und Mittelunternehmen (KMU) mit einer neuen Produktidee schöpfen oft nicht alle Möglichkeiten aus.
„Nur wenige Gründer wissen, dass das Austria Wirtschaftsservice die Haftung für bis zu 80 Prozent des Betriebsmittelkredites übernimmt“, erzählt Wolfgang Rupp, Präsident des Verbandes der Technologiezentren Österreichs (VTÖ). Ein weiterer Stolperstein ist mangelndes Bewusstsein für die Bedeutung der Markteinführung : „Der Markt ist die Nagelprobe. Auch die beste Idee und das tollste Produkt verkaufen sich nicht von allein.“ Oft wird das Pferd von hinten aufgezäumt, indem für eine vorhandene Technologie die passende Anwendung gesucht wird. Der ideale Innovationsprozess geht jedoch von einem erkennbaren Bedarf aus und sucht die passende technologische Lösung für dieses Problem.
Ideen-Geburtshelfer
„Je näher eine Idee zum Markt kommt, desto schwieriger wird es, für diese auch die passende Förderquelle zu finden“, erläutert Rupp das Spannungsfeld zwischen Innovationen, Förderungen und Markt. Außerdem werden Business Angels – Manager und Unternehmer, die ihr Kapital in neue Ideen investieren und gleichzeitig ihre Erfahrung mit einbringen – steuerlich nicht bevorzugt.
Aber Österreichs Gründer müssen nicht verzweifeln. Mit dem „Incubation Manager“ steht ihnen ein Berater zur Seite, der den Fördermarkt kennt, die Marktchancen einer Idee ermitteln kann und hilft, ein Produkt zur Marktreife zu bringen. Der VTÖ hat die Ausbildung zum „Incubation Manager“ ins Leben gerufen, da das Leistungsspektrum der Technologie- und Impulszentren sich nicht auf die Büroinfrastruktur beschränken darf, sondern ein maßgeschneidertes Dienstleistungsangebot für Gründer bieten muss. Der Bedarf für diese Ideen-Geburtshelfer ist laut Rupp in Österreich mittlerweile gedeckt. Der VTÖ hat daher das Ausbildungsangebot an die Bedürfnisse der zentraleuropäischen Nachbarn angepasst und einen ersten Lehrgang mit Teilnehmern aus Tschechien, der Slowakei und Ungarn durchgeführt.