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Posi­tive Geschäfts­lage in Österreich

Öster­reichs KMU beur­tei­len ihre Geschäfts­lage deut­lich posi­ti­ver als in den letz­ten Corona-Jah­ren. Geschäfts­er­war­tun­gen sind im Ver­gleich zum letz­ten Herbst weni­ger zuver­sicht­lich, so aktu­elle Erhe­bun­gen der Creditreform.

Die Abtei­lung Wirt­schafts­for­schung des Dienst­leis­ters für Wirt­schafts­aus­künfte Cre­dit­re­form hat zuletzt rund 1.400 ös­ter­rei­chi­sche Klein- und Mit­tel­un­ter­neh­men nach der aktu­el­len Wirt­schafts­lage und den Aus­bli­cken für die kom­men­den sechs Monate befragt. Die KMU beur­tei­len ihre Geschäfts­lage nach wie vor posi­tiv, weni­ger zuver­sicht­lich als noch im Herbst 2021 sind die Geschäftserwartungen. 

Auf­trags­bü­cher begin­nen sich zu füllen
Der Ver­lauf des soge­nann­ten Kli­ma­ba­ro­me­ters zeigt aktu­ell eine spür­bare Ver­bes­se­rung gegen­ü­ber den Corona-Kri­sen­jah­ren 2020 und 2021. Kon­junk­tur­dämp­fende Aus­sich­ten erge­ben sich durch den Ukraine-Krieg, dazu kom­men Unsi­cher­heits­fak­to­ren wie erhöhte Preise bei Ener­gie und Roh­stof­fen. „Die Auf­trags­lage des Mit­tel­stan­des hat sich nach zwei Kri­sen­jah­ren erholt und die Auf­trags­bücher begin­nen sich wie­der zu fül­len“, so die Wirt­schafts­exper­ten der Creditreform. 

23 Pro­zent der befrag­ten Unter­neh­men rech­nen mit einem Anstieg der Auf­trags­be­stände und auch der Anteil der Unter­neh­men, die im nächs­ten Halb­jahr Auf­trags­ein­bu­ßen befürch­ten, ist gerin­ger als im Vor­jahr (knapp 20 gegen­über 23 Pro­zent). Beson­ders zuver­sicht­lich ist das Dienst­leis­tungs­ge­werbe, wo knapp 26 Pro­zent der Befrag­ten Auf­trags­stei­ge­run­gen erwar­ten. Ein Sor­gen­kind bleibt hier der Han­del, wo nur rund 15 Pro­zent mit einer bes­se­ren Auf­trags­lage rechnen.

Wei­ter­hin ange­spannte Ertrags­lage und explo­die­rende Preise
„Die Corona-Krise war für Teile des Mit­tel­stan­des ein regel­rech­ter „Stress­test“, die Erträge waren ein­ge­bro­chen und die Unter­neh­mens­fi­nan­zie­rung stand „auf der Kippe“. Mitt­ler­weile hat sich die Ertrags­lage der Unter­neh­men erholt“, so Cre­dit­re­form in einer Aus­sendung. Ein bestim­men­des Thema ist die Infla­tion : fast zwei Drit­tel der Mit­tel­ständ­ler haben die Ange­bots­preise in den letz­ten Mona­ten erhöht. Im Ver­gleichs­zeit­raum des Vor­jah­res waren es rund 23 Prozent.

Ein Ende der Preis­stei­ge­run­gen ist in den nächs­ten Mona­ten nicht in Sicht. Laut Sta­tis­tik Aus­tria lag der Anstieg der Erzeu­ger­preise im Februar bei fast 19 Pro­zent auf Jah­res­sicht. Ähn­li­ches gilt für die Groß­han­dels­preise. Damit dro­hen den KMUs Belas­tun­gen und die Ange­bots­preise dürf­ten wei­ter anzie­hen. Der Saldo aus künf­tig stei­gen­den und sin­ken­den Prei­sen nahm von plus 15 auf plus 56 Punkte zu. 

Geson­derte Preis­stei­ge­run­gen in Bau­ge­werbe und Handel
„Noch nie in den letz­ten zehn Jah­ren wurde ein höhe­rer Wert regis­triert“, so Cre­dit­re­form. Knapp 58 Pro­zent der 1.400 befrag­ten Unter­neh­men haben ange­kün­digt, die Preise im nächs­ten Halb­jahr zu erhöhen und nur rund zwei Pro­zent wol­len diese sen­ken. Die Ange­bots­preise dürf­ten dabei auf brei­ter Front stei­gen. Ins­be­son­dere das Bau­ge­werbe (72) und der Han­del (66 Pro­zent) „wer­den Preis­er­höhun­gen vor­neh­men müssen“. 

Einen Dämp­fer hat die Inves­ti­ti­ons­be­reit­schaft der mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men erhal­ten. „Mög­li­cher­weise haben die Unter­neh­men ihren Bedarf schon im letz­ten Jahr mit­tels der staat­li­chen Corona-För­der­pro­gramme gedeckt“, so die Cre­dit­re­form. Gleich­zei­tig könnte die schwächere Kon­junk­tur­pro­gose Inves­ti­ti­ons­vor­ha­ben gestoppt haben. Aber : Immer­hin 41 Pro­zent der Unter­neh­men wol­len noch Inves­ti­tio­nen durch­füh­ren (Vor­jahr : 51 Prozent). 

Ein­schät­zung der Experten
Nach der V‑förmigen Ent­wick­lung des Wirt­schafts­wachs­tums – star­ker Ein­bruch 2020 und star­ker Anstieg 2021 – sind Geschäfts­lage wie auch Geschäfts­er­war­tung nach wie vor im posi­ti­ven Bereich. Abge­schwächt hat sich die Erwar­tung der hei­mi­schen Unter­neh­men, Haupt­gründe sind der Krieg und die Infla­tion. Gerade KMU sind von der Teue­rungs­welle mehr­fach betrof­fen : Vor­pro­dukte und Roh­stoffe wer­den teu­rer und kön­nen oft nicht 1:1 an den Kun­den wei­ter­ge­ge­ben werden. 

„Das schmä­lert die Marge und die Ertrags­lage“, so Ger­hard Wein­ho­fer, Mit­glied der Geschäfts­lei­tung bei Cre­dit­re­form. „Ös­ter­reichs Unter­neh­men waren noch nie mit so vie­len gleich­zei­ti­gen Risi­ken kon­fron­tiert. Das erfor­dert in den Unter­neh­men wie in der Poli­tik nach muti­gen und tat­kräf­ti­gen Kapi­tä­nen“, resü­miert Wein­ho­fer von Creditreform.

Autor: red/czaak
27.05.2022

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