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Prä­zise Mes­sun­gen in Bewegung

Indus­tri­elle Fer­ti­gungs­tech­nik soll schnell und trotz­dem hoch­prä­zise sein. Die Ver­ei­ni­gung die­ser Her­aus­for­de­rung erforscht nun ein neues CD-Labor an der TU Wien. Indus­trie­part­ner ist die Micro-Epsi­lon Gruppe.

Bewegte Objekte zu erfas­sen ist schwie­rig. Wird nicht extrem prä­zise und schnell gear­bei­tet, wird das Mess­ergeb­nis unge­nau und unscharf. In der indus­tri­el­len Pro­duk­tion ist das oft ein Pro­blem, etwa bei der kon­ti­nu­ier­lich zuver­läs­si­gen Her­stel­lung von Pro­duk­ten mit hoher Genau­ig­keit. Für die Steue­rung der Pro­duk­ti­ons­an­lage braucht es Mes­sun­gen mit noch höhe­rer Genau­ig­keit und um die Qua­li­tät der Güter fort­lau­fend zu über­wa­chen, müs­sen diese Mes­sun­gen im Pro­duk­ti­ons­takt sowie direkt am beweg­ten Objekt durch­ge­führt werden.

Am Insti­tut für Auto­ma­ti­sie­rungs- und Rege­lungs­tech­nik (ACIN) der TU Wien wurde nun mit Unter­stüt­zung des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Arbeit und Wirt­schaft das neue „Chris­tian Dopp­ler Labor für Prä­zise Mes­sun­gen in Bewe­gung“ eröff­net. Als Unter­neh­mens­part­ner sind Micro-Epsi­lon Aten­sor aus Steyr und die bay­ri­sche Micro-Epsi­lon Mess­tech­nik an die­sem CD-Labor betei­ligt. Im neuen Labor sol­len nun Metho­den für prä­zise 3D-Mes­sun­gen an beweg­ten Objek­ten sowie inno­va­tive robo­ter­ge­stützte Inline-Mess­sys­teme für Indus­trie­an­la­gen ent­wi­ckelt wer­den, die ähn­lich prä­zise sind wie wis­sen­schaft­li­che Labormesssysteme. 

Bis­he­rige Metho­den nicht genau genug
„Ob Com­pu­ter­chips, Han­dys, Bat­te­rie­fo­lien oder fle­xi­ble Pho­to­vol­ta­ik­zel­len : Die Pro­duk­tion moder­ner High-Tech Pro­dukte ist ohne leis­tungs­fä­hige und prä­zise Mess­sys­teme für die lau­fende Qua­li­täts­kon­trolle nicht vor­stell­bar“, betont Mar­tin Kocher, Arbeits- und Wirt­schafts­mi­nis­ter. „Im neuen CD-Labor wird an robo­ter­ge­stütz­ten, hoch­auf­lö­sen­den 3D-Mes­sun­gen geforscht, die direkt in der Pro­duk­ti­ons­li­nie, auf beweg­ten Objek­ten und unter rea­len Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen durch­führ­bar sind. So wird die Pro­duk­tion hoch­wer­ti­ger Pro­dukte effi­zi­en­ter, Aus­schuss wird mini­miert und Res­sour­cen und Kos­ten wer­den gesenkt“, ergänzt Mar­tin Kocher.

„Die Anfor­de­run­gen an moderne Pro­duk­ti­ons­sys­teme neh­men fort­lau­fend zu. Wenn man eine Prä­zi­sion im Mikro­me­ter- oder Sub­mikro­me­ter­be­reich gewähr­leis­ten will, und gleich­zei­tig eine Fer­ti­gung mit hohem Durch­satz und hohen För­der­ge­schwin­dig­kei­ten in vibra­ti­ons­rei­cher Pro­duk­ti­ons­um­ge­bung hat, dann wird es schwie­rig“, erklärt Ernst Csenc­sics, Lei­ter des neuen CD-Labors. Man hat dann immer mit einer gewis­sen Bewe­gungs-Unschärfe zu kämp­fen. Für sol­che Fälle reicht die heu­tige Tech­nik ein­fach nicht aus“, so Csencsics.

Maß­ge­schnei­derte Sys­tem­ar­chi­tek­tur erlaubt hoch­prä­zise 3D-Messungen
Um nun die Bewe­gungs-Unschär­fe­pro­blem in den Griff zu bekom­men, ver­bin­den die CD-For­scher Kon­zepte aus Optik, Mecha­tro­nik und Rege­lungs­tech­nik, um zwi­schen Mess­sys­tem und Mess­ob­jekt lokal labor­ähn­li­che Bedin­gun­gen zu erzeu­gen. Durch einen aus­ge­klü­gel­ten Mess­auf­bau kann dann die Bewe­gung des Mess­ob­jekts in Echt­zeit kom­pen­siert wer­den, oder die erfass­ten Mess­da­ten kön­nen auch nach­träg­lich mit Hilfe von Bewe­gungs­da­ten des Mess­ob­jekts rech­ne­risch kor­ri­giert wer­den. Im neuen CD-Labor wer­den etwa neu­ar­tige Sen­so­ren ent­wi­ckelt, mit denen die late­rale Bewe­gung von Objek­ten zu die­sem Zweck prä­zise erfasst wer­den kann – ein bis­her unge­lös­tes Problem.

„Erste Ansätze lie­fern im Labor viel­ver­spre­chende Ergeb­nisse“, sagt Csenc­sics. „Nun wol­len wir aber auch zei­gen, dass sich diese Metho­den in der Pra­xis bewäh­ren und sich tat­säch­lich erfolg­reich in moderne indus­tri­elle Fer­ti­gungs­an­la­gen inte­grie­ren las­sen.“ Final soll so die Leis­tungs­fä­hig­keit von Mes­sys­te­men von Pro­duk­ti­ons­an­la­gen deut­lich erhöht wer­den und für ganz kon­krete Anwen­dun­gen durch eine maß­ge­schnei­derte Sys­tem­ar­chi­tek­tur hoch­prä­zise 3D-Mes­sun­gen an beweg­ten Mess­ob­jek­ten ermög­licht werden.

Autor: red/cc
06.02.2024

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