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Pri­vate Mond­mis­sion : Rot­weiß­rote Pole bei Mond­ro­ver-Grand Prix

Die erste pri­vate Mond­mis­sion nimmt lang­sam kon­krete For­men an und wird, wenn alles so läuft, wie es der aus Öster­reich stam­mende tech­ni­sche Lei­ter des Pro­jekts, Jür­gen Brand­ner, erwar­tet, mit star­ker rot­weiß­ro­ter Betei­li­gung über die Bühne gehen.

Mitt­ler­weile ver­han­delt man bereits mit der NASA und der Firma SpaceX über einen Rake­ten­start. Ende 2017 soll dann das erste pri­vate Fahr­zeug auf dem Mond her­um­kur­ven und dem deutsch-öster­rei­chi­schen Team in der Folge einen rake­ten­haf­ten Auf­stieg in den boo­men­den pri­va­ten Raum­fahrt-Markt ermöglichen.
Der Aus­lö­ser für die mitt­ler­weile weit gedie­he­nen Pläne für die erste pri­vate Mond­mis­sion war ein 2007 von Google aus­ge­lob­ter Wett­be­werb. Der Google Lunar X‑Price (GLXP) ist mit 30 Mil­lio­nen Dol­lar dotiert und geht an jenes zumin­dest zu 90 Pro­zent aus pri­va­ten Mit­teln finan­zierte Team, des­sen Mond­fahr­zeug (Rover) 500 Meter auf dem Erd­tra­ban­ten zurück­legt. Aus dem Gara­gen­pro­jekt einer Hand­voll Nerds ist mitt­ler­weile die Firma PTSci­en­tists („Part Time Sci­en­tists“) gewor­den, die sich zum Ziel gesetzt hat, über den Hori­zont des Wett­be­werbs hin­aus “zukunfts­träch­tige Pro­dukte” für die auf­stre­bende pri­vate Raum­fahrt zu entwickeln.

Nie­der­las­sung in Öster­reich in Planung
Mitt­ler­weile arbei­ten zwölf Mit­ar­bei­ter Voll­zeit an dem Pro­jekt, es gebe aber noch immer deut­lich mehr “Teil­zeit­for­scher“, so Brand­ner. Auf­grund der star­ken öster­rei­chi­schen Betei­li­gung — hei­mi­sche For­scher und Tech­ni­ker machen etwa 50 Pro­zent des Teams aus — sei auch eine Nie­der­las­sung in Öster­reich in Pla­nung. “Als wir das Ganze gegrün­det haben, waren wir sehr naiv und dach­ten, dass wir das bis 2012 erle­digt haben”, so Brand­ner. Tat­säch­lich sehe es erst jetzt, fast zehn Jahre nach der Google-Aus­schrei­bung, danach aus, dass die etwa 210 Kilo­gramm schwere Lan­de­ein­heit “Alina” (Auto­no­mous Landing and Navi­ga­tion Module) mit den bei­den je 30 Kilo schwe­ren, einen Meter lan­gen “Audi lunar quat­tro” tat­säch­lich auf dem Mond auf­set­zen wird, ist Brand­ner über­zeugt. Er schätzt, dass nur mehr vier bis fünf ernst­hafte Kon­kur­ren­ten mit um den Preis rit­tern können.
Der Start, für den ein Zeit­fens­ter von Ende 2017 bis Mitte 2018 vor­ge­se­hen ist, soll von Cape Cana­ve­ral (US-Bun­des­staat Flo­rida) mit einer SpaceX Rakete erfol­gen. Ab einer Höhe von 35.000 Kilo­me­tern “erle­digt unser Lan­de­sys­tem die rest­li­che, fünf­tä­gige Reise zum Mond”. Der Google-Wett­be­werb selbst ist aber nicht mehr der allei­nige Zweck des Unter­fan­gens, denn das Team will sich mit sei­nem Lan­de­sys­tem am Markt positionieren.
Es gehe vor allem darum, eine güns­tige Platt­form für For­schungs­ein­rich­tun­gen oder klei­nere Unter­neh­men zu bie­ten, damit diese Tech­no­lo­gie auf den Mond brin­gen kön­nen. “Bei uns soll man auch als klei­nere Firma rela­tiv unkom­pli­ziert eine Mond­mis­sion buchen kön­nen“, so Brand­ner. Auch die Idee der euro­päi­schen Raum­fahrt­agen­tur ESA, auf dem Mond bis 2030 ein Dorf auf­zu­bauen, sei inter­es­sant. Mit der Lan­de­ein­heit lie­ßen sich etwa Bau­teile für das “Moon Vil­lage” bis 100 Kilo­gramm anliefern. 

Autor: APA-Science/red/aha
24.10.2016

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