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© AIT_Katharina Schiffl_OeGUT

Pro­jekt RecAL erhält renom­mierte Auszeichnung

Nach­hal­tige Kreis­lauf­wirt­schaft und Alu­mi­ni­um­re­cy­cling über digi­tale Platt­form. Das von Leicht­me­tall­kom­pe­tenz­zen­trum Rans­ho­fen gelei­tete EU-Pro­jekt RecAL erhält ÖGUT-Aus­zeich­nung. CAN­COM Aus­tria ist Technologiepartner.

Das vom LKR Leicht­me­tall­kom­pe­tenz­zen­trum Rans­ho­fen des Aus­trian Insti­tute of Tech­no­logy (AIT) gelei­tete euro­päi­sche For­schungs­pro­jekt RecAL (Recy­cling Tech­no­lo­gies For Cir­cu­lar ALu­mi­nium) wurde soeben mit dem ÖGUT-Umwelt­preis 2025 in der Kate­go­rie „Mit For­schung & Inno­va­tion zur Kreis­lauf­wirt­schaft“ aus­ge­zeich­net. „Die Öster­rei­chi­sche Gesell­schaft für Umwelt und Tech­nik (ÖGUT) wür­digt damit ein Pro­jekt, das mit inno­va­ti­ven tech­no­lo­gi­schen Ansät­zen und digi­ta­ler Ver­net­zung einen zen­tra­len Bei­trag zur nach­hal­ti­gen Trans­for­ma­tion der euro­päi­schen Alu­mi­ni­um­in­dus­trie leis­tet“, zitiert das AIT von der Prä­mie­rung. CAN­COM Aus­tria ist beim Pro­jekt Technologiepartner.

Ein Mei­len­stein für nach­hal­tige Metallverarbeitung

RecAL steht für einen Para­dig­men­wech­sel in der indus­tri­el­len Alu­mi­ni­um­pro­duk­tion : Statt auf Pri­mär­ma­te­rial zu set­zen, ent­wi­ckelt das Pro­jekt neue Wege, Alu­mi­nium effi­zi­ent zu recy­celn und über eine digi­tale Platt­form euro­pa­weit zu ver­net­zen. Das im Rah­men von HORI­ZON EUROPE geför­derte Pro­jekt ver­eint 19 Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen aus neun euro­päi­schen Län­dern – von For­schungs­ein­rich­tun­gen über Tech­no­lo­gie­an­bie­ter bis hin zu indus­tri­el­len Anwen­dern. Ziel ist die euro­pa­weite Ver­net­zung der Akteure, um den Anteil von Sekun­där­alu­mi­nium signi­fi­kant zu erhö­hen, Res­sour­cen zu scho­nen und die CO₂-Bilanz der Bran­che nach­hal­tig zu ver­bes­sern (eco­nomy berich­tete mehrfach).

„Mit RecAL wol­len wir zei­gen, dass High­tech und Kreis­lauf­wirt­schaft kein Wider­spruch sind. Durch neue recy­cling-tole­rante Legie­run­gen, digi­tal gesteu­erte Sor­tier­pro­zesse und ein euro­pa­wei­tes Alu­mi­nium-Kreis­lauf­sys­tem schaf­fen wir die Basis für eine indus­tri­elle Zukunft, die Öko­lo­gie und Wett­be­werbs­fä­hig­keit ver­eint“, sagt Gerald Prantl, Pro­jekt­lei­ter am LKR Leicht­me­tall­kom­pe­tenz­zen­trum Rans­ho­fen. „Das Pro­jekt ist auch ein Bei­trag zu Euro­pas Resi­li­enz bezüg­lich die­ses wert­vol­len Roh­stoffs und die Aus­zeich­nung durch die ÖGUT eine groß­ar­tige Aner­ken­nung für das Enga­ge­ment unse­res gesam­ten Teams und unse­rer Part­ner in ganz Europa“, betont Prantl.

Kreis­lauf­wirt­schaft als Schlüs­sel zur Dekarbonisierung

Das Pro­jekt adres­siert eine der größ­ten Her­aus­for­de­run­gen der Alu­mi­ni­um­in­dus­trie : die Tren­nung und Wie­der­ver­wer­tung kom­ple­xer Legie­run­gen. RecAL ent­wi­ckelt Lösun­gen, die eine höhere Tole­ranz für Recy­cling-Mate­rial im Legie­rungs­de­sign ermög­li­chen und zugleich die Mate­ri­al­ei­gen­schaf­ten bewah­ren. Ergänzt wird die­ser Ansatz durch den Auf­bau eines digi­ta­len „RecAL Hub“, einer Platt­form, die Recy­clat­ströme, inno­va­tive Recy­cling­tech­no­lo­gien, sowie Pro­du­zen­ten und Abneh­mer intel­li­gent ver­knüpft – ein wich­ti­ger Schritt, um den linea­ren Mate­ri­al­fluss zu einem geschlos­se­nen Kreis­lauf weiterzuentwickeln.

Die dazu­ge­hö­rige Tech­no­lo­gie lie­fert CAN­COM Aus­tria. Alle Betei­lig­ten ent­lang der gesam­ten Wert­schöp­fungs­kette erhal­ten dabei alle jeweils benö­tig­ten Daten. Sicher­heit, Ver­füg­bar­keit und das exakte Manage­ment die­ser Daten waren ent­spre­chend zen­trale The­men im Anfor­de­rungs­pro­fil. „Wir sehen uns hier als Pio­nier, der das Poten­zial und die Not­wen­dig­keit erkannt hat, eine nach­hal­tige Metall­pro­duk­tion und Alu­mi­ni­um­wie­der­ver­wen­dung durch Daten­trans­pa­renz zu ermög­li­chen“, so Diet­mar Wie­sin­ger, Vor­stand von CAN­COM Aus­tria. „Unsere Stärke liegt darin, dass wir sowohl ein star­kes Indus­trie­netz­werk als auch die rich­tige Metho­dik und jah­re­lan­ges Know-how haben und zudem die Archi­tek­tur für den rich­ti­gen Betrieb ein­brin­gen kön­nen“, unter­streicht Wiesinger.

Euro­päi­sche Zusam­men­ar­beit für Inno­va­ti­ons­öko­sys­tem zu Energie‑, Res­sour­cen- und Datenkreisläufe

Ope­ra­tiv wer­den bei RecAL unter Lei­tung des Leicht­me­tall­kom­pe­tenz­zen­trums Rans­ho­fen (LKR, 100-pro­zen­tige Toch­ter­ge­sell­schaft des AIT) 14 tech­no­lo­gi­sche Lösun­gen bis zum Tech­no­lo­gie­rei­fe­grad 6 (Anm. TRL6) ent­wi­ckelt und getes­tet. Neben der Mate­ri­al­for­schung ste­hen Robo­tik, Sen­so­rik und digi­tale Zwil­linge im Mit­tel­punkt, um Alu­mi­ni­um­ströme über ihren gesam­ten Lebens­zy­klus hin­weg trans­pa­rent und effi­zi­ent zu steuern.

Durch die enge Zusam­men­ar­beit von Part­nern aus For­schung und Indus­trie – dar­un­ter eben Can­com Aus­tria sowie Gebauer & Gril­ler, das Deut­sche Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR), Fraun­ho­fer Gesell­schaft, ALU­MIL, SWE­RIM, Ben­te­ler Auto­mo­bil­tech­nik, Stena Alu­mi­nium und KU Leu­ven – ent­steht ein euro­pa­wei­tes Inno­va­ti­ons­öko­sys­tem, das Energie‑, Res­sour­cen- und Daten­kreis­läufe mit­ein­an­der ver­bin­det. RecAL wird im Rah­men des For­schungs- und Inno­va­ti­ons­pro­gramms HORI­ZON EUROPE der Euro­päi­schen Union geför­dert (Anm. För­der­ver­ein­ba­rung Nr. 101138747).

Der ÖGUT-Umwelt­preis

Der ÖGUT-Umwelt­preis wird seit 1988 jähr­lich von der Öster­rei­chi­schen Gesell­schaft für Umwelt und Tech­nik (ÖGUT) ver­lie­hen und zählt zu den renom­mier­tes­ten Nach­hal­tig­keits­aus­zeich­nun­gen Öster­reichs. Er wür­digt her­aus­ra­gende Pro­jekte, Orga­ni­sa­tio­nen und Per­sön­lich­kei­ten, die mit Inno­va­ti­ons­geist und Enga­ge­ment einen Bei­trag zu einer kli­ma­neu­tra­len, gerech­ten und zukunfts­fä­hi­gen Gesell­schaft leisten.

2025 wur­den aus 252 Ein­rei­chun­gen ins­ge­samt 27 Pro­jekte in sechs Haupt­ka­te­go­rien nomi­niert – von For­schung und Wirt­schaft über Gemein­den bis hin zu zivil­ge­sell­schaft­li­chen Initia­ti­ven. Das Preis­geld in Höhe von 40.000 Euro wird vom Bun­des­mi­nis­te­rium für Inno­va­tion, Mobi­li­tät und Infra­struk­tur (BMIMI), dem Bun­des­mi­nis­te­rium für Land- und Forst­wirt­schaft, Regio­nen und Was­ser­wirt­schaft (BMLUK), der FFG, dem Öster­rei­chi­schen Städ­te­bund sowie Part­ner­un­ter­neh­men und Stif­tun­gen gestif­tet. (red/​czaak)

Autor: red/czaak
20.11.2025

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