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Pro­vo­ka­tion und Tabuüberschreitungen

Peter Sengl Retro­spek­tive im Leo­pold Museum anläss­lich des 70. Geburtstages.

Aus Anlass des 70. Geburts­ta­ges von Peter Sengl (* 1945) zeigt das Leo­pold Museum noch bis 8. Februar 2016 eine umfang­rei­che Retro­spek­tive “SENGL MALT”, die zudem auch neu­este Arbei­ten enthält.
Prä­sen­tiert wer­den rund 80 Werke des in Wien leben­den und schaf­fen­den Künst­lers, Gemälde und Arbei­ten auf Papier. Die Schau reicht von frü­hen Wer­ken der 1960er Jahre bis zu jüngs­ten, spe­zi­ell für die aktu­elle Muse­ums­schau ent­stan­de­nen Arbeiten.

Radi­kal und offen : Anknüp­fen bei Schiele und Kubin
Leo­pold Museum Samm­lungs­ku­ra­tor Franz Smola ver­or­tet im Werk von Peter Sengl zahl­rei­che Anknüp­fungs­punkte zu der in der Samm­lung Leo­pold ver­tre­te­nen Kunst : “Blickt man auf die Pro­vo­ka­tio­nen und Tabu­über­schrei­tun­gen, die häu­fig in Sengls Wer­ken anzu­tref­fen sind, fühlt man sich an Egon Schie­les radi­kal offene Aus­ein­an­der­set­zung mit Nackt­heit und Sexua­li­tät erin­nert, die bei sei­nen Zeit­ge­nos­sen auf Arg­wohn und Unver­ständ­nis stieß. Sengls Bild­wel­ten las­sen aber auch an die bizar­ren Traum­wel­ten von Alfred Kubin denken.”

Erste große Muse­ums­schau in Wien nach 2001
Der Künst­ler ist mit sei­nen 70 Jah­ren immer noch hoch­ak­tiv, stellt mehr­mals jähr­lich aus. Fast 15 Jahre sind seit der letz­ten umfas­sen­den retro­spek­ti­ven Wie­ner Sengl-Aus­stel­lung ver­gan­gen. In die­ser Zeit hat sich Sengls Werk wei­ter­ent­wi­ckelt und den­noch gibt es Grund­kon­stan­ten in Œuvre und Wesen des Künst­lers. Sengl arbei­tet immer gegen den Strich, ver­bin­det das Figür­li­che mit sur­real Abs­tra­hier­tem, kon­stru­iert und fixiert die Ele­mente sei­ner Bilder.

Sin­gu­lär und hellhörig
“Im Kon­text der bil­den­den Kunst Öster­reichs nach 1945 ist Peter Sengls Werk sin­gu­lär. Zu Recht ist es auch in keine der zeit­ge­nös­si­schen Kunst­strö­mun­gen seit den 1970er-Jah­ren ein­zu­ord­nen, schon gar nicht kann es als “abstrus” oder “kaba­ret­tis­tisch” abge­tan wer­den“, erläu­tert Aus­stel­lungs­ku­ra­tor Carl Aigner. „Sengls Bil­der sind hell­hö­rige seis­mo­gra­fi­sche Befunde, zeit­dia­gnos­ti­sche Erzäh­lun­gen, die sich einer ethi­schen Beur­tei­lung ent­zie­hen, weil sie gewis­ser­ma­ßen Bericht­sta­tus haben“, so Aigner.
Und zu Aus­wahl der gezeig­ten Werke : “Wir haben uns ent­schie­den, von der Gegen­wart aus einen Blick zurück zu wer­fen, wir begin­nen mit ganz frü­hen Wer­ken aus den 1960er und frü­hen 1970er-Jah­ren und doku­men­tie­ren die glei­cher­ma­ßen vor­han­dene Lei­den­schaft für das Malen und das Zeichnen.“

Der Kata­log zur Ausstellung
Zur Aus­stel­lung ist beim Brand­stät­ter Ver­lag der von Carl Aigner und Franz Smola her­aus­ge­ge­bene Kata­log “SENGL MALT. EINE RETRO­SPEK­TIVE” mit Bei­trä­gen von Carl Aigner, Michael Schot­ten­berg, Franz Smola und Tho­mas Zaun­schirm erschie­nen. Das Buch umfasst 128 Sei­ten und ca. 100 Abbil­dun­gen, erhält­lich zum Preis von 19,90 Euro im Leo­pold Museum Shop.
Kura­tor Carl Aigner führt mit Peter Sengl am Don­ners­tag, 12. Novem­ber, und am Don­ners­tag, 7. Jän­ner 2015, jeweils um 18 Uhr exklu­siv durch die Aus­stel­lung. Am Don­ners­tag, 12. Novem­ber 2015 fin­det zudem um 19 Uhr eine Podi­ums­dis­kus­sion mit Carl Aigner, Peter Sengl und Tho­mas Zaun­schirm statt. 

Autor: red/czaak
06.11.2015

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