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Psy­cho­hy­giene oder die Trans­for­ma­tion der Künst­le­rin zum Objekt

Nach Mate­ri­al­ak­tion mit Video-Doku bei Ver­nis­sage zur aktu­el­len Per­so­nale der Muehl-Kom­mu­nar­din Sugar Plum in der Gale­rie Czaak ste­hen bei Finis­sage aktio­nis­ti­sche Aus­drucks­for­men in Text, Foto und Film im Mittelpunkt.

Mäd­chen, Geliebte, Frau, Mut­ter, Schü­le­rin. Die Frau als Objekt und Künst­le­rin in der Aktio­nis­mus-Schule Otto Muehls mit der künst­le­ri­schen Ver­ar­bei­tung grenz­wer­ti­ger Lebens­er­leb­nisse ist das Thema der ers­ten gro­ßen Ein­zel­schau der Muehl-Kom­mu­nar­din Sugar Plum in der Wie­ner Gale­rie Czaak vom 26.9. bis 28.10.17. Sugar Plum ist der Künst­ler­name von Mar­git Pflaum (geb. 1959 in Deutsch­land). Sie ist Akti­ons­künst­le­rin und Male­rin, war von 1981 an Mit­glied der Kom­mune Fried­richs­hof von Otto Muehl und erlernte dort künst­le­risch-aktio­nis­ti­sche Aus­drucks­for­men im Bereich Male­rei, Skulp­tur, Per­for­mance und Tanz. 

Ein­drucks­volle Mate­ri­al­ak­tion bei Ver­nis­sage und wei­tere Aktion bei Finissage
Nach der ein­drucks­vol­len Live-Per­for­mance mit einer Mate­ri­al­ak­tion von Sugar Plum und NOYA zum Thema Frau und Sexua­li­tät im Rah­men der Eröff­nung, geht es bei der Finis­sage am 24. Okto­ber wie­der um Aktio­nis­mus, dies­mal in den Aus­drucks­for­men Text, Foto und Film. Im Zen­trum steht das „Mäd­chen“, so nennt Sugar Plum ihre Puppe, auf der sie das Resü­mee ihrer Erleb­nisse der letz­ten 30 Jah­ren geschrie­ben und gezeich­net hat.
Die Künst­le­rin stellt dem Publi­kum ihre Puppe vor, auf deren Plas­tik­haut ihre Psycho-Hygiene und ihr pri­va­ter Voo­doo ein­ge­ritzt ist. Wäh­rend des Gestal­tungs­pro­zes­ses ist der Film “Mäd­chen lügen nicht“, gleich­zei­tig Titel der gesam­ten retro­spek­ti­ven Werk­schau mit Objekt­kunst sowie Gra­fik- und Mal­ar­bei­ten. Zusätz­li­cher Bestand­teil der Finis­sage ist der Film einer Pup­pen­ak­tion in Kom­bi­na­tion mit einer Lein­wand mit aus­ge­wähl­ten Zei­tungs­ar­ti­keln aus den Jah­ren 1976 bis 2014 und damit wer­den wie­derum Bil­der aus der Serie „Tage­buch­über­ma­lung“ kombiniert.
Die ori­gi­na­len Mal­ar­bei­ten aus der Tage­buch­se­rie wer­den dabei ebenso gezeigt. Als eigen­stän­dige auto­bio­gra­fi­sche Kunst­werke mit viel­fäl­ti­gen Illus­tra­tio­nen, Male­reien und Text­ele­men­ten stel­len sie einen Schwer­punkt der Aus­stel­lung dar. „Die Mate­ri­al­ak­tion bei der Ver­nis­sage war über­aus beein­dru­ckend, sowohl die Trans­for­ma­tion der Künst­le­rin zum Objekt wie auch die des Modells war mit allen Sin­nen greif- und spür­bar. Sugar Plum ver­ar­bei­tet ihre inten­si­ven Lebens­er­leb­nisse als Muehl-Kom­mu­nar­din in ihren nicht min­der inten­si­ven aktio­nis­ti­schen Kunst­for­men,“ so Gale­rist Chris­tian Czaak, der die Per­so­nale gemein­sam mit der Künst­le­rin zusam­men­ge­stellt und kura­tiert hat. 

Aktio­nis­mus auch Bestand­teil bei Gra­fik- und Malarbeiten
Wei­tere bekannte und gezeigte Arbei­ten der seit 2009 in Wien leben­den und arbei­ten­den Künst­le­rin sind die Land­schafts­bil­der der por­tu­gie­si­schen Algrave sowie die Zyklen „Frau am Klo“ und „Frau am Fens­ter“. „Auch als Ant­wort auf ein sexis­ti­sches Welt­bild wird hier das auf Gesäß und Brüste redu­zierte Bild der Frau etwa in Kom­bi­na­tion mit den run­den For­men der Toi­lette als Kari­ka­tur iro­ni­siert und ad absur­dum geführt,“ so Sugar Plum zum Zyklus. Viele Werke beinhal­ten aktio­nis­ti­sche Ele­mente wie etwa Ori­gi­nal-Abdrü­cke diver­ser Körperteile.
In den ebenso gezeig­ten skulp­tu­ra­len Objek­ten ver­ar­bei­tet Sugar Plum auch die The­men „Vater­fi­gu­ren“ und „Abschied“, etwa in ihrer aktu­el­len Serie mit Kof­fern, wo sie ver­schie­dene, oft sehr ambi­va­lente Gegen­stände als Meta­pher für ihre Lebens­ab­schnitte kom­bi­niert. Ske­let­tierte Tier­schä­del sind ebenso dar­un­ter wie Spie­gel, Blu­men oder „lieb­li­che“ Pup­pen­köpfe. „Der Kof­fer steht für das Leben, Abschied, Los­las­sen, Bewe­gung und Ver­än­de­rung, die Inhalte für die jewei­lige Situa­tion,“ erklärt die Künstlerin. 

„Mäd­chen lügen nicht“ – Finis­sage am Di, den 24.10.17 anläss­lich der retro­spek­ti­ven Per­so­nale der Muehl-Kom­mu­nar­din Sugar Plum mit Aktio­nis­mus in Male­rei, Gra­fik und Objekt­kunst vom 26. Sep­tem­ber bis 28. Okto­ber 2017 in der Gale­rie Czaak in 1010 Wien, Sonnenfelsgasse 

Autor: red
19.10.2017

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