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Pyjama oder Krawatte

Gekom­men, um zu blei­ben war und ist die Heim­ar­beit spä­tes­tens seit der Corona-Pan­de­mie. Chefs und Mit­ar­bei­tende debat­tie­ren seit­her, ob die Arbeit zu Hause genauso gut und vor allem dau­er­gleich pas­siert wie im Büro. Mei­nungs­for­scher von Inte­gral haben dazu nun im Auf­trag von Immo­bi­li­en­ren­dite AG eine umfas­sende Stu­die erstellt.

Im Home-Office kann genauso gut und auch von der glei­chen Dauer her gear­bei­tet wer­den wie am Fir­men­sitz des jewei­li­gen Arbeit­ge­bers. Seit Jah­ren dis­ku­tie­ren Arbeit­ge­bende und Ange­stellte dar­über, ob das zutrifft – oder eben nicht. Das Unter­neh­men Immo­bi­li­en­ren­dite wollte das genauer wis­sen und hat das Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tut Inte­gral mit einer ent­spre­chen­den Erhe­bung beauf­tragt. Letz­ten Februar wur­den Anga­ben zufolge 639 hei­mi­sche Berufs­tä­tige zwi­schen 16 und 75 befragt.

Büro­jobs ste­hen für den läu­ten­den Wecker, wenn es drau­ßen noch dun­kel ist oder für gut gefüllte öffent­li­che Ver­kehrs­mit­tel und ver­läss­li­che Stau­ab­schnitte am Fahrt­weg. Danach lockt dafür dann span­nen­der Kaf­fee-Klatsch mit Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen in der Büro-Lounge. Heimarbeiter:innen hin­ge­gen schla­fen ent­spannt aus und rol­len, sofern kein Online-Mee­ting ansteht, unfri­siert im Jog­ging­an­zug vor den Com­pu­ter. Soweit das Kli­schee. Alle Jobs eig­nen sich aller­dings nicht für die­Ar­beitin den eige­nen vier Wänden. 

Pro­blem­lö­sung funk­tio­niert im Büro völ­lig anders als im Home-Office

Die Mög­lich­keit, zumin­dest zeit­weise daheim zu arbei­ten, hat laut der reprä­sen­ta­ti­ven Inte­gral-Umfrage im Schnitt jeder zweite Befragte. Je jün­ger, desto eher. Bei den 16- bis 29jährigen wer­ken 60 Pro­zent zum Teil in der eige­nen Woh­nung. Ober­ös­ter­reich und Salz­burg haben bei der Digi­ta­li­sie­rung die Nase vorn. 

Hier genie­ßen sogar 61 Pro­zent einen Job mit Home-Office-Anschluss. Unter­schiede gibt es auch in punkto Aus­bil­dung : Wäh­rend 67 Pro­zent der Befrag­ten mit Matura oder Uni­ab­schluss „remote“ arbei­ten kön­nen (Anm. pri­mär lei­tende Beamte) kön­nen das 64 Pro­zent der Men­schen in Fach- oder Hilfs­ar­beit mit Pflicht­schule bzw. Lehre nicht. 

Auf Anfra­gen den Job betref­fend kön­nen alle reagie­ren. Inte­gral fragte dann auch ab, wie Men­schen ein Pro­blem im (Home-) Office lösen. „Die Lösung eines Pro­blems im beruf­li­chen Kon­text funk­tio­niert im Büro völ­lig anders als im Home-Office“, so Petra Sta­re­cek, Stu­di­en­lei­te­rin bei Inte­gral. Trotz aller Bequem­lich­keit des Heim-Büros hat das echte einen Startvorteil. 

Häu­fig­keit der Kom­mu­ni­ka­tion nimmt mit Ent­fer­nung ab

Tre­ten im Büro Pro­bleme auf, ist die Lösung nie weit ent­fernt. 57 Pro­zent fin­den Hil­fe­bei in der Nähe befind­li­chen Kol­le­gen oder Vorgesetzten.Nur jede/​r Fünfte bewäl­tigt das Pro­blem hin­ge­gen allein. Und nur 17 Pro­zent via Zoom- oder Teams-Mee­ting. Bei einer Krise ist Anwe­sen­heit ein­deu­tig von Vor­teil. Obwohl Tele­fo­no­derE-Mail auch im Büro zum Grei­fen nah sind, sehen hier 45 Pro­zent keine adäquate Lösungsstrategie.

Tho­mas J. Allen, Pro­fes­sor am Mas­sa­chu­setts Insti­tute of Tech­no­logy, ent­deckte schon in den 1970er Jah­ren, dass die Häu­fig­keit der Kom­mu­ni­ka­tion zwi­schen Inge­nieu­ren expo­nen­ti­ell abnimmt, je wei­ter sie phy­sisch von­ein­an­der ent­fernt sind. Seine For­schung wurde als „Allen Curve“ berühmt und bestä­tigt den Wert phy­si­scher Nähe. 

Krea­ti­vere Lösun­gen ent­ste­hen im per­sön­li­chen Kontakt

„Wie auch die Inte­gral-Umfrage zeigt, macht es einen Unter­schied, wie weit jemand gehen muss. um eine/​n Problemlöser:in zu fin­den“, sagt Mathias Mühl­ho­fer, Vor­stand Immo­bi­li­en­ren­dite. 43 Pro­zent fra­gen hier ihre direk­ten Sitz­nach­barn um Rat (und bekom­men ihn). 49 Pro­zent sind bereit, für Hilfe ein paar Zim­mer wei­ter zu gehen. Aber nur acht Pro­zent kon­sul­tie­ren Kol­le­gen oder Vor­ge­setzte, die einige Geh­mi­nu­ten ent­fernt sitzen. 

„Ama­zon, Google & Co. haben bewusst die Rück­kehr ins Büro ein­ge­läu­tet. Die gro­ßen Tech-Fir­men stell­ten bereits fest, dass Ange­stellte daheim beruf­li­che Pro­bleme weni­ger effi­zi­ent lösen als in einer Büro-Gemein­schaft“, erklärt Mühl­ho­fer. „Das­selbe sehen wir bei der Zusam­men­ar­beit in unse­rem Team, denn bei Pro­jek­ten den­ken wir gerne um die Ecke. Die krea­ti­ve­ren Lösun­gen ent­ste­hen im per­sön­li­chen Kon­takt und nicht ein­sam auf dem Sofa daheim“, so Mühlhofer.

Stei­gende Anfra­gen nach Büros bele­gen Trend 

Was aber tun im Heim-Büro, wenn der Gang zum Nach­bar-Schreib­tisch keine Option ist ? Laut Umfrage wäh­len sie die im Ver­gleich zum Büro nur zweit­beste Stra­te­gie zur Pro­blem­lö­sung. 76 Pro­zent rufen Kol­le­gen oder Vor­ge­setz­ten an oder schrei­ben ihnen eine Nach­richt. 43 Pro­zent suchen Hilfe in Such­ma­schi­nen, vor allem Män­ner (53) und Selb­stän­dige (66 Pro­zent). 22 Pro­zent ver­schie­ben die Kri­sen-Bewäl­ti­gung auf einen Tag im Büro und 20 Pro­zent ver­su­chen es über Künst­li­che Intel­li­genz (KI). 

Immer­hin fünf Pro­zent kon­sul­tie­ren soge­nannte Exper­ten in den Social-Media-Com­mu­ni­ties von X, Bluesky & Co.. „Auch unsere stei­gen­den Anfra­gen nach Büros zei­gen deut­lich, dass das Office zu einem kräf­ti­gen Come­back ansetzt“, unter­streicht Mar­kus Augen­ham­mer, ebenso Vor­stand des Unter­neh­mens Immo­bi­li­en­ren­dite AG. „Unsere Mie­te­rin­nen und Mie­ter wis­sen, dass Gemein­schaft nicht zu schla­gen ist, wenn Krea­ti­vi­tät und Lösungs­kom­pe­tenz gefragt sind.“ (red/​czaak)

Autor: red/czaak
09.03.2026

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