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Radeln um jeden Euro

2006 wurde die Aktion „Biking 4 But­ter­fly Child­ren“ ins Leben geru­fen. Bis heute konnte das Moun­tain­bike-Team rund 60.000 Euro für einen guten Zweck erra­deln. Im Herbst wird weitergestrampelt.

Inner­halb von weni­gen Jah­ren wurde aus einem Event für Kun­den die größte Spen­den­sam­mel­ak­tion für die Schmet­ter­lings­kin­der (Debra Aus­tria). Mög­lich gemacht hat das Andreas Engel­hardt, der Unter­neh­men und deren Kun­den von der Idee über­zeu­gen konnte, Cha­rity und Kun­den­bin­dung unter einen Hut zu brin­gen. eco­nomy sprach mit dem Initia­tor und Orga­ni­sa­tor über die Motiva­tion, fast sein gan­zes Pri­vat­le­ben einem guten Zweck zu opfern.

eco­nomy : Sie haben „Biking 4 But­ter­fly Child­ren“ (B4BC) im Rah­men eines Fir­men-Events gestar­tet. Was war die ursprüng­li­che Moti­va­tion dafür ?

Andreas Engel­hardt : 2006 gab es im Rah­men der World­ga­mes of Moun­tain­bi­king in Saal­bach Hin­ter­glemm erst­mals einen Team­be­werb, wo es nicht um Best­zei­ten, son­dern um gemein­sam erra­delte Kilo­me­ter ging. Ich wusste von mei­nen Kun­den, dass nicht nur viele Men­schen gerne gol­fen, son­dern dass Moun­tain­bi­ken für viele der Aus­gleichs­sport Num­mer eins gewor­den ist. Ziel war es, 50 sport­li­che Kun­den für einen guten Zweck an den Start zu brin­gen. Mit 138 Teil­neh­mern und 8500 Euro Spend­en­er­geb­nis über­traf das Ergeb­nis schon im ers­ten Jahr alle Erwartungen.

Und wieso radeln Sie mit Ihrer Aktion gerade für die Schmetterlingskinder ?
Ich kannte diese Erkran­kung zu die­sem Zeit­punkt auch nur von den Pla­ka­ten des Ted­dy­bä­ren mit dem Kak­tus­kopf. Ich habe mit Rai­ner Riedl, Obmann der Selbst­hil­fe­gruppe Debra Aus­tria, tele­fo­niert und ihm von unse­rer Idee erzählt, diese Trend­sport­art zu nut­zen, um das Thema einem neuen Publi­kum vor­zu­stel­len. Ich genieße das Pri­vi­leg, selbst zwei gesunde Kin­der zu haben, und bewun­derte den Ein­satz eines betrof­fe­nen Vaters. Dar­auf­hin wollte ich die Schmet­ter­lings­kin­der im Rah­men mei­ner Mög­lich­kei­ten unterstützen.

Sie haben viele der Teil­neh­mer per­sön­lich von der Aktion über­zeugt. Wo liegt im End­effekt die Moti­va­tion der Teilnehmer ?
Ich habe viele Kun­den ken­nen­ge­lernt, die gerne Rad fah­ren, aber noch nie bei einem Ren­nen am Start waren. Die Kom­bi­na­tion aus sport­li­chem Gemein­schafts­er­leb­nis und Cha­rity-Aspekt hat in den letz­ten vier Jah­ren über 550 unter­schied­li­che Per­so­nen zu „Biking 4 But­ter­fly Child­ren“ gebracht.

Moun­tain­bi­ken ist jetzt nicht gerade ein Brei­ten­sport und schon gar nicht in gol­fen­den Chef­eta­gen beliebt. Wieso, glau­ben Sie, ist Ihre Initia­tive trotz­dem so inter­es­sant für Part­ner aus der Wirtschaft ?
In den letz­ten Jah­ren waren Sport­ar­ten wie Gol­fen und Fuß­ball sicher der Stan­dard für Fir­men­ver­an­stal­tun­gen. Wer aber mit sei­nem Kun­den über den­sel­ben Berg gera­delt ist, hat sich auf jeden Fall etwas mehr zu erzäh­len. Zudem bie­ten die World­ga­mes of Moun­tain­bi­king als Hobby-Welt­meis­ter­schaft mit über tau­send Star­tern den per­fek­ten Rah­men für ein Kunden­event. Außer­dem steht Moun­tain­bi­ken für gesun­den Hob­by­sport, Dyna­mik und Kraft – ein Image, das für viele Unter­neh­men inter­es­sant ist.

Ist B4BC ein geschlos­se­ner Club, oder wol­len Sie noch mehr Part­ner und damit Teil­neh­mer gewinnen ?
Unsere Aktion soll Teil­neh­mer und Spon­so­ren anspre­chen, die sich beim Moun­tain­bi­ken gerne für einen wich­ti­gen sozia­len Aspekt engagieren.

Spürt B4BC die Fol­gen der Wirtschaftskrise ?
Natür­lich ist es in Zei­ten wie die­sen, wo viele Leute ihren Job ver­lo­ren haben und Unter­neh­men sich dar­auf vor­be­rei­ten, gestärkt aus der Wirt­schafts­krise her­vor­zu­ge­hen, nicht ein­fach, offene Ohren für eine Cha­rity-Aktion im Rah­men eines Sport­events zu fin­den. Umso mehr freut es mich, dass es mir gelun­gen ist, auch heuer nam­hafte Unter­neh­men aus der IT-Bran­che – All-IT, ACP IT Solu­ti­ons, CA Soft­ware, Com­net, Fuji­tsu Tech­no­logy Solu­ti­ons, Net­App und S&T Aus­tria – zu gewinnen.

Zurück zum Ren­nen : Viele der Teil­neh­mer sind im Rah­men von B4BC zum ers­ten Mal ein Moun­tain­bike-Ren­nen oder gar über­haupt Moun­tain­bike gefah­ren. Gibt es eine typi­sche Ant­wort für „nach dem ers­ten Mal“?
Glück­lich, stolz, aber müde habe ich von vie­len Teil­neh­mern im Ziel gehört, dass sie das Wis­sen, sich ein paar Stun­den zu „quä­len“, im Ver­gleich zu den Schmer­zen eines Schmet­ter­lings­kin­des von einer Auf­gabe des Ren­nens abge­hal­ten habe.

Was waren für Sie die schöns­ten und kurio­ses­ten Momente in der Orga­ni­sa­tion oder mit Teilnehmern ?
2007 gab es bei den World­ga­mes Mitte Sep­tem­ber einen Win­ter­ein­bruch inklu­sive Stra­ßen­sperre auf­grund einer Mure am Vor­tag des Ren­nens. Um drei Uhr mor­gens habe ich mit Wolf­gang Breit­fuß (Direk­tor des Tou­ris­mus­ver­ban­des, Anm. d. Red.) die Stre­cke neu designt, denn die kurze Stre­cke mit hun­dert Star­tern unse­res Teams hätte auf­grund des Schnee­falls abge­sagt wer­den müs­sen. Dank des Ein­sat­zes des Ver­an­stal­ters und unse­rer Teil­neh­mer haben von 210 Ange­mel­de­ten 190 die Stre­cke trotz 600 Höhen­me­tern Schie­be­pas­sage gemeis­tert, und wir konn­ten in die­sem Jahr 17.840 Euro spenden.

Woher neh­men Sie die Ener­gie, diese Aktion im Rah­men der World Games of Moun­tain­bi­king jetzt zum vier­ten Mal durchzuführen ?
Für mich ist es wich­tig, meine Ener­gien in ein sinn­vol­les Pro­jekt wie „Biking 4 But­ter­fly Child­ren“ zu ste­cken – egal ob mit einem klei­nen Team quer durch die süd­afri­ka­ni­sche Wüste oder mit ein paar Hun­dert Men­schen durch die Alpen.

Was sind die Pläne für B4BC ?
Wir konn­ten in vier Jah­ren mit­hilfe der Ver­an­stal­ter bei Moun­tain­bike-Top­ver­an­stal­tun­gen wie der Baben­ber­ger Tro­phy in Wien, der Salz­kam­mer­gut Tro­phy in Bad Goi­sern und den World­ga­mes of Moun­tain­bi­king in Saal­bach Hin­ter­glemm über 60.000 Euro zuguns­ten der Schmet­ter­lings­kin­der spen­den und diese Krank­heit einem brei­ten Publi­kum näher­brin­gen. Des­halb werde ich auch nächs­tes Jahr unsere Aktion bei die­sen Events weiterführen.

Autor:
21.08.2009

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