Zum Inhalt
© pexels/nataliya vaitkevuch

Reform bei Ein­kom­mens­steuer und Grund­si­che­rung für mehr Beschäftigung

Das Münch­ner ifo-Insti­tut schlägt für Deutsch­land eine Reform der Ein­kom­mens­steuer und der Grund­si­che­rung vor, ohne zusätz­li­che Kos­ten für den Staats­haus­halt. Die Exper­ten lie­fern dazu exakte Berechnungen.

Das Münch­ner ifo Insti­tut schlägt eine Reform der Ein­kom­mens­steuer und der Grund­si­che­rung vor, die keine zusätz­li­chen Kos­ten für den Staats­haus­halt ver­ur­sa­chen würde. „Durch die Reform würde die Zahl der geleis­te­ten Arbeits­stun­den im Umfang von 184.000 Voll­zeit­stel­len stei­gen. Gleich­zei­tig wür­den 172.000 Per­so­nen eine Beschäf­ti­gung auf­neh­men“, rech­net Andreas Peichl, Lei­ter des ifo Zen­trums für Makro­öko­no­mik vor. Ins­be­son­dere würde die Anzahl der Beschäf­tig­ten in Voll­zeit­stel­len stei­gen, so das deut­sche ifo-Institut.

Reform bei der Besteue­rung von Familien
Die ifo-Exper­ten schla­gen nun vor, die Besteue­rung von Fami­lien zu refor­mie­ren. Dazu soll das Ehe­gat­ten­split­ting in ein Real­split­ting umge­wan­delt und die Kin­der­frei­be­träge erhöht wer­den. Zudem soll der Grund­frei­be­trag von aktu­ell 10.908 Euro um 500 Euro und der Wer­bungs­kos­ten­pausch­be­trag von aktu­ell 1.230 Euro um 200 Euro stei­gen. Der Soli­da­ri­täts­zu­schlag soll voll­stän­dig abge­schafft wer­den. An seine Stelle tritt eine Anhe­bung des Spit­zen­steu­er­sat­zes und des Rei­chen­steu­er­sat­zes um je 2 Prozentpunkte. 

Der neue Spit­zen­steu­er­satz von 44 Pro­zent würde nach wie vor ab einem zu ver­steu­ern­den Ein­kom­men von 62.809 Euro grei­fen. Der neue Rei­chen­steu­er­satz für Men­schen mit einem zu ver­steu­ern­den Ein­kom­men ab 302.825 Euro würde ent­spre­chend 47 Pro­zent betra­gen. Die Ein­kom­mens­grenze würde sich hier also um 25.000 Euro erhö­hen. Aktu­ell gilt ein Spit­zen­steu­er­satz von 42 Pro­zent und ein Rei­chen­steu­er­satz von 45 Pro­zent. Letz­te­rer wird bei einem zu ver­steu­ern­den Ein­kom­men ab 278.000 Euro fäl­lig, so das ifo-Instutut.

Hin­zu­ver­dienst-Rege­lung von Bürgergeld-Haushalten
“Auch bei der Grund­si­che­rung gibt es trotz der jüngs­ten Bür­ger­geld­re­form immer noch Ver­bes­se­rungs­po­ten­tial. Gerade bei Allein­ste­hen­den könn­ten wei­tere Arbeits­an­reize geschaf­fen wer­den, durch die sie ihr ver­füg­ba­res Ein­kom­men stei­gern könn­ten”, sagt ifo-For­scher Maxi­mi­lian Blö­mer, Koau­tor der Studie.

Des­we­gen soll die Hin­zu­ver­dienst-Rege­lung von Bür­ger­geld-Haus­hal­ten refor­miert wer­den : Haus­halte mit Kin­dern haben nach wie vor einen Frei­be­trag von 100 Euro. Dar­über hin­aus ver­dien­tes Ein­kom­men bis 360 Euro würde zu 80 Pro­zent ange­rech­net. Ein­kom­men, das 360 Euro über­steigt, würde wie bei Haus­hal­ten ohne Kin­der zu 60 Pro­zent ange­rech­net. Bei Haus­hal­ten ohne Kin­der würde der Frei­be­trag weg­fal­len, so die Berech­nun­gen und Erhe­bun­gen des ifo-Insti­tuts (D).

Autor: red/mich/cc
19.09.2023

Weitere aktuelle Artikel

In Deutsch­land geben die Ölkon­zerne die Tan­kra­batte bis­her nur teil­weise wei­ter. Ifo-Insti­tut ent­wi­ckelt eige­nen Tan­kra­batt-Tra­cker für Über­prü­fung und Analyse. Der seit Anfang Mai gel­tende Tan­kra­batt der deut­schen Bun­des­re­gie­rung kommt nur teil­weise an den Zapf­säu­len an. Das zei­gen aktu­elle Berech­nun­gen des ifo-Insti­tuts, das für genaue Ana­ly­sen einen soge­nann­ten Tan­kra­batt-Tra­cker ent­wi­ckelt hat. „Beim Die­sel haben die Tank­stel­len […]
Sta­gnie­rende Geschäfts­la­gen, wei­ter hohe Kos­ten bei Ener­gie, Löh­nen oder Mate­rial sowie aus­ge­prägte Kon­sum­flaute prä­gen aktu­elle Wirt­schafts­si­tua­tion. Rund 17 Pro­zent der Betriebe über­le­gen Stand­ort oder Geschäfts­be­rei­che ins Aus­land zu ver­la­gern. Kri­tik an Maß­nah­men der Bun­des­re­gie­rung bei Industriestrategie. Die aktu­elle Geschäfts­lage der hei­mi­schen Unter­neh­men ist wei­ter­hin über­aus schwie­rig, auch eine Ver­än­de­rung in Rich­tung Auf­schwung wird nicht erwar­tet. […]
Kon­flikt im Nahen Osten und Ein­schrän­kun­gen im Schiffs­ver­kehr in Straße von Hor­mus beein­träch­ti­gen zuneh­mend Lie­fer­ket­ten sowie Ver­sor­gung mit Vor­pro­duk­ten und End­pro­duk­tio­nen. Mate­ri­al­man­gel geht quer durch alle Branchen. Die Ver­sor­gung mit Vor­pro­duk­ten in der Indus­trie hat sich deut­lich ver­schlech­tert. Im April berich­te­ten 14 Pro­zent der Unter­neh­men in der Indus­trie von Eng­päs­sen bei der Beschaf­fung von Mate­ria­lien, […]
In Europa und USA deut­lich weni­ger Bör­sen­gänge durch Nah­ost-Krieg. In China stei­gen die IPOs. Ver­tei­di­gungs­in­dus­trie, Infra­struk­tur und KI beson­ders gefragt. Welt­weit größ­ter Bör­sen­gang in Ams­ter­dam. Wie­ner Börse ent­wi­ckelt sich sehr gut. Nach einem viel­ver­spre­chen­den Start ins Jahr 2026 füh­ren neue geo­po­li­ti­sche Span­nun­gen und der welt­weite Anstieg der Ener­gie­preise zu einem deut­li­chen Rück­gang auf dem IPO-Markt : Die Zahl […]
Im Kon­text mit dem über­schul­de­ten Staats­haus­halt orten die Exper­ten des Öster­rei­chi­schen Fis­kal­rats in aktu­el­ler Ana­lyse eine Wir­kung der bis­he­ri­gen Spar­maß­nah­men. In Rich­tung des Defi­zit­zie­les 2027 ist noch ein Kon­so­li­die­rungs­vo­lu­men von 4,4 Mrd. Euro nötig. Die bis­he­ri­gen Kon­so­li­die­rungs­schritte der Öster­rei­chi­schen Bun­des­re­gie­rung zei­gen Wir­kung : das Bud­get­de­fi­zit 2025 sinkt auf 4,2 Pro­zent des Brutto-Inlands-Pro­duk­tes (BIP). Die­ser Wert bleibt damit […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram