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Rekord­ent­wick­lung bei Bio­tech-Bran­che ohne Österreich

Die glo­bale Bio­tech­no­lo­gie-Indus­trie ver­zeich­nete 2014 ein Rekord­jahr. Bei allen rele­van­ten Finanz­kenn­zah­len wie Umsatz, Pro­fi­ta­bi­li­tät oder Kapi­tal­be­schaf­fung wur­den neue Höchst­werte erzielt, so der aktu­elle Bio­tech-Report der inter­na­tio­na­len Bera­ter­gruppe Ernst & Young (EY).

Die inter­na­tio­nale Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung etwa über­sprang erst­mals die 1‑Bil­lion-Dol­lar-Grenze und der Net­to­ge­winn erhöht sich um 231 Pro­zent auf rund 15 Mrd. US-Dol­lar. Der Boom betrifft aller­dings nur wenige Län­der wie bei­spiels­weise die USA, wo etwa Gilead Sci­en­ces durch neue Hepa­ti­tis C‑Medikamente seine Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung auf rund 142 Mrd. US-Dol­lar stei­gert. Öster­reichs Bio­tech-Bran­che spürt den Auf­schwung nicht, hier zeigt sich nur ein leich­tes Umsatz­plus und eine wei­ter­hin schwie­rige Finanzierungssituation.

Zukunfts­bran­che Biotechnologie
„Die her­aus­ra­gende Ent­wick­lung der glo­ba­len Bio­tech­bran­che läu­tet ein neues Zeit­al­ter der bio­tech­no­lo­gi­schen Inno­va­tion ein, das Inves­to­ren wie auch Pati­en­ten eine lang­fris­tige Wert­stei­ge­rung ver­spricht,“ erläu­tert Erich Leh­ner, Part­ner und Indus­try Lea­der Bio­tech­no­logy bei EY Österreich.
„Die Stim­mung der Inves­to­ren könnte nicht bes­ser sein, sie ste­cken momen­tan mehr Kapi­tal in klei­nere Unter­neh­men als jemals zuvor. Das kur­belt die For­schung wei­ter an und wird in den nächs­ten Jah­ren zu wei­te­ren Durch­brü­chen füh­ren. Bio­tech­no­lo­gie ist eine abso­lute Zukunfts­bran­che,“ so der EY-Experte.
Gleich­zei­tig bringt die­ser Erfolg aber auch neue Her­aus­for­de­run­gen mit sich, denen sich die Bio­tech-Bran­che stel­len muss : „Die noch nie dage­we­sene Quote bei Pro­dukt­zu­las­sun­gen bringt auch einen noch nie dage­we­se­nen Preis- und Kon­kur­renz­druck mit sich“, erklärt Lehner. 

Das Thema Medikamentenpreise
„Die Unter­neh­men müs­sen per­ma­nent nach­wei­sen, wel­chen Mehr­wert ihre Pro­dukte ver­spre­chen und wie sie zur Nach­hal­tig­keit des Gesund­heits­we­sens bei­tra­gen. Bio­tech-Unter­neh­men ste­cken immer mehr Geld in For­schung und Ent­wick­lung, was sich auch in den Medi­ka­men­ten­prei­sen wider­spie­gelt,“ sagt Leh­ner. Auch in Öster­reich zeigt die vom Haupt­ver­band ange­sto­ßene Dis­kus­sion um Ein­kaufs­ge­mein­schaf­ten von meh­re­ren EU-Län­dern, dass das Thema Medi­ka­men­ten­preise mas­siv an Bedeu­tung gewinnt.
Folge ist, dass „die Kran­ken­kas­sen nur noch die Kos­ten für die wir­kungs­volls­ten Medi­ka­mente zurück­er­stat­ten. Für die Fir­men muss es daher das Ziel sein, die effi­zi­en­teste The­ra­pie für eine spe­zi­fi­sche Indi­ka­tion oder neue Medi­ka­mente für noch nicht behan­del­bare Krank­hei­ten zu ent­wi­ckeln. Die Kon­so­li­die­rung in der Bran­che und die Berei­ni­gung der Port­fo­lios wer­den darum wei­ter­ge­hen,“ betont Lehner.

Kein Auf­schwung in Österreich
Weni­ger posi­tiv war das ver­gan­gene Jahr für die Bio­tech-Bran­che in Öster­reich. Die hei­mi­schen Unter­neh­men erwirt­schaf­te­ten nur um drei Pro­zent mehr Umsatz als im Vor­jahr. Die Net­to­ver­luste erhöh­ten sich wei­ter. „Der welt­weite Auf­schwung in der Bio­tech-Bran­che ist weit­ge­hend an den öster­rei­chi­schen Unter­neh­men vor­bei­ge­gan­gen. Wie in vie­len ande­ren Bran­chen feh­len momen­tan Inves­ti­tio­nen an allen Ecken und Enden,“ sagt der EY-Experte.
„2014 war hin­sicht­lich der Auf­nahme von Risi­ko­ka­pi­tal das schwächste Jahr seit unse­rem Auf­zeich­nungs­be­ginn 1998. Das hat sich auch in einem erheb­li­chen Wert­ver­lust vie­ler Bio­tech-Unter­neh­men wider­ge­spie­gelt. Gerade in einer Bran­che, die so stark F&E‑abhängig ist, braucht es wirt­schaft­li­che Rah­men­be­din­gun­gen, die Finanz­sprit­zen von Inves­to­ren anzie­hen,“ ergänzt Leh­ner. Dem­entspre­chend schwach war das ver­gan­gene Jahr auch in punkto Neugründungen.

Autor:
01.07.2015

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