Zum Inhalt
© Pexels.com/Anna Shvets

Rele­vante Sicher­heits­aspekte für Smar­thome und IoT

For­schungs­pro­jekt von Uni Krems und FH St. Pöl­ten unter­sucht Sicher­heits­lü­cken bei mobi­len Gerä­ten und Diens­ten für Kom­mu­ni­ka­tion und Daten mit neuen Richt­li­nien für sichere Tech­no­lo­gien und deren Nutzung.

Per gespro­che­ner Anwei­sung das Licht regu­lie­ren, bei einem Unwet­ter vom Büro aus die Jalou­sien im Wohn­zim­mer her­un­ter­fah­ren oder im Urlaub nach­se­hen, ob zu Hause alles in Ord­nung ist : Mobile Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­räte wie Smart­phones und Tablets ermög­li­chen unab­hän­gig von Ort und Zeit zahl­rei­che Dienste und Ser­vices. Auch das Inter­net der Dinge (Inter­net of Things/​IoT) ermög­licht eine Viel­zahl an neuen Diens­ten. Die Tech­nik kann sich dyna­misch an ein Umfeld anpas­sen, auto­ma­ti­siert Ent­schei­dun­gen tref­fen und ein bes­se­res Situa­ti­ons­be­wusst­sein liefern.
In pri­va­ten Haus­hal­ten wer­den soge­nannte Heim­au­to­ma­ti­ons­sys­teme vor allem zum Ener­gie­spa­ren und für mehr Kom­fort und Sicher­heit ein­ge­setzt. In Unter­neh­men die­nen IoT-Sys­teme für auto­ma­ti­sierte Pro­zesse in den Berei­chen Pro­duk­tion und Logis­tik. Bedingt durch die Anbin­dung an mobile Funk­netze und das Inter­net sind Geräte wie IT-Sys­teme gleich­zei­tig aber auch eine Tür für etwa­ige Angriffe. Ein For­schungs­pro­jekt der Uni­ver­si­tät für Wei­ter­bil­dung Krems (NOe) und der FH St. Pöl­ten (NOe) unter­sucht nun, wie diese Infor­ma­ti­ons­sys­teme wider­stands­fä­hi­ger gemacht wer­den kön­nen, der Schwer­punkt liegt auf Anwen­dun­gen im Bereich Smarthome. 

Bedeu­tende Fel­der der Digitalisierung
„IoT-basierte Auto­ma­ti­ons­sys­teme sind eines der bedeu­tends­ten Fel­der der Digi­ta­li­sie­rung. Durch deren zuneh­mende Inte­gra­tion in unser täg­li­ches Leben, sind sie auch Ziel kri­mi­nel­ler Angriffe“, sagt Henri Ruot­sa­lai­nen, For­scher am Insti­tut für IT-Sicher­heits­for­schung der FH St. Pöl­ten. Im Pro­jekt “Attack resi­li­ence for IoT-based sen­sor devices in home auto­ma­tion (ARES)” unter­sucht Ruot­sa­lai­nen die Ver­hin­de­rung von Angrif­fen über wider­stands­fä­hi­gere Sys­teme. Dazu wer­den Meta-Infor­ma­tio­nen genutzt, cha­rak­te­ris­ti­sche Sys­tem­pa­ra­me­ter, wie Ver­sor­gungs­span­nung oder Pro­zes­sor­tem­pe­ra­tu­ren. Sie die­nen dazu, Sen­so­ren abzu­si­chern und Angriffe zu identifizieren.

„Wir ent­wi­ckelt Metho­den, um diese Meta-Infor­ma­tio­nen als Sicher­heits­maß­nah­men zum Schutz von Sen­sor­da­ten ein­zu­set­zen. Dadurch kann die Sicher­heits­lü­cke zwi­schen Sen­sor und digi­ta­len Sicher­heits­al­go­rith­men ver­klei­nert bzw. geschlos­sen wer­den“, erläu­tert Ruot­sa­lai­nen. Die For­scher iden­ti­fi­zie­ren zudem wich­tige IoT-Sicher­heits­pa­ra­me­ter von pri­va­ten Haus­hal­ten und erstel­len eine Tech­nik­fol­gen­ab­schät­zung sowie Richt­li­nien für ein siche­res Design von Sen­so­ren und den Meta-Infor­ma­tio­nen zur Absi­che­rung der Systeme. 

Mul­ti­dis­zi­pli­nä­rer Ansatz 
Im Gegen­satz zu klas­si­scher IT-Secu­rity und indus­tri­el­len Anwen­dun­gen von IoT müs­sen Sicher­heits­maß­nah­men in Smar­tho­mes nach­tei­lige Rah­men­be­din­gun­gen berück­sich­ti­gen : unge­plante “Drop&Forget“-Installation (Anm. viele Smar­thome-Geräte wie etwa Sen­so­ren wer­den nur ein­mal kon­fi­gu­riert und lau­fen danach viele Jahre ohne War­tung), extrem res­sour­cen­li­mi­tierte Geräte auf­grund des sehr hohen Kos­ten­drucks sowie Nut­zer, die keine oder wenig Erfah­rung mit der (siche­ren) Instal­la­tion und dem Betrieb der Sys­teme haben.

Das Pro­jekt ver­folge daher einen mul­ti­dis­zi­pli­nä­ren Ansatz, der die Fach­ge­biete Sen­so­rik und Sen­sor­netz­werke, IT Secu­rity und Sozi­al­wis­sen­schaf­ten ver­bin­det. „Dadurch wer­den nicht nur tech­nisch bes­sere und neue Sicher­heits­maß­nah­men geschaf­fen, son­dern auch Akzep­tanz und Anwen­dung ver­bes­sert“, betont Ruot­sa­lai­nen von der FH St. Pöl­ten. Die Pro­jekt­lei­tung liegt bei der Uni­ver­si­tät für Wei­ter­bil­dung Krems und das Pro­jekt wird von der Gesell­schaft für For­schungs­för­de­rung Nie­der­ös­ter­reich finanziert. 

Autor: red/mich/cc
18.03.2022

Weitere aktuelle Artikel

Men­schen hadern seit jeher mit der Ver­gäng­lich­keit des oder zumin­dest eines Lebens. Frü­her wurde der Jung­brun­nen gesucht, heute inves­tie­ren Mil­li­ar­däre in die Kon­trolle des Alterns und Auto­kra­ten las­sen medi­zi­ni­sche Wun­der­mit­tel erpro­ben. Eine His­to­ri­ke­rin der ÖAW ord­net nun die Sehn­sucht nach der Ver­län­ge­rung des irdi­schen Daseins ein.  Das soge­nannte Lon­ge­vity ist schon län­ger eine Art Trend. […]
TU Wien ent­wi­ckelt neues 3D-Druck-Ver­fah­ren zur Her­stel­lung von bio­lo­gi­schem Gewebe. Ein Anwen­dungs­ge­biet ist etwa die For­schung an Haut­krank­hei­ten. Neue Methode soll dabei auch die mehr­fach schwie­ri­gen Tier­ver­su­che ersetzen. Rund ein Vier­tel der euro­päi­schen Bevöl­ke­rung lei­det unter chro­nisch ent­zünd­li­chen Haut­krank­hei­ten wie Pso­ria­sis, Neu­ro­der­mi­tis oder Akne. The­ra­pien dafür zu erfor­schen ist oft schwie­rig. Die schon ein­mal ethisch […]
Metalle und Stahl­pro­dukte wer­den in gro­ßen Volu­mina für ver­schie­denste Erzeu­gun­gen benö­tigt. Roh­stoffe auf wenige Her­kunfts­ge­biete beschränkt. Her­stel­lung ener­gie­in­ten­siv und Recy­cling­quote nied­rig. Neues För­der­pro­gramm von SPRIND adres­siert neue Kreislaufmodelle. Kri­ti­sche Metalle sind zen­tra­ler Bestand­teil der ver­schie­dens­ten Her­stel­lungs­ver­fah­ren und betriebs­über­grei­fen­den Pro­duk­ti­ons­ket­ten. Die Anwen­dun­gen erstre­cken sich von High­tech-End­pro­duk­ten und erneu­er­ba­ren Ener­gie­tech­no­lo­gien über die Luft- und Raum­fahrt bis hin […]
Nie­der­ös­ter­rei­chi­sches Insti­tute of Sci­ence and Tech­no­logy Aus­tria (ISTA) erhält von Uber-Mit­be­grün­der Garett Camp Spende über fünf Mil­lio­nen Euro. Im Fokus ste­hen neue For­schun­gen zu KI im engen Kon­text mit den The­men men­schen­zen­trierte Ver­trau­ens­wür­dig­keit und gesell­schaft­li­ches Gemeinwohl.  Das Insti­tute of Sci­ence and Tech­no­logy Aus­tria (ISTA) in Klos­ter­neu­burg (NÖ) hat vom kana­di­schen Unter­neh­mer Gar­ret Camp, ein Mit­be­grün­der […]
Aku­tes Nie­ren­ver­sa­gen ver­hin­dert lebens­wich­tige Ent­gif­tung des Kör­pers. Ärzte der Med-Uni Inns­bruck ent­wi­ckeln für Nie­ren­er­satz­the­ra­pie neues extra­kor­po­ra­les Blut­rei­ni­gungs­ver­fah­ren gegen gefähr­li­che Übersäuerung. Die Niere ist ein lebens­wich­ti­ges Organ, das für die Ent­gif­tung von Stoff­wech­sel­pro­duk­ten und die Auf­recht­erhal­tung des Säure-Basen Haus­hal­tes ver­ant­wort­lich ist. Bei einem aku­ten Nie­ren­ver­sa­gen pas­siert (auch) eine schäd­li­che Über­säue­rung des Kör­pers. Die Behand­lung erfolgt dann mit­tels einer […]
magnifier
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram