
Rittern um K2-Zentren
Die Disziplinen Pharmazie, Gebirgs- und Oberflächenforschung buhlen um einen Anteil von den Fördertöpfen. Alle Bundesländer bis auf das Burgenland und Salzburg sind vertreten.
Innovative pharmazeutische Wirkstoffe, die Anpassung von Gebirgsräumen an den Klimawandel und Hightech-Oberflächenforschung : Mit diesen Themen rittern drei Bewerberkonsortien um zwei geplante Top-Kompetenzzentren K2 im Rahmen des Förderprogramms Comet. Breit gestreut ist die Palette der K1-Kandidaten, deren Fachgebiete sich von Lebenswissenschaften und Medizintechnik über Automotive und Lichttechnik bis hin zur Informationstechnologie (IT) erstrecken. Die Bewerber für die Kompetenzzentren wie auch für K‑Projekte sind über ganz Österreich verteilt, lediglich das Burgenland und Salzburg sind diesmal nicht vertreten, ergab eine Umfrage der Aus-tria Presse Agentur (APA).
Drei Anträge für K2-Zentren, elf für K1-Zentren und 13 für K‑Projekte sind bis zur Einreichfrist Ende Oktober bei der Forschungsförderungsgesellschaft FFG eingelangt. Das ist die Bilanz der zweiten Ausschreibungsrunde für das Programm Comet des Infrastruktur- und des Wirtschaftsministeriums.
Biotechnologische Verfahren und Prozesse, die unter anderem die Entwicklung von Medikamenten beschleunigen sollen, stehen im Mittelpunkt des K2-Antrags Acib (Austrian Center of Industrial Biotechnology). Dahinter steht ein Konsortium aus dem Wiener Austrian Center of Biopharmaceutical Technology (ACBT) und dem Grazer Kompetenzzentrum Angewandte Biokatalyse. Gemeinsam mit einem weiteren Standort in Innsbruck und Partnern aus der Pharmabranche will man Biotech-Verfahren und Prozesse methodisch weiterentwickeln. Das Projektgesamtvolumen beträgt 65 Mio. Euro, die Stadt Wien kommt für 4,8 Mio. Euro auf.
Strategien alpiner Regionen
Der Anpassung von Gebirgsräumen an den Klimawandel will sich das geplante K2-Zentrum Alps Centre for Climate Change Adaption Technologies annehmen, das von einem Konsortium bestehend aus Uni Inns-bruck und Alps Center of Natural Hazard Management ins Rennen geschickt wurde (Gesamtvolumen für fünf Jahre : 49 Mio. Euro). An Standorten in Innsbruck, Bregenz, Wien und Bozen sollen Technologien und Strategien für alpine Regionen entwickelt werden, die die Lebensbereiche Wohnen, Ver- und Entsorgung sowie Tourismus und die Naturressourcen Raum, Wasser und Energie betreffen.
Der dritte K2-Antrag stammt aus Niederösterreich : Das in Wiener Neustadt angesiedelte K‑plus-Zentrum für Tribologie (Reibungslehre) AC2T Research bewirbt sich unter dem Akronym Exac2t um ein European Excellence Centre of Tribology. Wissenschaftliche Partner sind unter anderem die Technische Universität (TU) Wien und das Technologiezentrum V‑Research in Vorarlberg.
Industrielle Partner kommen zum Beispiel aus den Bereichen Werkstoffe, Maschinenbau, Anlagen- und Verkehrswegbau. Forschungsziele sind neuartige Werk- und Schmierstoffe mit dem Ziel, Verschleiß, Materialeinsatz und Energiebedarf zu reduzieren. In dem Vorhaben wird ein Budgetrahmen von 12,7 Mio. Euro pro Jahr (Durchschnitt für fünf Jahre) angestrebt.
Für K2-Zentren besteht der Anspruch, sich an der Weltspitze des jeweiligen Forschungsgebiets etablieren zu können. Die Projekte mit einer Laufzeit von zehn Jahren müssen internationale Unternehmen und Wissenschaftler einbinden. Die öffentliche Finanzierung liegt bei 45 bis 60 Prozent (maximal fünf Mio. Euro pro Jahr), den Rest zahlen die beteiligten Unternehmen (mindestens fünf).
Große thematische Vielfalt herrscht unter den elf Anwärtern für die sieben einzurich-tenden K1-Zentren, für die 40 bis 55 Prozent öffentliche Finanzierung (maximal 1,5 Mio. Euro jährlich) vorgesehen sind. Kandidaten sind : das Tiroler K1-Zentrum Age Tyrol zu Fragen der Alternsforschung, das Acmit (Austrian Center for Medical Innovation and Technology), das Cart (Center of Advanced Rehabilitation Technologies), das bisherige K‑plus-Zentrum PCCL (Polymer Competence Center Leoben) sowie Join 4+ zum Thema Schweißen, Löten und Kleben, das CPI (Center for Process Intensification), das Kai Plus (aufbauend auf dem Kompetenzzentrum für Automobil- und Industrie-elektronik), das Secure Business Austria sowie ein Zentrum aufbauend auf dem Wiener VRVis zum Thema Visual Computing, das Projekt www.power21.cc und das Forschungsvorhaben K1-Zentrum Licht.
Entscheidung im März
Für sieben geplante K‑Projekte gibt es 13 Anträge. Die öffentliche Förderung beträgt bei einer drei- bis fünfjährigen Laufzeit 40 bis 50 Prozent (maximal 0,45 Mio. Euro jährlich), verpflichtend sind drei Unternehmenspartner. So will etwa ein Projekt ein Plug-in-Hybridfahrzeug entwickeln. Weitere Anträge befassen sich mit Holzforschung, Industriedesign, Logistik oder Erdbebenforschung.
Bis Mitte März 2009 läuft nun das Begutachtungsverfahren. In der ersten Jurysitzung am 10. und 11. März 2009 wird sich herausstellen, welche K‑Projekte genehmigt und welche K1- und K2-Konsortien im Rennen bleiben und Vollanträge stellen werden.