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Ruhig auf hoher See

Auf der TU Wien wurde eine bestechend ein­fa­che Lösung gefun­den um kos­ten­güns­tig große Platt­for­men auf dem Was­ser zu errichten.

Son­nen­kol­lek­to­ren brau­chen viel Platz – der steht auf gro­ßen Was­ser­flä­chen zur Ver­fü­gung. An der TU Wien wurde eine neu­ar­tige Leicht­bau­kon­struk­tion für fuß­ball­feld­große Platt­for­men – Helio­floats – ent­wi­ckelt, die auch bei hohem Wel­len­gang ruhig und sta­bil bleiben.
Das ermög­li­chen die offe­nen Schwimm­kör­per. „Würde man eine Platt­form ein­fach auf luft­ge­füllte geschlos­sene Con­tai­ner mon­tie­ren, so müsste die Kon­struk­tion ent­we­der unwirt­schaft­lich schwer und robust aus­ge­führt wer­den, oder sie würde einem star­ken Wel­len­gang nicht lange stand­hal­ten“, erklärt Prof. Mar­kus Hai­der, vom Insti­tut für Ener­gie­tech­nik und Thermodynamik.
Die Auf­triebs­kör­per von Helio­float hin­ge­gen kann man sich ähn­lich vor­stel­len wie ein unten offe­nes Fass aus einem wei­chen, fle­xi­blen Mate­rial, das im Was­ser treibt. Im obe­ren Bereich befin­det sich Luft, die nicht ent­wei­chen kann, daher schwimmt das Fass – aber nach unten hin hat die Luft direk­ten Kon­takt zum Was­ser. Es gibt kei­nen abge­schlos­se­nen Luft­pos­ter, die Luft­säule über dem Was­ser wirkt wie ein Stoß­dämp­fer. Die fle­xi­blen Sei­ten­wände die­ser Fäs­ser neh­men daher nur geringe hori­zon­tale Kräfte auf.

Viel­fäl­tige Einsatzgebiete
Meh­rere die­ser Luft­be­häl­ter bil­den ein Helio­float, oben ent­steht eine große, ebene Nutz­flä­che. Wer­den die Luft­be­häl­ter rich­tig dimen­sio­niert, kön­nen die Wel­len unter­halb von Helio­float hoch und nie­der gehen, ohne die Platt­form maß­geb­lich zu beein­flus­sen. Die Anlage schwebt ruhig über dem Was­ser. Mit geschlos­se­nen und stei­fen Luft­pols­tern wäre das unmög­lich, sie wür­den die Wel­len­en­er­gie in viel stär­ke­rem Aus­maß auf­neh­men, wild zu schwan­ken begin­nen und die Platt­form frü­her oder spä­ter zerstören.
Neben der Solar­ener­gie­ge­win­nung sind viele andere Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten ange­dacht. „Für Ent­sal­zungs­an­la­gen oder Bio­mas­se­ge­win­nung aus Salz­was­ser bie­ten Helio­float-Platt­for­men ganz neue Mög­lich­kei­ten“, sagt Roland Eisl, Geschäfts­füh­rer der Helio­float GmbH. „In hei­ßen Län­dern könnte man Seen durch Helio­float-Platt­for­men vor dem Aus­tro­cken schüt­zen.“ Die Ver­duns­tungs­flä­che wird klei­ner, Helio­float-Platt­for­men kön­nen aber Son­nen­licht ins Was­ser durch­las­sen, um das Leben im See nicht zu beein­träch­ti­gen. Man könnte auf Helio­float auch Aquaf­ar­ming betrei­ben, sogar die Errich­tung von Sport­an­la­gen ist mög­lich – und in wei­te­rer Zukunft even­tu­ell auch der Bau von Wohn­häu­sern auf dem Wasser.

Dem inter­na­tio­na­len Fach­pu­bli­kum wird die neu­ar­tige schwim­mende Platt­form nun erst­mals auf der Han­no­ver Messe (25. – 29.4., Halle 27, Stand L71) vorgeführt.

Autor: red/stem
26.04.2016

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