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Schluss mit der bei­spiel­lo­sen Menschenhatz !

Die WKÖ ist zen­tra­les Fun­da­ment der hei­mi­schen Wirt­schaft und Harald Mah­rer ist Garant für Effi­zi­enz, Trans­pa­renz und Inno­va­tion. Ein Kom­men­tar von Chris­tian Czaak.

Mit Arbei­ter­kam­mer und Gewerk­schafts­bund wer­den die Inter­es­sen von zusam­men 5,2 Mil­lio­nen öster­rei­chi­scher Arbeit­neh­mer gleich von zwei schlag­kräf­ti­gen Ver­bän­den ver­tre­ten. Dem gegen­über steht die Wirt­schafts­kam­mer Öster­reich (WKÖ) mit über 540.000 Mit­glieds­be­trie­ben. Dann gibt es noch die Indus­tri­el­len­ver­ei­ni­gung mit über 5.000 Mit­glieds­un­ter­neh­men und die Land­wirt­schafts­kam­mern mit zusam­men über 600.000 Mitgliedsbetrieben.

Ten­den­ziöse Medi­en­hatz und die umfang­rei­chen Leis­tun­gen der Wirtschaftskammer

Blei­ben wir bei der WKÖ und ihrem Prä­si­den­ten Harald Mah­rer, der im Rah­men einer sicher unge­schick­ten Gehalts­er­hö­hung für Mit­ar­bei­tende und Funk­tio­näre der Kam­mer ins Zen­trum einer bei­spiel­lo­sen (Medien)Hatz gerückt ist. Seit einer Woche ver­geht kein Tag, wo Mah­rer nicht quer durch alle Medien ange­grif­fen und abge­ur­teilt wird. Das pas­siert teil­weise auf einer per­sön­li­chen Ebene und mit ent­spre­chend ten­den­ziö­sen Berich­ten. Beson­ders eif­rig ist dabei neben den gewohn­ten Kra­wall­me­dien auch die soge­nannte Qua­li­täts­zei­tung Der Stan­dard, die in den letz­ten Tagen im Stun­den­takt gegen Mah­rer anschreibt. Das geht bis rauf zu Gerold Ried­mann, seit rund 1,5 Jah­ren Chef­re­dak­teur, zuvor in glei­cher und wei­te­ren Funk­tio­nen bei den Vor­arl­ber­ger Nach­rich­ten. Dazu später.

Zuvor Leis­tun­gen der Wirt­schafts­kam­mer für Wirt­schaft und Mit­glieds­be­triebe. Ein Kern­be­reich sind jähr­lich über 2,5 Mil­lio­nen(!) Bera­tun­gen recht­li­chen, steu­er­li­chen und betriebs­wirt­schaft­li­chen Fra­gen. Dann der Grün­der­ser­vice, wo pro Jahr rund 25.000 Start­Ups unter­stützt wer­den. Über das zur WKÖ gehö­rige Wirt­schafts­för­de­rungs­in­sti­tut (WIFI) nüt­zen jähr­lich­über 300.000 Teil­neh­mer die rund 35.000 Kurs­for­mate. Und über das Erfolgs­mo­dell der dua­len Aus­bil­dung betreut die Kam­mer gemein­sam mit Betrie­ben rund 110.000 Lehr­linge. Schließ­lich über 100 Außen­wirt­schafts-Cen­ters in mehr als 70 Län­dern für Expor­teure und Markt­ein­tritte. Zudem ist die WKÖ über die EU-Wirt­schafts­kam­mer (Euro­cham­bres) in die EU-Gesetz­ge­bung ein­ge­bun­den, damit hei­mi­sche Betriebe gestärkt bzw. nicht behin­dert werden 

Prag­ma­tisch und lösungs­ori­en­tiert mit Ver­ständ­nis und Empa­thie für die Arbeitnehmer

Die WKÖ ver­tritt und unter­stützt also die Inter­es­sen ihrer Mit­glieds­be­triebe gegen­über Regie­rung, Par­la­ment, Behör­den und Sozi­al­part­nern. In die­sem (sozial)partnerschaftlichen Sys­tem spielt sie eine zen­trale Rolle, auch als öster­rei­chi­sches Erfolgs­mo­dell für ver­gleichs­weise jahr­zehn­te­lan­gen sozia­len Frie­den. Gemein­sam mit dem Öster­rei­chi­schen Gewerk­schafts­bund (und Arbei­ter­kam­mer) sorgt sie für den Aus­gleich zwi­schen Arbeit­neh­mer- und Arbeitgeberinteressen. 

Am Funk­tio­nie­ren die­ser Part­ner­schaft hat Harald Mah­rer gro­ßen Anteil. Selbst aller­höchste Gewer­ken beschei­ni­gen ihm Hand­schlag­qua­li­tät, Kon­sens­ori­en­tie­rung und ent­spre­chende Ver­läss­lich­keit. Er ver­trete „natür­lich pri­mär die Inter­es­sen der Wirt­schaft“, hat aber par­al­lel „auch Ver­ständ­nis und Empa­thie für die Arbeit­neh­mer“ und agiere ent­lang die­ser Linie „immer prag­ma­tisch und lösungs­ori­en­tiert“. Es gab Minis­ter, die etwa bei wirt­schafts- oder arbeits­markt­po­li­ti­schen Ver­hand­lun­gen wäh­rend und nach Corona erstaunt zur Kennt­nis nah­men, dass zwi­schen Mah­rer und Wolf­gang Kat­zian als obers­ten Gewerke kein Blatt Papier passt. 

“Wiki” und die star­ken Män­ner der Industriellenvereinigung 

Die­ses prag­ma­tisch part­ner­schaft­li­che Vor­ge­hen mit den Arbei­ter­neh­mer­ver­tre­tun­gen könnte mög­li­cher­weise ein Grund dafür sein, dass mehr­fach öffent­lich geäu­ßerte Kri­tik an Mah­rer auch von unge­wohn­ter Seite kommt, und zwar von der Indus­trie und der Indus­tri­el­len­ver­ei­ni­gung. Ein Grund könn­ten da aber auch unge­liebte Kam­mer­bei­träge sein. Oder, dass Mah­rer ver­gleichs­weise ein erfolg­rei­cher Unter­neh­mer ist. Diese Kri­tik pas­siert mehr­fach öffent­lich, sowohl von der Inter­es­sen­ver­tre­tung und ins­be­son­dere von Ste­phan Zöch­ling, Indus­tri­el­ler und Chef des Auto­zu­lie­fer­be­trie­bes Remus sowie par­al­lel auch neuer star­ker Mann (Auf­sichts­rat) bei Pie­rer Mobility.

Mitt­ler­weile tre­ten über die Kro­nen Zei­tung auch wei­tere Indus­tri­elle auf Kam­mer und Mah­rer hin, dar­un­ter Erwin Sora­via, Michael Toj­ner oder Mar­tin Ohn­eberg. Das eine Inter­es­sens­ver­tre­tung der Wirt­schaft öffent­lich auf die andere hin­haut, ist auch ein bei­spiel­lo­ses Novum in Öster­reich. Unter dem neuen IV-Prä­si­den­ten Georg Knill scheint pri­mär wie­der mehr Männ­lich­keit in stand­ort­po­li­ti­schen The­men gefragt. Bei Georg Kapsch als letz­ten IV-Boss hätte es das wohl nicht gege­ben, zumin­dest nicht auf die­ser per­sön­li­chen und öffent­li­chen Ebene. 

Die eige­nen per­sön­li­chen Erfah­run­gen mit WKÖ und Harald Mahrer

Zu die­ser per­sön­li­chen Ebene gehö­ren dann auch die eige­nen per­sön­li­chen Erfah­run­gen mit der WKÖ und mit Harald Mah­rer. Unver­ges­sen als klei­ner Fami­li­en­un­ter­neh­mer bleibt hier neben vie­ler in Anspruch genom­me­ner Bera­tungs­leis­tun­gen die Hilfe der WKÖ wäh­rend der Corona-Epi­de­mie. Von einem Tag auf den ande­ren exis­ten­ti­ell gefähr­det, waren die von der WKÖ ver­gleichs­weise rasch und unbü­ro­kra­tisch gewähr­ten finan­zi­el­len Unter­stüt­zun­gen aus dem Här­te­fall­fond für zig-tau­sende Klein­un­ter­neh­mer ein über­le­bens-wich­ti­ger Bei­trag, auch emotional. 

Die ande­ren Bera­tungs­leis­tun­gen hat­ten recht­li­che oder betriebs­wirt­schaft­li­che Hin­ter­gründe. Rechne ich jetzt etwa nur einen durch­schnitt­li­chen Stun­den­satz eines Anwalts mit (eh schon güns­ti­gen) 350,- (excl. USt.) dage­gen, dann sind meine Kam­mer-Mit­glieds­bei­träge von rd. 300,- pro Jahr gut ange­legt. Dies auch in Rich­tung der Kri­ti­ker an der Pflicht­mit­glied­schaft – die neben den zahl­rei­chen und viel­fach geld­wer­ten Gegen­leis­tun­gen der WKÖ auch gewähr­leis­tet, dass alle Bran­chen und Unter­neh­mens­grö­ßen gehört wer­den – nicht nur die lau­tes­ten oder größten.

Die typisch öster­rei­chi­sche, mehr­heit­lich katho­lisch geprägte Doppelmoral

Harald Mah­rer und ich ken­nen ein­an­der seit 30 Jah­ren. Als er 1995 als WU-Stu­dent Chef der ÖH wurde, war ich Ver­lags­ma­na­ger beim Stan­dard und wir lern­ten uns rund um PR- und Wer­be­ak­ti­vi­tä­ten für das gerade ins Leben geru­fene WU-Cen­ter for Excel­lence ken­nen. PR- und Wer­bung blieb dann für viele Jahre das ver­bin­dende Thema. Zuletzt tra­fen wir ein­an­der bei einer Ver­an­stal­tung. Bei die­sem Gespräch war Mah­rer sehr betrof­fen. Er erzählte von Ter­mi­nen mit wei­nen­den Unter­neh­mern und deren Ängste um ihre und die Exis­tenz ihrer Mit­ar­bei­ten­den wegen nicht mehr finan­zier­ba­rer Ener­gie­kos­ten. Seine Empa­thie war spür­bar und diese wird auch von sei­nem jewei­li­gen Gegen­über und von Mit­strei­tern bestätigt. 

Diese Empa­thie zeich­net ihn zusätz­lich aus – neben fach­li­cher und unter­neh­me­ri­scher Exper­tise. Mah­rer ist seit über 20 Jah­ren auch erfolg­rei­cher Unter­neh­mer und lebt die­ses Unter­neh­mer­tum auch mit und für die Wirt­schafts­kam­mer und seine Mit­glieds­be­triebe. Im Kon­text mit sei­ner Ver­ant­wor­tung und sei­nen Leis­tun­gen ist auch die par­al­lel ent­stan­dene Kri­tik an sei­nem Salär (rd. 15.000,- Euro monat­lich) unver­ständ­lich und unan­ge­bracht. Renate Anderl als Che­fin der Arbei­ter­kam­mer etwa ver­dient nahezu das glei­che. Ein Groß­teil die­ser Kri­tik ist der typisch öster­rei­chi­schen, mehr­heit­lich katho­lisch gepräg­ten Dop­pel­mo­ral und Nie­der­tracht geschul­det. Und dem media­len Hecheln nach Auf­merk­sam­keit und Klicks oder Likes mit den damit ver­bun­den Werbeerlösen. 

Rück­tritts­na­he­le­gun­gen im Stundentakt

Womit ich wie­der beim Stan­dard und bei Gerold Ried­mann bin. Hier erschei­nen nun nahezu im Stun­den­takt ten­den­ziös for­mu­lierte Rück­tritts­na­he­le­gun­gen wie zB. „Bun­des­län­der, Fir­men­chefs, Indus­tri­elle : Kri­tik an Mah­rer von Stunde zu Stunde lau­ter“, „Ohren­be­täu­ben­des Schwei­gen der Regie­rung zu Causa Kam­mer“, „Erste offene Rück­tritts­auf­rufe aus Län­der-Kam­mern : Kri­tik an Mah­rer wird Stunde um Stunde lau­ter“ (gerade über­nimmt auch Armin Wolf die­ses Wor­ding in der ZIB2).

Chef­re­dak­tor Gerold Ried­mann beti­telt einen Stan­dard-Kom­men­tar zu Kam­mer und Mah­rer dann sogar mit „Zu reich, zu fett, zu selbst­si­cher“ und ortet final ein „fri­vo­les Geba­ren“. Es ist der­selbe Ried­mann, der am 4. Sep­tem­ber Gegen­stand eines (wei­te­ren) Berich­tes des Ö1-Medi­en­ma­ga­zins „Dou­blech­eck“ ist. Es geht um die Zeit als Ried­mann Chef­re­dak­teur bei den Vor­arl­ber­ger Nachrichten/​VN und par­al­lel auch Geschäfts­füh­rer bei Russ­me­dia Digi­tal ist. Die VN sind auch ein Pro­dukt aus dem Medi­en­haus der Fami­lie Russ. 

„Frag­wür­dige Ver­mi­schun­gen von redak­tio­nel­len und kauf­män­ni­schen Interessen“

Im Bericht geht es um – Zitat : „Frag­wür­dige Ver­mi­schun­gen von redak­tio­nel­len und kauf­män­ni­schen Inter­es­sen“. Dou­blech­eck hatte zu die­ser Causa bereits frü­her recher­chiert und berich­tet, Thema waren dabei auch enge Ver­flech­tun­gen zwi­schen Vor­arl­ber­ger Wirt­schafts­kam­mer bzw. Wirt­schafts­bund und Russ-Media mit Gerold Ried­mann. Aktu­ell waren nun laut Dou­blech­eck in Form eines Prüf­be­rich­tes neue Vor­würfe gegen Ried­mann auf­ge­taucht, er soll – Zitat : „Druck auf den Wer­be­kun­den Tou­ris­mus­ver­band Lech­Zürs aus­ge­übt haben“.

In der von mir live gehör­ten Radio-Sen­dung moniert Ö1-Jour­na­list und Dou­blech­eck-Sen­dungs­ma­cher Ste­fan Kapp­a­cher auch, dass man den nun­meh­ri­gen Stan­dard-Chef­re­dak­teur Gerold Ried­mann um eine Stel­lung­nahme direkt für bzw. in der Sen­dung gebe­ten habe, lei­der ver­geb­lich : „Ried­mann reagierte nicht“. Ried­mann bestrei­tet die Vor­würfe schließ­lich. Ein Harald Mah­rer hat ver­gleichs­weise zumin­dest so viel Rück­grat und stellt sich Kri­tik und Vor­wür­fen direkt, auch den sehr per­sön­li­chen von Jour­na­lis­ten. (Chris­tian Czaak)

Autor: Christian Czaak
12.11.2025

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