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Schluss mit Groß­teil der Corona-Maßnahmen

Arbeits­lo­sig­keit bringt weit mehr Leid und Scha­den als Corona und Grippe zusam­men. Eine volks­wirt­schaft­li­che Betrach­tung der exis­ten­zi­el­len Aus­wir­kun­gen der Corona-Maß­nah­men unter Ein­hal­tung ethi­scher Grundsätze.

Ein mög­li­cher­weise gewag­ter Ver­gleich – aber : was wäre, wenn das nach aktu­el­len Erkennt­nis­sen ver­gleichs­weise unge­fähr­li­chere Corona-Virus wie das Grippe-Virus gehand­habt wor­den wäre oder zumin­dest in Bälde wer­den würde ? Und was wäre, wenn krank­heits­to­des­geile Medien genauso unauf­ge­regt wie bei Grippe-The­men wären und sich Poli­ti­ker ent­spre­chend nicht mehr von ihnen her­trei­ben las­sen müss­ten oder würden ?

Regie­run­gen auf der gan­zen Welt emp­feh­len oder erlas­sen aktu­ell in Abstim­mung mit medi­zi­ni­schen Exper­ten Ver­ord­nun­gen an Bür­ger und Unter­neh­men. Bedingt durch die Corona-Pan­de­mie steht dabei die Gesund­heit der Men­schen im Mit­tel­punkt, wo auf Basis bis­he­ri­ger Erfah­run­gen ins­be­son­dere ältere Men­schen ab 65 Jah­ren mit schwe­ren Vor­er­kran­kun­gen gefähr­det sind. 

Ver­gleichs­weise harm­lo­ser Ver­lauf bei Corona-Infektion
Bei jün­ge­ren oder mit­tel­al­ten Men­schen bis 65 Jahre gibt es nahezu aus­nahms­los einen harm­lo­sen Ver­lauf, der ohne sta­tio­när-kli­ni­sche Behand­lung heil­bar ist. Ärzt­li­chen Ein­schät­zun­gen zufolge ist der Krank­heits­ver­lauf kör­per­lich zumeist weni­ger belas­tend als etwa bei einer Grip­pe­er­kran­kung. „Es gibt auch Corona-Infek­tio­nen ganz ohne Sym­ptome und Per­so­nen, die sich gar nicht infi­zie­ren“, so Heinz Burg­mann, lei­ten­der Infek­ti­ons­me­di­zi­ner der Med­Uni Wien in einem Medienbericht.

Über 65 Jäh­rige am gerings­ten von Grippe betroffen
In Öster­reich wer­den mit der Grippe laut der natio­na­len Agen­tur für Gesund­heit (AGES) für 2018/2019 die Anzahl von 1.373 Todes­fäl­len „mit der sai­so­na­len Influ­enza asso­zi­iert“ und in der aktu­el­len Sai­son 2019/2020 die Anzahl von 643 Todes­fäl­len (Stand 4. März). Am stärks­ten betrof­fen von der Grippe sind übri­gens die 0 bis 4 jäh­ri­gen, vor den 5 bis 14 jäh­ri­gen, mit grö­ße­rem Abstand vor den 15 bis 64 jäh­ri­gen — und mit noch grö­ße­rem Abstand vor den über 65 jäh­ri­gen. Bei der Grippe sind also über 65-jäh­rige Men­schen am gerings­ten betroffen.

Welt­weit 110.000 Grippe-Tote ver­sus 13.000 Corona-Tote
Bezüg­lich Corona-Virus sind in Öster­reich aktu­ell 3.244 Men­schen infi­ziert (Stand 22.03 — nach­mit­tag). 16 Men­schen sind gestor­ben und neun Men­schen gel­ten als wie­der geheilt. Alle 16 gestor­be­nen Men­schen hat­ten schwere Vor­er­kran­kun­gen. Welt­weit reden wir aktu­ell von rund 110.000 Grippe-Toten und exakt 13.059 Corona-Todes­fäl­len bei der­zeit ins­ge­samt 308.127 Corona-Infi­zier­ten (rund 4%-ige Todesrate). 

Deutsch­land mit 165.000 Grippe-Kran­ken und 22.364 Corona-Infizierten
In Deutsch­land gibt es bei der Grippe aktu­ell rund 165.000 labor­dia­gnos­tisch bestä­tigte Erkrankte seit Herbst 2019. 23.600 Fälle (rund 15 Pro­zent) wur­den hier über den gesam­ten Zeit­raum in Kli­ni­ken behan­delt. 265 Men­schen star­ben bis dato an den Fol­gen der Grippe. Corona-Infi­zierte gibt es in Deutsch­land aktu­ell 22.364. Gestor­ben am Virus sind 84 Men­schen (ebenso 4 %). 239 gel­ten als wie­der geheilt. (Zah­len Robert Koch-Insti­tut und John Hop­kins Uni­ver­sity vom 22. März — 13.00 Uhr).

Corona mit 81 Pro­zent mil­der Ver­lauf, 14 Pro­zent Behand­lungs­not­wen­dig­keit und 5 Pro­zent lebens­ge­fähr­li­che Umstände
Welt­weit sind 93.790 ehe­mals Corona-Infi­zierte wie­der gesun­det. In China sind das 59.433 und auch im schwer betrof­fe­nen Ita­lien sind 6.072 Men­schen wie­der geheilt. Laut den Erfah­run­gen in China ver­lau­fen 81 Pro­zent der Corona-Krank­heits­fälle mild, 14 Pro­zent brau­chen medi­zi­ni­sche Behand­lung bzw. neh­men einen erns­te­ren Ver­lauf und rund 5 Pro­zent sind lebens­ge­fähr­lich (Zah­len John Hop­kins Uni­ver­sity vom 22. März — 13.00 Uhr).

Ver­gleichs­weise dras­ti­sche Maß­nah­men der Regierungen
Um nun die Corona-Krank­heits­fälle mög­lichst ein­zu­schrän­ken und ins­be­son­dere Anste­ckun­gen zu ver­hin­dern, haben Regie­run­gen in aller Welt teil­weise dras­ti­sche Maß­nah­men ange­ord­net. Im Wesent­li­chen geht es darum ältere und bereits immun­ge­schwächte Men­schen zu schüt­zen. Auch in Öster­reich sind meh­rere ent­spre­chende Maß­nah­men ange­ord­net und das betrifft ins­be­son­dere die Reduk­tion der sozia­len Kontakte.

Welt­weite Rezes­si­ons­angst und Depressionsgefahr
Mas­siv betrof­fen von die­ser Kon­takt­re­duk­tion sind auch Unter­neh­men. Nach der Anord­nung zur Heim­ar­beit folgt der behörd­li­che Erlass zur Schlie­ßung gan­zer Bran­chen — von Hotel­le­rie über Gas­tro­no­mie und Han­del bis zu Gewerbe oder Dienst­leis­tung. Auch Bau­bran­che und Pro­duk­tio­nen sind betrof­fen. Ein­ge­schränkt geöff­net sind Lebens­mit­tel­han­del, Apo­the­ken oder Ban­ken. Tou­ris­mus und Flug­ver­kehr sind de facto kom­plett zum Erlie­gen gekom­men. Welt­weit herrscht Rezes­si­ons­angst und Depressionsgefahr.

Bis zu 400.000 bedrohte Exis­ten­zen in einer Woche allein in Österreich
Regie­run­gen inklu­sive Öster­reich sowie die EU haben par­al­lel umfang­rei­che wirt­schaft­li­che Hilfs­pa­kete in Höhe hun­der­ter Mil­li­ar­den geschnürt mit sofort nutz­ba­ren Maß­nah­men wie Kurz­ar­beit, Lohn­fort­zah­lung oder Kre­dit­ga­ran­tien. Trotz­dem sind allein im ver­gleichs­weise klei­nen Öster­reich nach einer Woche bereits rund ein­hun­dert­tau­send neue Arbeits­lose gemel­det. Durch­schnitt­lich betrach­tet bedeu­tet das drei- bis vier­hun­dert­tau­send (300.000 bis 400.000) exis­ten­zi­ell bedrohte Men­schen. In einer Woche – und allein in Österreich.

Exper­ten war­nen vor volks­wirt­schaft­li­chen Folgen
Der Nie­der­gang einer betrieb­li­chen Exis­tenz mit der dar­aus fol­gen­den Arbeits­lo­sig­keit der Mit­ar­bei­ter bedeu­tet für die betrof­fe­nen Men­schen im Regel­fall immenses Leid. Soziale Ein­sam­keit und Äch­tung, in vie­len Fäl­len auch Obdach­lo­sig­keit, eine schlech­tere Gesund­heits­ver­sor­gung bzw. Krank­heit, bis hin zu erhöh­ter Sterb­lich­keit sind die Fol­gen. Exper­ten war­nen bereits jetzt vor den volks­wirt­schaft­li­chen Fol­gen und gesund­heit­li­chen Belas­tun­gen allein auf Grund der wirt­schaft­li­chen Entwicklungen. 

Krank­heit und höhe­res Sterb­lich­keits­ri­siko bei Arbeitslosigkeit
Die Med-Uni Mag­de­burg hat zu den gesund­heit­li­chen Aus­wir­kun­gen eine reprä­sen­ta­tive Stu­die (mehr als 1.000 Befragte) erstellt : „Häu­fige objek­tive Gesund­heits­fol­gen von Arbeits­lo­sig­keit sind etwa erhöhte chro­ni­sche Krank­hei­ten und höhere Medi­ka­men­ten­do­sen. Sub­jek­tive Gesund­heits­fol­gen etwa sind Schlaf- und Herz­be­schwer­den, Depres­si­vi­tät, mehr Alko­hol- und Niko­tin­kon­sum, Ver­lust sozia­ler Bin­dun­gen und sozia­ler Iden­ti­tät sowie Ver­schlech­te­rung der Fami­li­en­be­zie­hun­gen.“ Das Resü­mee der Medi­zi­ner : „Arbeits­lose wer­den deut­lich häu­fi­ger sta­tio­när behan­delt.“ Und : „Arbeits­lose unter­lie­gen einem höhe­ren Sterblichkeitsrisiko.“

Die öko­no­mi­schen Fol­gen von Arbeitslosigkeit
Die deut­sche Bun­des­zen­trale für poli­ti­sche Bil­dung hat auch die öko­no­mi­schen Fol­gen zusam­men­ge­fasst : „Arbeits­lo­sig­keit ist ein Pro­blem für die gesamte Gesell­schaft. Sie kann auch für nahe Ange­hö­rige eine gra­vie­rende Beein­träch­ti­gung der Lebens­chan­cen bedeu­ten. Gesamt­ge­sell­schaft­li­che Fol­gen sind u.a. Ver­lust von Steu­ern und Sozi­al­ab­ga­ben, hohe volks­wirt­schaft­li­che Kos­ten für Arbeits­lo­sen­geld, Ver­lust der Kauf­kraft und damit Redu­zie­rung der Bin­nen­nach­frage, Anstieg der Kri­mi­na­li­tät, poli­ti­sche Insta­bi­li­tät sowie wei­tere Kos­ten zur Behe­bung bzw. Lin­de­rung der indi­vi­du­el­len Fol­gen“, so die Erkennt­nisse der Experten. 

Bei Grippe keine Ver­ord­nun­gen betref­fend Qua­ran­täne und Betriebsschließungen
An die­ser Stelle sei nun zumin­dest die Frage gestat­tet, warum diese Corona-Krank­heit nicht genauso wie eine Grippe-Krank­heit betrach­tet und gehand­habt wer­den kann. Trotz weit­aus mehr Grippe-Fäl­len mit einem gefähr­li­che­ren Krank­heits­ver­lauf und mehr Todes­fäl­len, gibt es hier keine Ver­ord­nun­gen betr. Qua­ran­täne, Home-Office und Betriebs­schlie­ßun­gen mit zer­stör­ten Exis­ten­zen und hun­dert­tau­sen­den von Arbeitslosen. 

Medi­en­hype treibt Poli­ti­ker vor sich her
Der Ord­nung hal­ber sei ange­fügt, dass es bei der Grippe auch kei­nen der­ar­ti­gen Medi­en­hype mit stun­den­lan­gen TV-Son­der­sen­dun­gen und täg­li­chen Zei­tungs­auf­ma­chern gibt, die Poli­ti­ker ent­spre­chend vor sich her­trei­ben. Aber viel­leicht kön­nen zumin­dest seriöse Medien auch ein wenig sach­li­cher wer­den und ähn­li­che volks­wirt­schaft­li­che oder wenigs­tens gesund­heits­po­li­ti­sche Rech­nun­gen anstellen. 

Genü­gend Spi­tals­res­sour­cen für schwere Corona-Fälle
Das Gesund­heits­we­sen wäre rein rech­ne­risch von den ver­gleichs­weise harm­lo­ser ver­lau­fen­den Corona-Fäl­len mit Sicher­heit weni­ger belas­tet. Die Ver­gleichs­zah­len mit der Grippe bele­gen ein­deu­tig, dass für die schwe­ren Corona-Fälle (5 Pro­zent !) mehr Spi­tals­res­sour­cen da sein wür­den, als das jetzt der Fall ist. Und noch­mals : ältere Men­schen sind in Rela­tion weit gerin­ger von der Grippe betrof­fen, dafür jetzt von Corona mehr betrof­fen. Bei den Jün­ge­ren ist es umgekehrt.

Schutz­maß­nah­men nur für Gesund­heits­we­sen und Altenpflege
Was es neben den (sinn­vol­len) Zutritts­bar­rie­ren in Gesund­heits­we­sen und Alten­pflege braucht sind genü­gend Schutz­maß­nah­men von Ärz­ten und Pfle­ge­per­so­nal (Mas­ken und Anzüge). Ansons­ten braucht es für mün­dige Men­schen maxi­mal noch Vor­sichts­emp­feh­lun­gen und Schutz­maß­nah­men beim Thema soziale Kon­takte mit Grippe-Kran­ken und älte­ren Familienmitgliedern. 

Maß­nah­men brin­gen weit­aus mehr Leid als Corona und Grippe zusammen
Ob es die auch in mas­si­ven Grippe-Zei­ten unüb­li­chen Schul­schlie­ßun­gen braucht ist schon frag­lich. Und noch frag­li­cher sind die Betriebs­schlie­ßun­gen. In Summe, natio­nal wie inter­na­tio­nal, ent­ste­hen aus den Maß­nah­men mehr Leid und Scha­den sowie „unterm Strich“ mög­li­cher­weise auch mehr Todes­fälle als bei Corona und Grippe zusam­men. Also : Wel­che volks­wirt­schaft­li­chen Aus­wir­kun­gen gäbe es, wenn das Corona-Virus wie das Grippe-Virus gehand­habt wer­den würde ? Zumin­dest diese Frage muss mitt­ler­weile erlaubt sein. 

hello world!
Autor: red/czaak
20.03.2020

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