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Schöne neue Software-Welt

KI ver­än­dert auch die Geschäfts­mo­delle der Soft­ware­bran­che. Statt für Arbeits­zeit wird künf­tig pri­mär für mess­bare Ergeb­nisse bezahlt wer­den. Euro­päi­sche Anbie­ter kön­nen ver­gleichs­weise mit Bran­chen­wis­sen punk­ten, so eine aktu­elle Stu­die des Digi­tal­ver­ban­des Bitkom.

Die Soft­ware­bran­che muss sich auf tief­grei­fende Ver­än­de­run­gen ihrer Geschäfts­mo­delle ein­stel­len. Weil KI-Agen­ten zuneh­mend selbst Arbeit ver­rich­ten und nicht mehr nur als Werk­zeug bedient wer­den, ver­schiebt sich der von Kun­den zu bezah­lende Leis­tungs­in­halt. Statt Ent­wick­lungs­stun­den oder pau­scha­ler Lizen­zen wer­den künf­tig ver­stärkt mess­bare Ergeb­nisse wie etwa beho­bene Sicher­heits­lü­cken oder gelöste Tickets abgerechnet. 

Das sind Ergeb­nisse der aktu­el­len Stu­die „Soft­ware­welt 2036“ des deut­schen Digi­tal­ver­ban­des Bit­kom, wo Füh­rungs­kräfte aus der Soft­ware- und IT-Bran­che befragt wur­den. „Die KI-Revo­lu­tion setzt auch in der Soft­ware­bran­che erprobte Erlös­mo­delle unter Druck. Wenn ein KI-Agent die Arbeit meh­re­rer Men­schen über­nimmt, lässt sich der Auf­wand nicht mehr glaub­wür­dig nach Köp­fen oder Stun­den in Rech­nung stel­len“, sagt Felix Ans­mann, Bereichs­lei­ter Soft­ware & IT-Ser­vices beim Bit­kom. „Gleich­zei­tig ach­ten Kun­den beim Ein­kauf von KI-Lösun­gen immer stär­ker dar­auf, was sie tat­säch­lich für ihr Geld bekom­men. Wer die­sen Wert nicht mess­bar machen kann, wird eben­falls unter Druck gera­ten“, so Ansmann.

Ganz bestimmte Expertise

Die Ver­än­de­run­gen wür­den nach Ansicht der Exper­ten aber auch Chan­cen für deut­sche und euro­päi­sche Anbie­ter erge­ben, etwa wenn Com­pli­ance und Daten­sou­ve­rä­ni­tät zum Ver­kaufs­ar­gu­ment wer­den. Anbie­ter, die Nach­voll­zieh­bar­keit, Audi­tier­bar­keit und euro­päi­sche Daten­hal­tung von Beginn an mit­lie­fern, kön­nen sich damit von Wett­be­wer­bern absetzen. 

Par­al­lel an Bedeu­tung gewinnt das Thema Bran­chen­kennt­nis. Wer Exper­tise in bestimm­ten Sek­to­ren und Domä­nen hat und diese für und mit KI nutz­bar macht, wird sich mit­tel­fris­tig nicht von gene­ra­lis­ti­scher KI ver­drän­gen las­sen. „Ange­sichts der rasan­ten Fort­schritte gro­ßer KI-Modelle kann sich aber nie­mand auf ver­meint­lich exklu­si­vem Wis­sen aus­ru­hen“, warnt Ansmann.

Drin­gende Emp­feh­lung für Auf­bau einer eige­nen euro­päi­schen KI-Infrastruktur

Wei­tere The­men des aktu­el­len Stu­di­en­be­richts sind auch die ver­än­der­ten Kom­pe­tenz­an­for­de­run­gen an Beschäf­tigte, die wach­sende Bedeu­tung ver­netz­ter Platt­for­men und Öko­sys­teme gegen­über ein­zel­nen Soft­ware-Pro­duk­ten sowie kon­krete Hand­lungs­emp­feh­lun­gen an die Poli­tik. So plä­die­ren die Befrag­ten etwa für eine schlan­kere, ergeb­nis­ori­en­tierte Regu­lie­rung und den Auf­bau eige­ner euro­päi­scher KI-Infrastruktur.

Stu­die und Bericht Soft­ware­welt 2036 beruht Anga­ben zufolge auf qua­li­ta­ti­ven Inter­views mit Füh­rungs­kräf­ten aus Unter­neh­men rund um Soft­ware-Dienst­leis­tung und Soft­ware-Pro­duk­ten, inter­nen IT-Abtei­lun­gen und angren­zen­den Berei­chen. „Die Ergeb­nisse sind nicht reprä­sen­ta­tiv, son­dern geben die Ein­schät­zun­gen und Erfah­run­gen der Befrag­ten wie­der“, so der deut­sche Digi­tal­ver­band Bit­kom in einer Aus­sendung. (red/​czaak)

Autor: red/czaak
29.06.2026

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