
Schüler zeigen Next Generation AI
Smartphone-Steuerung via Gebärdensprache, autonomes Fahren, Deepfakes, Deeplearning, Politik, Medizin, Cybersecurity. Prämierte Schüler präsentieren in AI Factory Austria KI-Projekte. AI Factory verbindet junge Talente mit Infrastruktur und Expertise und Ökosystem.
Rund 90 Schüler, KI-Experten, Start-Ups sowie Vertreter aus Forschung, Förderlandschaft und öffentlicher Verwaltung kamen kürzlich beim Event „Next Generation AI — Junge Talente des BWKI-Wettbewerbs (Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz) in der AI Factory Wien zusammen. Im Mittelpunkt standen prämierte Projekte und Teams der vergangenen Jahre sowie Klassen der „KI-Schulen des Jahres“ sowie der direkte Austausch mit Peter Hanke, Bundesminister für Innovation.
„KI-Zukunft mit jungen Menschen gestalten“
Das Programm beinhaltete KI-Projekte aus den Jahren 2023 bis 2025, Diskussionen über Chancen und Grenzen von KI sowie Vernetzung bei Formaten wie Workshops, Speed-Dating-Einheiten, Gründungsinputs und Patent-Kurzberatungen mit Experten, Start-Ups und Förderstellen. Thematisch reichten die präsentierten Projekte von Gebärdensprache am Smartphone, autonomem Fahren und Deepfake-Erkennung über Bildverarbeitung, politische Transparenz und medizinische Dokumentation bis zu Compliance und Cybersecurity.
„Künstliche Intelligenz ist heute nicht mehr wegzudenken. Junge Menschen müssen einen mutigen wie verantwortungsvollen Zugang zu dieser Technologie entwickeln. Der Austausch mit Forschung, Universitäten, Unternehmen und Förderstellen soll helfen, neue Perspektiven für Studium, Gründung und Anwendung entstehen zu lassen“, sagte Peter Hanke im Rahmen der Eröffnung in der AI Factory Austria.
Auswahl an Schulprojekten
Bei den gezeigten KI-Projekten dabei war etwa die HTL Spengergasse mit dem Projekt „GestIQus“. Zur Steuerung von Smartphones werden hier 3D-Fingerpositionen aus Gebärdensprache in Zeichen übersetzt. Ebenfalls von der HTL-Spengergasse kamen die Projekte „AutoMinds“ und „Faker“. AutoMinds ist eine End-to-End-Lösung für autonomes Fahren mit Fokus auf europäische Straßen- und Verkehrsdaten und Faker eine Deepfake-Erkennung für Videostreams und Teams-Calls mit Industriebezug.
Die HTL Perg (OÖ) zeigte ihr Projekt „ProcessAeye“. Dabei geht es um Echtzeit-Bildrekonstruktion und das sogenannte Inpainting in Form einer Kombination von klassischer Bildverarbeitung mit Deep-Learning-Modellen, um Bildbereiche detailgetreu zu ergänzen. Die HTL Hollabrunn war mit dem Projekt „Somes“ zugegen, eine Open-Source-Plattform für politische Transparenz, die Primärquellen aus dem Nationalrat verarbeitet und politische Positionen verständlicher und zugänglicher machen soll.
AI Factory mit Raum für Experiment und Anwendung
Die HTL Spengergasse zeigte dann noch die Projekte „MedCodeAssist“, eine KI-gestützte Textanalyse zur Vereinfachung medizinischer Dokumentationen, und „Gomply“, ein sogenanntes Model Context Protocol für Compliance und Cybersecurity, wo etwa Meeting-Protokolle und Evidenzen gegen Unternehmens-Guidelines analysiert werden und lokal (Anm. On-Premise) gearbeitet wird. Das Projekt wurde mit einem Use Case aus dem Banken- und Compliance-Umfeld vorgestellt.
“Der BWKI zeigt eindrucksvoll, dass KI-Kompetenz früh entstehen kann, wenn Schüler Raum für Experiment, Verantwortung und Anwendung bekommen. Als AI Factory Austria wollen wir diese Energie mit Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung verbinden und jungen Talenten zeigen, wie aus guten Ideen robuste und vertrauenswürdige Anwendungen werden können“, so Karl Kugler, Ko-Leiter der AI Factory Austria (AI:AT).