
Schulterschluss für Digitale Souveränität
Austrian Institute of Technology und Innenministerium intensivieren Zusammenarbeit zur Stärkung der Digitalen Souveränität Österreichs. Entwicklung innovativer Technologien zur Verbesserung der öffentlichen Sicherheit im Fokus. AIT und Gaia‑X Austria heuer auch Gast in Davos.
Verantwortungsvolle, ethisch fundierte Technologieentwicklung in enger Verzahnung von Spitzenforschung und behördlicher Praxis. Das ist die verbindende Spange der schon langjährig existierenden Kooperation zwischen dem Bundesministerium für Inneres (BMI) und dem Austrian Institute of Technology (AIT). In einer Zeit globaler technologischer Machtverschiebungen und wachsender Abhängigkeiten setzt die Partnerschaft bewusst auf eine europäische Gegenthese.
AIT zählt beim digitalen Identitätsmanagement zu Technologieführern
Durch die strukturierte Zusammenarbeit von Forschung und Bedarfsträgern sollen Lösungen entstehen, die Sicherheitsaspekte mit gesellschaftlichen, rechtlichen und ethischen Werten in Einklang bringen. Final soll damit auch die staatliche Handlungsfähigkeit im digitalen Zeitalter langfristig abgesichert werden. Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit betrifft das Thema Sicherheit.
Innovation „Made in Austria“ soll hier einen wesentlichen Beitrag leisten und dabei auch die Themen Cybersicherheit und den generellen Schutz demokratischer Strukturen und Institutionen abbilden. Das AIT zählt etwa beim digitalen Identitätsmanagement zu den auch international anerkannten Technologieführern. Die bisherige Kooperation mit dem BMI hat bereits zahlreiche sicherheitsrelevanten Forschungsprojekte in die praktische Umsetzung gebracht. Basis hierfür sind auch die Sicherheitsforschungsprogrammlinien KIRAS und K‑Pass.
Zielgerichtete Innovationen im Behördenkontext
„Durch die strategische Partnerschaft mit einer weltweit führenden Forschungseinrichtung stärkt das BMI seine Fähigkeiten, um zukünftige Herausforderungen in diesem Bereich zu meistern und die Sicherheit Österreichs auch in der digitalen Welt zu gewährleisten“, sagt Andreas Achatz, Generalsekretär im Innenministerium.
„Digitale Souveränität entsteht durch das Zusammenspiel von technologischer Exzellenz und verantwortungsvoller Technikgestaltung sowie hoher Kompetenz für das Design und die Benutzung moderner digitaler Technologien“, so Helmut Leopold, Head of Center for Digital Safety & Security, AIT. „Die enge Zusammenarbeit mit dem BMI ermöglicht uns zielgerichtete Innovationen im Behördenkontext und einen nachhaltigen Mehrwert für die öffentliche Sicherheit in Österreich zu schaffen“, unterstreicht Leopold vom AIT.
Helmut Leopold mit Gaia‑X Hub Austria heuer auch bei Weltwirtschaftsforum Davos
In seiner Funktion als Chairman des Gaia‑X Hub Austria nahm Helmut Leopold heuer auch beim Weltwirtschaftsforum Davos teil und diskutierte im Panel „Digital Sovereignty – Best Practices aus Österreich“ gemeinsam mit den renommierten Wirtschaftsexperten und Gründern Martin Kaswurm und Christian Niedermueller über wirtschaftliche, geopolitische und technologische Herausforderungen im Kontext der Europäischen Souveränität.
Der Austausch in Davos unterstrich die Relevanz europäischer Ansätze für globale, datengetriebene Märkte. Die Gaia-X-Community, getragen von führenden Industrie- und Forschungsakteuren in Europa, stellt einen dringend benötigten Rahmen für die langfristige wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität der EU bereit. „Ziel ist es, sicherzustellen, dass der Wert von Daten in Europa bleibt und Daten zugänglich, teilbar und unter klaren europäischen Regeln geprägt sind“, so Leopold.
Offene Infrastrukturen statt digitaler Abhängigkeiten
Gaia‑X unterstützt und ermöglicht dafür offene, dezentrale Daten- und Service-Infrastrukturen, die über Ökosysteme skalieren und nicht über proprietäre Silos oder potenzielle Monopole. Damit will die europäische Initiative als marktermöglichender Rahmen funktionieren, der Integrationskosten senkt, Vendor-Lock-Ins vermeidet und den Aufbau moderner Datenräume nach europäischen Prinzipien unterstützt.
Ein zentrales Element dabei ist das sogenannte Gaia‑X Trust Framework. Mit Spezifikationen, Standards und Open-Source-Lösungen sollen Transaktions- und Compliance-Kosten in digitalen Ökosystemen deutlich reduziert werden. Durch Automatisierung sowie Vertrauen, Compliance und branchen- und länderübergreifende Interoperabilität entstehen effiziente Daten-Services für den öffentlichen Sektor ebenso wie nachhaltige und profitable Geschäftsmodelle für Unternehmen.
Gaia‑X Hub Austria als aktiver Mitgestalter einer europäischen Digitalpolitik
Der Gaia‑X Hub Austria wird vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) und dem Staatssekretariat für Digitalisierung Bundeskanzleramt (BKA) unterstützt und vom AIT Austrian Institute of Technology koordiniert. Er versteht sich nicht nur als Informationsdrehscheibe, sondern als aktiver Mitgestalter einer europäischen Digitalpolitik, berät politische Entscheider und unterstützt Unternehmen bei konkreten Einstiegsmöglichkeiten für Datenräume durch reale Testumgebungen und Pilotprojekte.
Helmut Leopold, Chairman des Gaia‑X Hub Austria und Head of Center for Digital Safety & Security am AIT Austrian Institute of Technology, wurde kürzlich von der Gaia‑X European Association for Data and Cloud (AISBL) in das neue Board of Directors für die Amtsperiode 2025 – 2027 gewählt. Damit ist auch Österreich mit dem AIT neben namhaften Organisationen wie Airbus, Atos, Siemens, Dawex, OVHCloud, SAP oder Bitkom in das wichtige Steuerungsboard eingezogen, um künftig die Mission von Gaia‑X aktiv voranzubringen. (red/czaak)